Nachhaltigkeit Rechenzentren unter Strom: Sechs Schritte zu mehr Nachhaltigkeit

Verantwortliche:r Redakteur:in: Stefan Girschner 3 min Lesedauer

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KI bietet enorme Chancen für Wirtschaft und Gesellschaft. Allerdings steigen durch die wachsende KI-Nutzung auch der Energiebedarf der Rechenzentren. Die Branche steht vor der Aufgabe, Nachhaltigkeit nicht nur als ökologische Notwendigkeit, sondern auch als Geschäftsstrategie zu begreifen.

(Bild:  © Amjad/stock.adobe.com - generiert mit KI)
(Bild: © Amjad/stock.adobe.com - generiert mit KI)

Der rasante Aufstieg künstlicher Intelligenz treibt den Energieverbrauch von Rechenzentren immer weiter in die Höhe und gefährdet globale Nachhaltigkeitsziele. Deloitte prognostiziert, dass Rechenzentren im Jahr 2025 für 2 Prozent des weltweiten Stromverbrauchs verantwortlich sein werden, das entspricht etwa 536 Terawattstunden (TWh). Mit der wachsenden Verbreitung von KI und anderen energieintensiven Anwendungen wird erwartet, dass sich dieser Wert in nur fünf Jahren auf 1.065 TWh verdoppelt. Laut Bitkom entfallen in Deutschland heute schon 15 Prozent der Rechenleistung auf KI-Anwendungen, bis 2030 werden es voraussichtlich 40 Prozent sein.

Damit steigen auch die Emissionen. Um Nachhaltigkeitsbekenntnisse umzusetzen, müssen Betreiber drei zentrale Herausforderungen direkt angehen: die negativen Umweltauswirkungen des KI-Wachstums durch neue Nachhaltigkeitsstrategien abmildern, den Fokus auf Scope-3-Emissionen legen und Berichts- sowie regulatorische Anforderungen erfüllen. Nachfolgend werden sechs Wege aufgezeigt, wie diese Hürden gemeistert werden können.

1. Rechenzentren auf Effizienzsteigerungen prüfen

Die Betreiber von Rechenzentren sollten ihre aktuellen Abläufe gründlich monitoren und evaluieren. Die Identifizierung von Ineffizienzen bei Kühlsystemen, Serverauslastung und Energiemanagement kann den Weg für erhebliche Optimierungen ebnen.

2. Rechenzentren: Infrastruktur modernisieren

Der Umstieg auf energieeffiziente Infrastrukturen ist entscheidend. Moderne Server, fortschrittliche Kühlsysteme und erneuerbare Energiequellen sind für Nachhaltigkeit unerlässlich. Auch eine Planung, die den Blick von Anfang an auf Energieeffizienz legt, kann den CO2-Fußabdruck erheblich reduzieren. Aber auch die Nachrüstung älterer Anlagen mit neuen Technologien kann Energie einsparen. So lässt sich der Energieverbrauch beispielsweise durch den Einsatz von Liquid Cooling anstelle von herkömmlicher Luftkühlung senken.

3. Kooperation mit Lieferanten, die die Dekarbonisierung priorisieren

Nachhaltigkeit ist nicht im Alleingang erreichbar. Ein erheblicher Teil des CO2-Fußabdrucks eines Unternehmens stammt aus den Aktivitäten von Lieferanten und Partnern. Durch die Zusammenarbeit mit Lieferanten, die sich der Dekarbonisierung ihrer Lieferketten verschrieben haben, können Betreiber Scope-3-Emissionen – die größte Quelle von Treibhausgasen für Unternehmen – wirksam angehen. Lieferanten, die Umweltproduktdeklarationen bereitstellen, ermöglichen es Rechenzentrumsbetreibern, ihre Scope-3-Emissionen besser zu kontrollieren und eine nachhaltigere Zukunft zu gestalten.

4. Fortschrittliche Reporting-Tools nutzen

Unternehmen müssen ihre Abläufe überwachen und steuern können, um ihren Energieverbrauch effektiv zu kontrollieren. Diese Tools erfassen und analysieren Daten und automatisieren Aufgaben zur Leistungsoptimierung. Echtzeitüberwachungssysteme ermöglichen es Betreibern, Ineffizienzen zu erkennen und umgehend Korrekturmaßnahmen zu ergreifen.

5. Rechenzentren: Optimierter Ressourceneinsatz mit KI

Ironischerweise kann KI Teil der Lösung für die Nachhaltigkeitsprobleme sein, die sie verursacht. Algorithmen des maschinellen Lernens können den Ressourceneinsatz optimieren, die Effizienz steigern und Wartungsbedarf vorhersagen, wodurch Abfall und Emissionen reduziert werden. Predictive Analytics kann auch den Energiebedarf prognostizieren, was eine bessere Integration erneuerbarer Energien ermöglicht und die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen minimiert.

6. Kontinuierliche Überprüfung der Prozesse

Nachhaltigkeit ist ein fortlaufender Prozess. Es ist essenziell, die Abläufe kontinuierlich zu überprüfen und bei Bedarf Anpassungen vorzunehmen. Betreiber sollten einen Zyklus aus Bewertung, Innovation und Umsetzung etablieren, um Herausforderungen und Chancen stets einen Schritt voraus zu sein. Das Benchmarking mit Branchenstandards und die Übernahme von Best Practices helfen, Fortschritte auf dem Weg zur Nachhaltigkeit zu sichern.

Vincent Barro Schneider Electric Rechenzentren
Vincent Barro ist Vice President Secure Power DACH bei Schneider Electric.
(Bild: Schneider Electric)

Wer jetzt in innovative Lösungen investiert, kann Effizienz und Klimaschutz vereinen – und so die Chancen der digitalen Zukunft verantwortungsvoll nutzen. „Nachhaltigkeit ist längst kein Nice-to-have mehr, sondern die Voraussetzung, um die digitale Transformation langfristig erfolgreich zu gestalten“, erklärt Vincent Barro, Vice President Secure Power DACH bei Schneider Electric, Anbieter von nachhaltiger Infrastruktur für Rechenzentren. Das Lösungsportfolio umfasst 19-Zoll-Racks, USV-Systeme, Stromversorgungslösungen, Kühllösungen für Serverräume sowie das gesamte digitale Gebäudemanagement für Rechenzentren inklusive Steuerung, Software und Services.

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