Insellösungen wichen bei SMS Maschinenbau schon vor etlichen Jahren einer übergreifenden Geschäftssoftware. Doch bei der angestrebten Komplettintegration dieser Software stießen die Verantwortlichen zuletzt an Grenzen. Eine Projektmanagement-ERP-Software, explizit zugeschnitten auf die Losgröße 1+, ist seit 2020 die Lösung der Wahl.
(Quelle: SMS)
Projektmanagement-ERP im Einsatz: Bereits 1995 erkannten die Gründer des Albstädter Maschinenbauers SMS den wachsenden Bedarf an elektronischer Steuerungstechnik für Werkzeugmaschinen. So startete das junge Unternehmen zunächst als Nachrüster älterer mechanischer Gewindeschleifmaschinen mit moderner CNC-Technik. Ab 2013 kam dann als zweites Standbein die Entwicklung und Herstellung eigener Gewindeschleifmaschinen hinzu.
Alle Prozesse integriert: Projektmanagement-ERP
Die Kernforderung an die neue Business-Software war, dass sie sämtliche Geschäftsprozesse rund um Termin- und Kapazitätsplanung, Arbeitszeiterfassung und Materialwirtschaft komplett und zentral abbilden können muss. Neben der Durchgängigkeit der Software lag der Fokus von ERP-Projektleiter Andreas Stolzenburg auf den Anforderungen der „Losgröße 1+“.
Das Produktspektrum der Schwaben reicht von hochflexiblen Universal-Gewindeschleifmaschinen bis hin zu vollautomatisierten Einzweck-Gewindeschleifmaschinen für die Massenproduktion. Dabei basieren die Maschinen einiger Produktlinien auf einem jeweils identischen Aufbau, während es sich bei vielen anderen Maschinentypen um Unikate handelt. ERP-seitig anspruchsvoll ist auch, dass es durch die sehr individuellen Bedürfnisse der Maschinenabnehmer immer wieder erforderlich ist, Teile oder Baugruppen auch in späten Stadien der laufenden Fertigung noch austauschen zu können.
Wachsende Stückliste entscheidend
Hier spielt im Wesentlichen die Funktion „wachsende Stückliste“ hinein, die im Rahmen der fertigungsbegleitenden Konstruktion unabdingbar ist. Wie in der Einzel-, Auftrags- und Variantenfertigung üblich, ist auch bei SMS die letztliche Ausprägung des zu fertigenden Produkts bei der Auftragserteilung meist noch nicht vollständig bekannt. Dadurch müssen wichtige Wertschöpfungsprozesse wie Konstruktion, Beschaffung und Produktion parallel zueinander stattfinden, um die Finanzierung der Aufträge zu sichern und marktfähige Lieferzeiten zu ermöglichen.
Dies war mit ein Grund das die Wahl auf das Projektmanagement-ERP des Anbieters ams.solution fiel, das auch sonst die Anforderungen erfüllte. Versionssicher bildet die Software alle Änderungen ab, die sich aus der fortlaufenden Konstruktion ergeben. Da sie auftragsbezogene ERP-Buchungen direkt mit der Auftragsstückliste verknüpft, erfahren die Projektbeteiligten in Fertigung, Beschaffung und Montage in Echtzeit, welche Arbeiten bereits ausgeführt wurden und welche weiterführenden Arbeitsschritte wann anstehen.
Ein weiterer Vorteil des Zuschnitts der Projektmanagement-ERP-Software auf die Losgröße 1+ ergibt sich daraus, dass Sonderteile auch ohne Artikelnummern als sogenannte O-Teile durch den gesamten Auftrag geführt werden können, wodurch sich die Pflege des Artikelstamms auf die tatsächlich wiederverwendeten Teile beschränkt.
(Pro Jahr fertigt das Albstädter Unternehmen circa 30 neue Maschinen, die zu 60 Prozent ins weltweite Ausland gehen. Der Umsatz liegt bei rund 19 Millionen Euro. Bild: SMS)
Mitlaufende Kalkulation
Mit Blick auf das gesamte Unternehmen sorgt ams.erp für höhere Prozesseffizienz und mehr Kostentransparenz. Es beginnt damit, dass das System angenommene Angebote automatisch in Aufträge wandelt. Zudem liefert die Funktionalität der mitlaufenden Kalkulation in Echtzeit präzise Informationen darüber, in welche Richtung sich die Projektkosten entwickeln – unter Berücksichtigung aller Budget- und Solldaten. Dabei erfolgt der Abruf der Daten ad hoc und erfordert keine langwierigen Batch- oder Nachtläufe.
Andreas Stolzenburg führt weitere konkrete Bereiche an, in denen das Unternehmen profitiert: „Wir können präzise ermitteln, wie viele Maschinen sich im Auftragseingang befinden und wie viele Serviceeinsätze wir im In- und Ausland mit welchem Kosten- und Personalaufwand gefahren haben. Und wir kennen den exakten Lagerbestand und können berechnen, in welchen Fällen sich die Eigenfertigung rentiert.“ Der letzte Punkt gewinnt bei SMS zunehmend an Bedeutung: 2019 fiel die Grundsatzentscheidung, Frästeile wenn möglich selbst zu produzieren. 2021 waren es, nach erst anderthalb Jahren der Anwendung dieser Praxis, bereits 1.000 Aufträge, die intern übernommen werden konnten. Dies entspricht zehn Prozent des Gesamtvolumens – Tendenz steigend. „Aufgrund der vom ERP-System gelieferten Zahlen können wir die Rentabilität der Eigenfertigung sehr genau bewerten und gesichert entscheiden, ob wir eine weitere CNC-Fräsmaschine hinzukaufen“, ergänzt Stolzenburg.
(Seit 1995 rüstet SMS hochflexible Universal- bis hin zu vollautomatisierten Einzweckgewindeschleifmaschinen für die Massenproduktion aus. Bild: SMS)
Auch bei der Kapazitäts- und Terminplanung kommt die Geschäfts-Software zum Einsatz. Genutzt wird die Grobplanung des Systems. Dabei wird pro Maschinentyp das grobe Gerüst in einem Terminplan erstellt, der dann über die Stücklisten pro Baugruppe gefüllt und verknüpft wird. Im Rahmen der Betriebsauftragsbesprechung werden die vorhandenen Kapazitäten bewertet und die Beteiligten eruieren, in welchem Zeitkorridor ein konkreter Auftrag platziert werden kann. Passt der Termin, wird der Auftrag verbindlich eingeplant. Etwaige Terminverschiebungen, die sich beispielsweise bei Fehlteilen ergeben können, werden direkt über die Grafik des Kapazitäten-Pools eingespielt.
Stand: 16.12.2025
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Damit ist unmittelbar ersichtlich, welche Auswirkungen es hat, wenn die Fertigung einer bestimmten Baugruppe drei Wochen nach hinten geschoben werden muss. „Wenn wir eine Baugruppe verschieben, ergeben sich daraus natürlich gewisse Folgeabhängigkeiten, was bedeutet, dass sich andere Baugruppen eventuell ebenfalls nach hinten verschieben können. Im System werden sie dann jedoch automatisch anders terminiert“, sagt Stolzenburg, der sich von diesem Verfahren langfristig eine deutliche Reduzierung der Fehleranfälligkeit und eine höhere Genauigkeit gegenüber dem vorherigen Einsatz von Excel verspricht.
(Auch Hinterschliffmess-, Profilier- sowie Hinterdrehmaschinen liefert der Spezial- Maschinenbauer neben dem Kerngeschäft, den Gewindeschleifmaschinen, aus. Bild: SMS)
Produktkonfigurator: Sichere Angebote
Um die Angebotserstellung speziell der hochindividuellen Maschinen zu beschleunigen und zu vereinheitlichen, kommt in Kürze der integrierte Produktkonfigurator des ERP-Systems verbindlich zum Einsatz. Damit wollen die Verantwortlichen erreichen, dass der Vertrieb die Maschinen auch ohne unmittelbare Unterstützung der Konstruktion verkaufen kann, die laut Stolzenburg bislang fast immer erforderlich war. Die künftige Formel lautet: Kann eine Maschine nicht über den Produktkonfigurator zusammengestellt werden, sollte der Vertrieb zuerst die Machbarkeit mit der Konstruktion abklären.
Damit fungiert der Produktkonfigurator als ein Kontrollorgan zur Plausibilitätsprüfung. Umgekehrt gilt: Lässt sich eine Maschine über den Produktkonfigurator verkaufen, können relativ fixe Liefertermine genannt werden. „Über den Konfigurator“, so Andreas Stolzenburg, „wollen wir die Vertriebler in die Lage versetzen, die Maschinen auf Knopfdruck verkaufen zu können. Weil auch die Stückliste dann bereits dahintersteht, können wir in allen Abteilungen früher loslegen.“
Der Autor Guido Piech ist Redakteur bei ams.solution.