Produktionsplanungssoftware: Die Smart Factory in der Blechwelt

Verantwortlicher Redakteur:in: Rainer Trummer 4 min Lesedauer

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Die Vogt Metallverarbeitung hat die Digitalisierung der Blechfertigung mit dem Produktionssystem PiT – Produzieren im Takt von LF Consult umgesetzt. Bei der Einführung sammelte das Unternehmen drei entscheidende Erkenntnisse, die unter anderem zu einer höheren Liefertermintreue führten.

(Quelle:  LF Consult GmbH)
(Quelle: LF Consult GmbH)

Ihren Maschinenpark hat die Vogt Metallverarbeitungs-GmbH aus Rosenberg in den letzten Jahren auf die Fertigung von Blechbaugruppen für den Maschinen- und Anlagenbau ausgerichtet. „Bei einem Besuch von Trumpf in Chicago habe ich mir die Smart Factory angeschaut, weil wir unsere Fertigung digitalisieren wollten“, erklärt Geschäftsführer Peter Vogt. Im Gespräch mit anderen Kunden, die die Fertigungssteuerung TruTops Fab einsetzen, sei er auf das Thema Produktionsplanung und die Produktionsplanungssoftware 3Liter-PPS von LF Consult gestoßen. Das Interesse sei groß gewesen und so habe er nach der Besichtigung in den USA LF Consult ins Werk von Vogt Metallverarbeitung eingeladen.

Transparenter Workflow für die Werkstattfertigung

Ein Schmerzpunkt bei Vogt war die Termintreue, die zuletzt nachgelassen hatte. LF Consult hat hierfür eine Lösung angeboten: Was Toyota einst für standardisierte Produkte mit einer getakteten Fließlinie umgesetzt hat, ermöglicht das Software- und Beratungshaus aus Stuttgart auch Unternehmen mit einer komplexen Produktstruktur und klassischen Werkstattfertigung. Mit PiT – Produzieren im Takt kommen Fluss und Transparenz in die Werkstattfertigung. Hierbei werden Ressourcen getaktet, ganz unabhängig von der Komplexität. Es geht darum, im Spannungsfeld zwischen Bestand und Auslastung eine hohe Termintreue zu erreichen.

Die fehlende Transparenz über die Auslastung der Fertigung war ein Problem für den Unternehmer: „Wir konnten nur nach Bauchgefühl entscheiden, ob der Auftrag noch angenommen werden kann oder nicht.“ Obwohl Peter Vogt sich intensiv mit der Einführung einer Produktionsplanungssoftware beschäftigt hatte, bestand bei ihm eine Unsicherheit, ob er damit auf dem richtigen Weg sei oder ob das Unternehmen nicht besser in eine neue Maschine investieren sollte. Nach der Entscheidung für das Software-Investment folgte die Umsetzung innerhalb von sechs Monaten.

(Das digitale Shopfloor-Management bringt Ruhe und Klarheit in den Ablauf. Bild: LF Consult GmbH)
(Das digitale Shopfloor-Management bringt Ruhe und Klarheit in den Ablauf. Bild: LF Consult GmbH)

Termintreue durch Produktionsplanungssoftware auf 95 Prozent erhöht

Für die Fertigungssteuerung TruTops Fab und Oseon bietet LF Consult aufgrund einer Kooperation eine Standardschnittstelle. Dadurch konnten die Systeme 3Liter-PPS von LF Consult und Oseon von Trumpf bei Vogt schnell angebunden werden. Die Schnittstelle ist erprobt und funktioniert ohne großen Aufwand bei der Konfiguration. Eine Herausforderung war zunächst die Stammdatenqualität, die für die Produktionsplanung oft unzureichend war. Hier musste das Projektteam einen gewissen Aufwand investieren, damit die Datenqualität für die erfolgreiche Anwendung der Produktionsplanung gut genug war.

„Die Projektleitung von LF Consult hat es dank ihrem vorhandenen Know-how im Blechbereich geschafft, unser ganzes Team mitzunehmen. Das routinierte Projektmanagement und der Zeitplan sorgten für schnelle Erfolge. Besonders erfreulich ist, dass wir unsere Termintreue auf durchschnittlich über 95 Prozent erhöhen konnten“, so Vogt. Nun besteht durch die neue Produktionsplanungssoftware Transparenz auch an entscheidenden Stellen, die eine schnelle Zusage von Lieferterminen ermöglicht. Als weiteres wichtiges Kriterium nennt Vogt die Transparenz über die Notwendigkeit von Investitionen in den Maschinenpark.

(Mit der taktorientieren Planung erreicht Vogt Materialfluss und Termintreue.  Bild: LF Consult GmbH)
(Mit der taktorientieren Planung erreicht Vogt Materialfluss und Termintreue. Bild: LF Consult GmbH)

Exzellentes Management durch systemisches Coaching

Bei der Digitalisierung der Produktion geht es nicht nur um die Einführung einer Software. Das Produktionsplanungssystem soll langfristig und positiv im Unternehmen wirken. Das Projekt zur Einführung von PiT – Produzieren im Takt beinhaltet vier Themenfelder, in denen das Unternehmen gecoacht wird:

  1. Das Feld Ziel-Exzellenz zeigt ein klares Zielsystem auf, sowie die Zielentfaltung auf die Merkmale Zeit, Qualität und Kosten.

  2. Bei der Prozess-Exzellenz geht es darum, nach den sogenannten PiT-Prinzipien zu arbeiten und die Software 3Liter-PPS bedienen und anwenden zu können.

  3. Die Verhaltens-Exzellenz schafft Verständnis und führt zur Einhaltung der PiT-Prinzipien. Der Fokus liegt auf der Weiterentwicklung der Mitarbeiter und der Reduzierung von Verschwendung.

  4. Der Baustein Management-Exzellenz beinhaltet das systemische Coaching von Geschäftsführung und Führungskräften zu den Kernpunkten nachhaltige PiT-Regelkommunikation und das Führen anhand von Kennzahlen.

Produktionsplanungssoftware PiT bietet Echtzeittransparenz

Als im Oktober 2022 der Produktivstart des Systems war, war es bei Vogt noch üblich, dass die laufenden Aufträge neu terminiert werden mussten, um einen realistischen Liefertermin zu ermitteln. PiT – Produzieren im Takt ermöglichte in dieser Phase eine strukturierte Abarbeitung des Rückstandes immer mit dem Fokus auf den Termin. „Dadurch waren wir in nur vier Wochen über alle Produktionsbereiche nahezu rückstandsfrei, viel schneller als erwartet“, so Vogt. Die Liefertermintreue hat sich inzwischen bei 95 Prozent eingependelt. Das Produktionssystem PiT – Produzieren im Takt von LF Consult ermöglicht eine Echtzeittransparenz bei den Fertigstellungsterminen für jeden Arbeitsschritt.

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Deutlich reduziert hat sich auch der Abstimmungsaufwand und Störungen der Teamleiter, da beim täglichen Shopfloor-Management (SFM) die Probleme angesprochen und direkt im Team gelöst werden. Transparenz ist das Fundament für das digitale SFM bei Vogt. Auf einen Blick sind der aktuelle Rückstand, der Abarbeitungsgrad und die Auslastung der jeweiligen Produktionsressourcen ersichtlich. Darin sieht der 42-jährige einen weiteren Vorteil: „Engpässe in der Prozesskette werden deutlich: Vor dem Projekt war immer das Abkanten der Engpass, weil die Laseranlage die ganze Zeit Blech geschnitten hat. Nun wurde deutlich, dass der reale Engpass die Schweißerei darstellt.“ Der Vertrieb bei Vogt Metallverarbeitung kann nun gezielter reine Schneid-, Abkant- und Beschichtungsaufträge anbieten.

Der Autor Ulrich Färber ist Geschäftsführer der LF Consult GmbH.

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