Ressourcenschonung Ressourcenschonung: Mit Kunststoff das Klima schützen

Ein Gastbeitrag von Antje Bosche 4 min Lesedauer

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Kreislaufwirtschaft ist der wirkungsvollste Hebel, um zukünftig mehr Ressourcenschonung und Klimaschutz in der Kunststoffindustrie zu erreichen. Die Pöppelmann Gruppe aus Lohne ist heute schon erfolgreich mit kreislauffähigen Serienprodukten, die in unterschiedlichsten Branchen eingesetzt werden – und ruft alle Akteure entlang der Wertschöpfungskette zum gemeinsamen Handeln auf.

Zu den Paradebeispielen der nachhaltigen Produkte zählen die kreislaufschließenden Pflanztöpfe Circular360 der Division Pöppelmann Teku, die einen PCR-Kunststoffanteil von mindestens 80 Prozent am Gesamtprodukt enthalten.(Bild:  Pöppelmann)
Zu den Paradebeispielen der nachhaltigen Produkte zählen die kreislaufschließenden Pflanztöpfe Circular360 der Division Pöppelmann Teku, die einen PCR-Kunststoffanteil von mindestens 80 Prozent am Gesamtprodukt enthalten.
(Bild: Pöppelmann)

Die europäische Kunststoffwirtschaft arbeitet an ganzheitlichen Konzepten, um ihren Beitrag zur Erreichung der Ziele der Circular Plastic Alliance, des European Green Deal oder der Klimaabkommen von Paris und Glasgow zu leisten. Aktuelle Studien, darunter „Reshaping Plastics“ der Denkfabrik SystemIQ, kommen zu dem Ergebnis, dass bei der Reduzierung von Treibhausgasemissionen der Kreislaufwirtschaft eine zentrale Bedeutung zukommt.

In der Kunststoffverarbeitung beinhaltet Kreislaufwirtschaft Mehrweg- und Recyclingkonzepte. Beim Recycling entsteht ein echter Kreislauf nur mit Post-Consumer-Rezyklaten (PCR), die von bereits genutzten Kunststoffprodukten stammen. Im Gegensatz zu Post-Industrial-Rezyklaten (PIR), also z. B. Angüsse und Material von Produkten, die noch nicht im Einsatz waren, reduziert allein PCR die Menge an eingesetzter Neuware.

Ressourcenschonung und Klimaschutz im Fokus

Der Kunststoffspezialist Pöppelmann ist davon überzeugt, dass im Wechsel zur Kreislaufwirtschaft das einzig erfolgreiche Zukunftsszenario in der Kunststoffverarbeitung liegt. Für mehr Ressourcenschonung und Klimaschutz rief die Unternehmensgruppe 2018 die Initiative Pöppelmann Blue ins Leben und entwickelte ambitionierte Ziele für funktionierende Kreislaufkonzepte und die Reduktion seiner Treibhausgasemissionen. So hat Pöppelmann nach dem anerkannten Standard der Science Based Targets initiative (SBTi) seinen Corporate Carbon Footprint (CFF) berechnen lassen, also die Menge der Treibhausgas (THG)-Emissionen der gesamten Unternehmensgruppe. Auf Basis dieser Daten wurden konkrete Klimaziele bis zum Jahr 2030 definiert, die im Herbst 2023 durch die Experten der SBTi validiert wurden. Damit bestätigte die Science Based Targets initiative, dass die Klimaziele von Pöppelmann im Einklang mit dem 1,5 Grad-Ziel des Pariser Klimaabkommens stehen.

Kreislaufwirtschaft wirkt: Nachhaltige Produkte in Serie

Um diese Ziele zu erreichen, setzt Pöppelmann auf Kreislaufwirtschaft als nachweislich größten Hebel. Die Produktentwicklung findet in allen Geschäftsbereichen nach dem Eco-Design-Prinzip statt, sodass die Umweltauswirkungen eines Produktes entlang seines gesamten Lebensweges berücksichtigt und so gering wie möglich gehalten werden. Unter dem Motto „Reduce, Reuse, Recycle“ entstehen Artikelkonzepte, die den Material- und Energieeinsatz bei der Herstellung reduzieren, ohne die Funktionsfähigkeit des Produkts zu beeinträchtigen. Sie setzen auf Mehrfachnutzung, wo dies möglich ist und schließen bestenfalls den Wertstoffkreislauf durch ein vollständiges Recycling. Im Hinblick auf mehr Nachhaltigkeit werden bestehende Artikel kontinuierlich verbessert, etwa durch die Nutzung von recycelbaren Mono-Materialien oder sogar Rezyklaten, oder effizientere Herstellungsprozesse sowie den Einsatz von erneuerbaren Energien. Eine weitere Stellschraube ist die Logistik: Optimierungen, die zu verbesserter Platzausnutzung bei Lagerung und Transport führen, sparen ebenfalls Treibhausgas-Emissionen ein.

Erfolgsbeispiele für Ressourcenschonung aus allen Pöppelmann-Divisionen

In allen Märkten, in denen der Kunststoffspezialist vertreten ist, wurden bereits Serienartikel auf Post-Consumer-Rezyklate umgestellt, um sie ressourcenschonender und klimaschützender zu gestalten. Zu den Paradebeispielen der nachhaltigen Produkte zählen die kreislaufschließenden Pflanztöpfe Circular360 der Division Pöppelmann Teku, die einen PCR-Kunststoffanteil von mindestens 80 Prozent am Gesamtprodukt enthalten. Dies ist durch die Gütesiegel „Blauer Engel“ und „RecyClass“ wissenschaftlich belegt. Die Produkte sind zu 100 Prozent recyclingfähig, nachgewiesen durch das cyclos-HTP-Zertifikat für diese Produktkategorie. Eine Studie des Fraunhofer Institut Umsicht, die den Effekt der Kreislaufwirtschaft im Vergleich zur Linearwirtschaft untersuchte, belegte den klimaschützenden Effekt der Artikel wissenschaftlich.

Der speziell für Mercedes-Benz entwickelte Halter Soundgenerator aus einem PCR PP zählt zu den ersten Serienbauteilen für den Automobilbereich, deren Kunststoffanteil komplett aus den haushaltsnahen Wertstoffsammlungen stammt.(Bild:  Pöppelmann)
Der speziell für Mercedes-Benz entwickelte Halter Soundgenerator aus einem PCR PP zählt zu den ersten Serienbauteilen für den Automobilbereich, deren Kunststoffanteil komplett aus den haushaltsnahen Wertstoffsammlungen stammt.
(Bild: Pöppelmann)

Pöppelmann Famac bietet das Standardprogramm seiner Einschweißausgießer für Verpackungsbeutel aus Kunststoff nun auch als Variante aus PCR an. So ist beispielsweise zur Herstellung eines 1,7 g leichten Ausgießers mit Schraubkappe, der in geplanter Menge von 2,5 Millionen Stück jährlich produziert wird, 4.250 kg Rezyklat PE Polymer erforderlich. Im Vergleich zu Neuware lassen sich damit 3,5 t CO2eq einsparen bzw. Treibhausgasemissionen von der Wiege bis zum Werkstor um 49 Prozent reduzieren. Das Geschäftsfeld Labor & Diagnostik machte sogar im Pharmabereich eine Materialumstellung möglich: Zusammen mit dem Kunden Qiagen entwickelte Pöppelmann Famac ein Reagiergefäß aus 100 Prozent PCR. Das Leichtgewicht von nur 1,0 g spart bei einer geplanten Menge von 5 Millionen Stück jährlich etwa 7,3 t CO2eq ein und reduziert den Ausstoß damit um 62 Prozent.

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Serienbauteile komplett aus haushaltsnahen Wertstoffsammlungen

Pöppelmann Kapsto hat Schutzkappen und -stopfen aus Rezyklat zum neuen Standard erhoben und bietet diese vorrangig an. Die nachhaltigen Schutzlösungen gibt es entweder aus 100 Prozent PCR-PE, oder, für besondere Farbwünsche, auch aus einer Recycling-Mischung (PCR-PE/PE-LD). Im Vergleich zu Produkten aus Neuware erzielen diese Produkte erhebliche Emissionsreduzierungen. Das belegt unter anderem das Beispiel eines Kunden, der die gefragte Schutzkappe GPN 610 U 20 PCR-PE jährlich in einer Menge von 340.000 Stück bezieht: Durch die Umstellung erreicht Pöppelmann hier eine Emissionsreduzierung im Vergleich zu Neuware um 49 Prozent.

Das Geschäftsfeld Labor & Diagnostik machte sogar im Pharmabereich eine Materialumstellung möglich: Zusammen mit dem Kunden Qiagen entwickelte Pöppelmann Famac ein Reagiergefäß aus 100 Prozent PCR.(Bild:  Pöppelmann)
Das Geschäftsfeld Labor & Diagnostik machte sogar im Pharmabereich eine Materialumstellung möglich: Zusammen mit dem Kunden Qiagen entwickelte Pöppelmann Famac ein Reagiergefäß aus 100 Prozent PCR.
(Bild: Pöppelmann)

Bei Pöppelmann K-Tech spart die Materialumstellung des Serienartikels „Waschkappe“ für die Automobilbranche nun über die Hälfte an CO2eq ein. Die eingesetzte Materialmischung enthält überwiegend PIR sowie Neuware und PCR. Das eingesetzte PCR-Material besteht teilweise aus gebrauchten Waschkappen, die vom Kunden zurückgenommen wurden. Durch die Materialumstellung wurden die Emissionen, berechnet auf die komplette Lebensdauer des Produkts, um 5.777 t CO2eq reduziert – ein Rückgang von 77 Prozent. Ein weiteres Produkt, der speziell für Mercedes-Benz entwickelte Halter Soundgenerator aus einem PCR PP, zählt zu den ersten Serienbauteilen für den Automobilbereich, deren Kunststoffanteil komplett aus den haushaltsnahen Wertstoffsammlungen stammt. Die Emissionsreduzierung durch die Umstellung beträgt 560 Tonnen CO2eq und 46 Prozent im Vergleich zu Neuware.

Die Zeit drängt: Echte Kreislauf­wirtschaft jetzt machen

Die Beispiele belegen, dass das Zukunftsmodell Kreislaufwirtschaft funktioniert. Allerdings ist der Anteil von echten Kreislaufprodukten noch viel zu gering, um im großen Umfang primäre Ressourcen zu schonen und zum Klimaschutz beizutragen. Darum ruft Pöppelmann alle Akteure entlang der Wertschöpfungskette dazu auf, gemeinsam eine ganzheitliche systemische Perspektive einzunehmen, bei der in Materialströmen gedacht wird, also vom Material über das Produkt zurück zum Material, um im Zusammenschluss noch schlagkräftiger zu handeln.

Die Autorin Antje Bosche ist Vertretung Leitung Marketingkommunikation bei Pöppelmann in Lohne.