In vielen Produktionshallen stehen bereits Werkzeugautomaten, bei denen die Werkzeugentnahme über eine Zugriffskontrolle geregelt ist. Walter hat nun zwei neue Toolstation-Modelle speziell für Zerspanungswerkzeuge entwickelt, die einen Schritt weiter gehen und in Kombination mit
(Quelle: TrifonenkoIvan/Shutterstock)
...mit einer neuen Software dafür sorgen, dass der Lebenszyklus eines Werkzeuges optimal ausgenutzt wird. Je nach Branche oder Produktionsverfahren können Zerspanungswerkzeuge erhebliches Kapital binden. Diese Kapitalbindung so niedrig wie möglich zu halten, ist ein wichtiger Faktor für die Ressourcenplanung im Unternehmen. Zu den effektivsten Stellschrauben gehört hier das Werkzeugmanagement: Mit intelligenten, digital basierten Lösungen lassen sich schnell signifikante Effekte erzielen, nicht nur unter dem Aspekt Kapitalbindung. Lösungen für das Tool Management liefern nämlich zusätzlich wertvolle Informationen zur Optimierung von Produktions- und Beschaffungsprozessen.
Mehr als nur eine Werkzeugausgabe
„In vielen Produktionshallen stehen bereits Werkzeugautomaten, bei denen die Werkzeugentnahme über eine digitale Zugriffskontrolle geregelt ist: Nutzer müssen sich über einen Zahlencode, einen Chip oder eine Transponderkarte identifizieren. Erst dann öffnet sich der Schrank“, erklärt Markus Görg, Experte Tool Management Systems bei Walter. Je nach Modell und Anbieter unterscheiden sich Tool-Vending-Systeme jedoch stark in den Möglichkeiten, die sie für weitere Funktionen bieten. Vom einfachen Registrieren der Zugriffe und Entnahmen über die gezielte Beschränkung individueller Zugriffe auf bestimmte Werkzeuge bis hin zur Einbindung der Vending-Automaten in ein komplexes Tool-Management-System.
(Markus Görg, Experte Tool Management Systems bei Walter. Bild: Walter AG)
Der Zerspanungsspezialist Walter hat sein Portfolio an Tool-Management-Systemen nun mit einer neuen Softwarelösung sowie zwei neuen Toolstation-Modellen der C-Linie erweitert. C-Line steht für Karussellschrank: Die Walter Toolstation TX750 kann in bis zu 987 Fächer eingeteilt werden, deren Höhe ist flexibel einstellbar. Die Toolstation VX500 umfasst maximal 628 Fächer, sechs unterschiedlich hohe Schübe sind möglich. Die neuen Modelle werden jeweils individuell an das definierte Anforderungsprofil angepasst.
Muster und Abweichungen beim Werkzeugeinsatz erkennen
„Zerspanungswerkzeuge und ihr Management haben spezielle Anforderungen. Wir stellen mit der neuen Generation Walter Toolstations nun eine Lösung vor, die speziell für Zerspanungswerkzeuge konzipiert ist“, sagt Görg. Anwender können damit nicht nur die Zugriffe auf Werkzeuge freigeben. Funktionen wie „Produktzugriffsgruppen“, „Kostenzuordnungen“ und „zustandsabhängige Werkzeugausgabe“ ermöglichen es, sowohl komplexe Produktionsprozesse abzubilden wie auch den kompletten Lebenslauf eines Zerspanungswerkzeugs bis zum letzten Reconditioning zu verwalten.
(Das neue Karussellsystem Walter Toolstation C-Line TX750 kann in 987 Fächer aufgeteilt werden. Bild: Walter AG)
Produktzugriffsgruppen („Access Module“) gehören zu den Basics jedes Tool-Vending-Systems. Bei den Walter Toolstation-Systemen können über das „Access Modul“ die Produktzugriffsgruppen und die Zugriffsrechte individuell zugewiesen werden – bis hin zu konkreten einzelnen Werkzeugen. Die Schränke minimieren einerseits physikalisch Fehlzugriffe, indem nur bestimmte Fächer oder Schieber geöffnet werden. Außerdem überwacht und regelt die Toolstation nicht nur, welches Werkzeug entnommen werden darf: Über die Funktion „zustandsabhängige Werkzeugausgabe” werden gebrauchte und wieder instand gesetzte Werkzeuge priorisiert ausgegeben.
Tool Management: Lebenszyklus optimal ausnutzen
Das System stellt zum einen sicher, dass immer genug Zerspanungswerkzeuge in gewünschter Qualität vorhanden sind. Zum anderen hält es, nach individuell festlegbaren Parametern, die Werkzeuge zurück, die aufgearbeitet werden sollen und informiert die Werkzeuglogistik. Bereits aufgearbeitete Werkzeuge werden bei der Ausgabe gegenüber fabrikneuen bevorzugt, sodass der Lebenszyklus eines Werkzeuges optimal ausgenutzt wird und Kosten reduziert werden. Neubestellungen können automatisch mit den Beständen und dem Rücklauf aus dem Reconditioning abgeglichen werden.
Über die Funktion „Kostenzuordnungen“ lassen sich Muster und signifikante Abweichungen beim Werkzeugeinsatz erkennen: Weicht der Verbrauch an einer Maschine beispielsweise von dem ab, was für den Prozess kalkuliert wurde? Oder wie unterscheiden sich Verschleiße bei unterschiedlichen Prozessschritten oder unterschiedlichen Maschinen?
Den Prozess- und Kostenverantwortlichen im Unternehmen stehen umfangreiche Möglichkeiten für das Reporting und die Prozessoptimierung zur Verfügung. Falls gewünscht täglich. Benutzer können sich ihr Dashboard zum Zugriff auf das System individuell konfigurieren, abhängig von den ihnen zugewiesenen Nutzungsmöglichkeiten. Der Benutzerbildschirm an der Entnahmestelle ist so gestaltet, dass er weitgehend selbsterklärend funktioniert.
(Die Toolstation C-Line VX500 umfasst maximal 628 Fächer, sechs unterschiedliche Fachgrößen sind möglich. Bild: Walter AG)
Automatisiert nachbestellen
„Die Qualität des Tool Managements steht und fällt mit der Qualität der Werkzeugdaten, die dort hinterlegt sind. Manuell gepflegte Daten haben ein hohes Risiko, unvollständig zu sein, oder sie veralten, weil sie nicht regelmäßig gepflegt werden“, erklärt Görg. Zum Softwarepaket der neuen Walter Toolstations TX750 und VX500 gehört deswegen der Zugriff auf die Werkzeugkataloge von Walter und weiterer Hersteller. Über eine Schnittstelle zu Tools United lassen sich weitere Kataloge hinzubuchen. Aktualität und Vollständigkeit der verwendeten Werkzeugdaten sind so garantiert. Die Walter Toolstation Software verfügt über Schnittstellen zu den branchenüblichen ERP-Systemen. Nachbestellungen können automatisiert erfolgen oder werden an die entsprechend vordefinierten Stellen zur Freigabe gesendet.
Stand: 16.12.2025
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Der Autor Siegfried Schaal ist Technischer Redakteur bei Walter.