Die Coronavirus-Pandemie hat gezeigt, dass Service-Techniker nicht jederzeit um den Globus reisen können. Jedoch hat der digitale Service nicht nur in Krisenzeiten Relevanz. Hier ein Beispiel.
(Quelle: Fanuc)
Fanuc hat sein Service-Angebot in Deutschland um einen digitalen Dienst erweitert. Damit will das Unternehmen auch in Zeiten von Reisebeschränkungen und Abstandsregeln durch einen Remoteservice die Kunden umfassend unterstützen und generell den Service weiter verbessern.
Remoteservice: Schnelle Hilfe, überall
Das Unternehmen hat in Deutschland 400 Mitarbeiter, mehr als ein Drittel davon arbeitet im Service. Das Versprechen lautet: Zeitlich unbegrenzter Wartungs- und Reparaturdienst für jedes Produkt, das von Kunden eingesetzt wird. Einen wichtigen Baustein sieht Fanuc in seinem neuen digitalen Dienst der Assisted Reality. Dieser ermöglicht in Form einer App die sichere Datenübertragung von Bildern und Videos. Zudem lassen sich diese in Echtzeit mit schriftlichen Anmerkungen versehen.
Neue Software vereinfacht Kommunikation
Durch die Software steigt die Wahrscheinlichkeit, bereits im ersten Gespräch mit dem Kunden zu erkennen, welcher Fehler vorliegt und welche Ersatzteile und Werkzeuge nötig sind, um die Anlagen wieder zum Laufen zu bringen.
Während der Reparatur können die Service-Techniker die App nutzen, um mit Kollegen Rücksprache zu halten und Fehler gemeinsam zu analysieren. Für die nötige Sicherheit beim Datenaustausch sorgt eine End-zu-End-Verschlüsselung. Auf die Benutzerfreundlichkeit wurde bei der Entwicklung der Software ebenfalls großer Wert gelegt. So funktioniert die App auch in Umgebungen mit einer sehr niedrigen Datenübertragungsgeschwindigkeit.
Die Nutzer sind bereit
Voraussetzung für den Einsatz ist die Zustimmung des Kunden. Doch diese sind dem Remoteservice gegenüber sehr aufgeschlossen. Ein Beispiel: Kürzlich meldete sich ein Kunde mit einem Maschinenproblem bei der Service-Hotline. Der zuständige Service-Techniker stand in dem Moment nicht zur Verfügung. Weil der Kunde sofort Hilfe wünschte, sprang ein Kollege aus einem anderen Produktbereich ein.
Bereits nach zwei Stunden traf der Techniker beim Kunden ein, holte sich Unterstützung über den Dienst bei den Experten der Hotline und fand eine Lösung. Nach weiteren 20 Minuten war das Problem behoben.
Wird solch eine Lösung künftig flächendeckend eingesetzt, dürften viele Anwender von kürzeren Service-Einsätzen profitieren. Bereits im Jahr 2020 vergingen deutschlandweit durchschnittlich weniger als 20 Stunden zwischen dem Anruf bei der Fanuc-Hotline und dem Eintreffen eines Service-Technikers vor Ort.
(Der Techniker oder Anwender vor Ort sendet per App Dateien und ergänzende Texte.Bild: Fanuc)
Servicelevel erhöhen durch Einsatz von Remoteservice
Im Schnitt waren die Einsätze nach weniger als 28 Stunden erfolgreich abgeschlossen, was auch an einer hohen Ersatzteilverfügbarkeit von 99,98 Prozent lag. Mit der neuen Technik könnte sich dieser Wert mittelfristig auf unter 24 Stunden reduzieren lassen. Der erfolgreiche Einsatz in Deutschland könnte zudem weltweit Schule machen: Auch die Firmenzentrale in Japan sowie andere Niederlassungen prüfen derzeit eine Nutzung der Software, um den Service weltweit weiter zu beschleunigen.
Im Gespräch
Wie unterstützt Ihr neuer Remoteservice Fertigungsunternehmen?
(Rolf Urban, Business Development Manager, Customer Service Fanuc Europe. Bild: Fanuc)
Rolf Urban: Wir haben im Herbst 2020 begonnen, den Fanuc-Assisted-Reality-Remote-Service (FAR) anzubieten. Seitdem haben wir die Softwarelösung eingesetzt, um eine Auswahl von Kunden in verschiedenen Branchen in ganz Europa zu unterstützen. Da es sich dabei um ein brandneues Software-Tool handelt, sind wir noch dabei, den Anwendern die Vorteile aufzuzeigen und die Akzeptanz zu fördern. Da das Tool hilft, den Service zu beschleunigen, sind diese jedoch begeistert und wollen es auch in Zukunft einsetzen. Insgesamt sehen wir einen deutlichen Trend zu Remoteservice-Lösungen, wobei immer mehr Anbieter auf den europäischen Markt drängen.
Hat die Coronavirus-Pandemie eine Rolle bei der Entwicklung gespielt?
Urban: Wir haben den Wert von Remote-Service-Lösungen bereits vor einigen Jahren erkannt – die Entwicklung von FAR begann bereits 2017. Der Grund, warum diese so lange gedauert hat, war die Bedeutung, die wir der Auswahl des optimalen Softwarepartners beigemessen haben. Unser Ziel war es, unseren Kunden die besten Funktionalitäten und die höchste Sicherheit zu bieten, auch in Umgebungen mit geringer Bandbreite. In der Endphase des Projekts, als wir uns auf einen Softwarelieferanten festgelegt hatten, kam bereits die Covid-19-Krise. Dies trug dazu bei, den Rollout weiter zu beschleunigen. Viele unserer Kunden waren sehr daran interessiert, während der Pandemie Fernsupport zu erhalten, insbesondere in Regionen mit strengen Reisebeschränkungen.
Stand: 16.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die WIN-Verlag GmbH & Co. KG, Chiemgaustraße 148, 81549 München einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://kontakt.vogel.de/de/win abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.
Inwiefern steigert so ein Remoteservice die Effizienz im Vergleich zu persönlichen Besuchen?
Urban: Wir können damit eine umfassende Ferndiagnose durchführen, bevor wir unsere Servicetechniker vor Ort schicken. Zudem können wir die Techniker auch während ihres Außendienstes aus der Ferne unterstützen oder sogar dem Anwender direkten Support leisten, um ihm bei der Behebung des Problems zu helfen. In vielen Fällen hat diese Fähigkeit bereits dazu beigetragen, Ausfallzeiten zu reduzieren. Dank der verbesserten Ferndiagnose musste der Techniker in einigen Fällen nicht gar nicht den Kundenstandort aufsuchen. Das hilft, Kosten zu sparen, da wir einfache Probleme oder Bedienungsfehler so schnell beheben können. In einem Fall nutzte unsere französische Tochtergesellschaft in der Nähe von Paris den Dienst, um einen Roboter zu reparieren, der sich in Neukaledonien, einer abgelegenen französischsprachigen Insel im Südpazifik, befand. Diese Aktion ersparte dem Techniker eine Überseereise und der Kunde konnte den Roboter trotz der strengen Covid-19-Reisebeschränkungen weiter nutzen.
Wie gewährleisten Sie die Sicherheit des Remote-Services?
Urban: Wie erwähnt ist die Sicherheit für uns und für die Anwender ein sehr wichtiges Kriterium. Daher spielte es auch bei der Auswahl des Softwarepartners eine große Rolle. Unsere Lösung erfüllt alle Sicherheitsaspekte von Benutzer-ID und Passwort über SIP-TLS-Verschlüsselung und AES-128-Medienverschlüsselung bis hin zur ISO 27001-Zertifizierung.
Der Autor Martin Miksche ist Serviceleiter bei Fanuc Deutschland.