"AddiQ" fördert industrielle 3D-Druck-Techniken Additives Netzwerk für 3D-Druck im Mittelstand

Von Sonotec GmbH & GMBU e.V. 3 min Lesedauer

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Das „Additive Valley“ in Mitteldeutschland nimmt Gestalt an: Das Bündnis „AddiQ“ vereint Unternehmen und Forschung, um innovative 3D-Druck-Lösungen für den Mittelstand zu entwickeln. Schwerpunkte sind Qualität, Prozessoptimierung und branchenübergreifende Kooperation.

Regionalbündnis für industriellen 3D-Druck im Mittelstand startet durch: Prototypen, Werkzeuge und Vorrichtungen kommen jetzt aus dem 3D-Drucker.(Bild:  Sonotec)
Regionalbündnis für industriellen 3D-Druck im Mittelstand startet durch: Prototypen, Werkzeuge und Vorrichtungen kommen jetzt aus dem 3D-Drucker.
(Bild: Sonotec)

Von Komponenten und Ersatzteilen für Maschinen und Anlagen über elektrostatisch abgeschirmte Transportbehältnisse, Großbauteile für Automotive, Schienen- und Luftfahrzeuge bis zu patientenspezifischen Medizinprodukten aus dem Drucker: Das Innovationsbündnis „AddiQ“ aus zehn mitteldeutschen Unternehmen, drei Forschungseinrichtungen und zwei Hochschulen hat das Ziel, additiven Fertigungstechniken endlich zu einer breiten industriellen Anwendung im Mittelstand zu verhelfen.

Bisher kein echter Durchbruch von 3D-Druck in der Produktion

Bislang verhindern eine Vielzahl ungelöster Qualitätsprobleme im Spannungsfeld von Material, Prozess und Daten sowie fehlende Normen und Standards einen echten Durchbruch von 3D-Druck in der Produktion. „Zu Einzelaspekten wird vielerorts geforscht, existieren auch gute Insellösungen; wir brauchen aber ein industrielles All-inclusive-Programm entlang der kompletten technologischen Kette“, fasst Konsortialführer Hans-Joachim Münch von der Sonotec GmbH die Strategie des Bündnisses zusammen.
Seit Ende 2023 bündelt das besonders im südlichen Sachsen-Anhalt präsente Netzwerk deshalb Know-how und Kapazitäten der Region in fünf Verbundprojekten mit Dutzenden Forschungs- und Entwicklungsvorhaben. Langfristig soll hier eine Art „Additive Valley“, ein mitteldeutsches Kompetenzzentrum mit europaweiter Strahlkraft entstehen. Fördermittel aus dem Programm RUBIN des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt helfen dabei.

Weitreichende Optimierungseffekte angestrebt

Von der Materialauswahl, dem Handling großer Datenmengen über die Prozessüberwachung bis zum Postprocessing, zur Normung, Zertifizierung und selbst der Weiterbildung: So groß wie die Herausforderungen sind auch die Chancen. Das neue, kohärente Herangehen an die industriesichere Gestaltung der additiven Fertigung soll branchenübergreifend gravierende Optimierungseffekte im Produktionsablauf, beim Gewicht der Erzeugnisse, den Kosten und Lieferzeiten bringen. Komplette konventionelle Fertigungsschritte und Baugruppen können perspektivisch entfallen, Produkte mit völlig neuen Eigenschaften und Funktionen entstehen.

Herausforderungen und Fortschritte beim 3D-Druck

Probleme und Erfolge auf dem Weg zu Produkten mit exakt definierten Eigenschaften in stetig gesicherter Qualität bei durchgängiger Rückverfolgbarkeit diskutierten die Bündnispartner kürzlich in Halle (Saale) mit zahlreichen Vertretern von Industrie und Forschung aus dem gesamten Bundesgebiet. Zu den beim ersten AddiQ-Anwenderforum vorgestellten Projekten gehörten beispielsweise elektromagnetisch abschirmende Materialien auf Polymerbasis für den Messgerätebau mit leitfähigen, kostengünstigen Kohlenstoff-Nanoröhren und Carbonfaserverstärkung, die bei reduziertem Gewicht eine Zusatzschirmung ersparen sowie schnelle und einfache Produktanpassungen ermöglichen. Oder elektrostatisch ableitende Verpackungen, miniaturisierte Heizsysteme und funktionsintegrierte Gehäuse für Analysenmessgeräte.
Weitere Schwerpunkte unter anderem: die multiaxiale Teilefertigung für medizinische Orthetik, die Herstellung großer Bauteile für das Transportwesen in oft geringen Stückzahlen sowie die akustische oder wärmebildbasierte Material- und Prozessüberwachung bei der Kleinserienfertigung von Bauteilen unter Einbeziehung von KI. Den roten Faden sämtlicher Vorhaben bildet das kompromisslose Streben nach durchgängiger Qualitätssicherung in der Fertigung.

<p>Das Bild zeigt AddiQ-Verbundprojektleiter Dr. Oliver Neudert, Gesellschaft zur Förderung von Medizin-, Bio- und Umwelttechnologien e.V. <p>
Verbundprojektleiter Dr. Oliver Neudert (Gesellschaft zur Förderung von Medizin-, Bio- und Umwelttechnologien e.V.) bereitet die Prozessüberwachung an einem Granulat-3D-Drucker vor.
(Bild: GMBU)

"Zukunftsträchtige Additiv-Lösungen schaffen"

Mit dieser Prämisse will das AddiQ-Netzwerk seine Zusammenarbeit auch nach dem Ende der geförderten Phase fortsetzen. Und setzt schon jetzt massiv auf Kooperation mit mittelständischen Unternehmen und Forschungseinrichtungen 3D-affiner Branchen wie Maschinenbau, Elektronik, Medizintechnik oder Mobilität. „Sie können ihre spezifischen technologischen Ansätze und Fragestellungen einbringen, um gemeinsam mit uns zukunftsträchtige Additiv-Lösungen zu schaffen“, sagt Dr.-Ing. Klaus Krüger, Vorstandsvorsitzender der ebenfalls in das Bündnismanagement eingebundenen Gesellschaft zur Förderung von Medizin-, Bio- und Umwelttechnologien e.V. (GMBU).

Vom Bahnwaggon bis zum Medizinprodukt: Beim Fraunhofer-Institut für Mikrostruktur von Werkstoffen und Systemen IMWS in Halle entstehen Lösungen für qualitätsgesicherten 3D-Druck großer Kunststoffbauteile.(Bild:  Fraunhofer IMWS)
Vom Bahnwaggon bis zum Medizinprodukt: Beim Fraunhofer-Institut für Mikrostruktur von Werkstoffen und Systemen IMWS in Halle entstehen Lösungen für qualitätsgesicherten 3D-Druck großer Kunststoffbauteile.
(Bild: Fraunhofer IMWS)

Das Bündnis AddiQ

AddiQ strebt den Aufbau eines Kompetenzzentrums mit nationaler und internationaler Bedeutung für Qualitätssicherung und Digitalisierung in der Additiven Fertigung an. Durch Entwicklungsprojekte zwischen den Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Unternehmen sowie durch den Technologietransfer in die Unternehmen, vornehmlich KMU, die additive Technologien nutzen, sollen die Grundlagen für den Aufbau dieses Kompetenzzentrums erarbeitet werden.

Im Bündnis wollen die Konsortialpartner damit Vorreiter werden, die AF in der Metropolregion Mitteldeutschland und darüber hinaus wirtschaftlich nutzbar zu machen, um neue Anwendungsfelder zu erschließen, welche die Wettbewerbsfähigkeit der mitteldeutschen Region in einer sich im Wandel befindenden Fertigungslandschaft sichert.
 
Das AddiQ-Bündnis, bestehend aus 15 Partnern, strebt an, führend in der Qualitätssicherung additiv gefertigter Bauteile zu werden. Es umfasst 10 industrielle und 5 Forschungs- und Entwicklungspartner, die die regionale Wertschöpfungskette abdecken und in 5 thematische Kompetenzfelder gegliedert sind.

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