Manufacturing Integration Platform Plattform-Architektur für MES: Mehr Flexibilität mit Hydra X und MIP von MPDV

Ein Gastbeitrag von Markus Diesner 5 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Bei Förderbändern denken viele an Laufbänder an Supermarktkassen oder in Skigebieten. Ricon stellt innovative Bänder her, die vornehmlich in Erntemaschinen zum Einsatz kommen und sich durch hohe Komplexität und Fertigungstiefe auszeichnen. Um die Produktion flexibler und effizienter zu bewältigen, setzt Ricon auf das Manufacturing-Execution-System (MES) Hydra X und die Plattform-Architektur der Manufacturing Integration Platform (MIP) von MPDV.

Ricon produziert innovative Bänder für den Einsatz in Erntemaschinen. (Bild:  Ricon)
Ricon produziert innovative Bänder für den Einsatz in Erntemaschinen.
(Bild: Ricon)

Die Ricon GmbH & Co. KG ist innerhalb der Grimme-Gruppe das Kompetenzzentrum für die Konstruktion und Fertigung hochwertiger Sieb- und Fördertechnik. 160 Mitarbeiter fertigen in Rieste (Osnabrücker Land) jährlich 30.000 Bänder in rund 2.000 unterschiedlichen Variationen. Hierbei stehen Qualität und Lieferschnelligkeit im Vordergrund. Losgrößen von eins bis zehn sorgen für große Rüstaufwendungen an den genutzten Sondermaschinen.

„Obwohl im Grimme-Konzern auf IT-Ebene vieles selbst entwickelt wird, war MPDV bereits als zuverlässiger Partner bekannt. Als Ricon mit dem Software­unternehmen ins Gespräch kam und wir erkannten, welche Möglichkeiten sich mit deren Standardapplikationen im Rahmen von Hydra X abdecken lassen, sahen wir zuerst die MES-Lösung und dann die Inte­grationsplattform MIP als Datendrehscheibe für die Zukunft“, erklärt Mario ­Arkenau, Mitglied der Geschäftsleitung bei Ricon. Die Datendrehscheibe von MPDV war der Schlüssel für eine Lösung mit Standards, anstelle selbst programmierter IT-Komponenten.

MPDV und Ricon – Partnerschaft auf Augenhöhe

Ricon hatte die Vision einer papierlosen Fertigung und die durchgehende Digi­talisierung der Prozesse vor Augen. „Als wir von MPDV unsere Lösungen bei Ricon präsentierten, stellten wir schnell fest, dass diese Firma weiterdenkt als andere Unternehmen. Hier hatten wir es mit Fachkräften zu tun, die über architektonische Kenntnisse verfügen und Lösungen skalieren können“, erinnert sich Jens ­Küpper, Account Manager bei MPDV.

Hydra X und die MIP von MPDV sind bei Ricon heute nicht mehr aus der Produktion wegzudenken.(Bild:  Ricon)
Hydra X und die MIP von MPDV sind bei Ricon heute nicht mehr aus der Produktion wegzudenken.
(Bild: Ricon)

Ricon erkannte, dass sich mit der Plattform-Architektur der MIP viel mehr erreichen lässt als mit einem klassischen MES-System. Besonders mit der MIP konnte man sich eine Standardsoftware als Basis für Individualisierung ins Haus holen. Gleichzeitig bietet sie umfangreiche Funktionen und Zugriff auf einen umfassenden Marketplace mit einer Vielzahl von Manufacturing-Apps (mApps) sowie die Möglichkeit der Integration eigener Anwendungen. „Diese Flexibilität ist für Ricon von großem Vorteil, da wir auch künftig Eigenentwicklungen implementieren müssen, welche sowohl auf das ERP-System als auch auf unsere Spezialfertigung zugeschnitten sind. Die positiven Rückmeldungen von anderen MPDV-Anwendern bestätigten unsere Entscheidung. Sie gaben uns Sicherheit und ein gutes Gefühl, auf den richtigen Partner für diesen großen Schritt in Richtung Digi­talisierung und Vernetzung zu setzen“, so Mario Arkenau. Ricon hat sich auch für die MIP und Hydra X entschieden, da in diesen Lösungen der digitale Zwilling der Produktion bereits existiert.

Schrittweiser Roll-out in die laufende Produktion

In der Pilotphase wurde zunächst das ­Hydra-X-Order-Management eingeführt, um erste Analysen und Auswertungen fahren zu können. „Für uns war die BDE-Funktion ­(Betriebsdatenerfassung) im Order-Management von Hydra X zentral. Das erforderte aber, dass die Zeichnungen digital zur Verfügung standen, mit einer Umgewöhnung an der Werkbank. Nach dem Roll-out führten wir die MDE (Maschinendatenerfassung) ein, um die Prozesse besser zu erfassen. Angebunden wurden dafür sowohl eine OPC-UA-fähige S7-Steuerung als auch eine ältere Sondermaschine, die wir mit einem eigenen Controller nachgerüstet haben, berichtet Mario Arkenau.

Die Vernetzung von BDE- und MDE-Informationen bringt viel Transparenz in die Produktionsprozesse. In engem Austausch mit dem Betriebsrat wurde anhand von Pilotressourcen erarbeitet, welche Daten zu erfassen und auszuwerten sind. Im Anschluss erfolgte der Roll-out über die gesamte Produktion.

Heute ist das Order-Management von Hydra X vollumfänglich bei Ricon ausgerollt und nicht mehr aus dem Produktionsablauf wegzudenken. Das Resource-Management wird im Laufe des Jahres folgen. Das Ergebnis: Der komplexe Fertigungsablauf wurde schlanker in der Abwicklung, bei gleichzeitiger Erhöhung der Transparenz.

Plattform-Architektur: Projektziele nach kurzer Zeit erfüllt und übertroffen

Mit der Implementierung von Hydra X konnte Ricon bereits viele Ziele erreichen.(Bild:  Ricon)
Mit der Implementierung von Hydra X konnte Ricon bereits viele Ziele erreichen.
(Bild: Ricon)

Der Sieb- und Fördertechnik-Spezialist hatte sich für den Umstieg auf die Integrationsplattform MIP von MPDV ambitionierte Projektziele gesetzt und konnte diese erreichen. „Über Produktparameter können wir jetzt die optimale Reihenfolge im Produktionsablauf festlegen. Dank der Digitalisierung reagiert das System jetzt auch situativ, was wir schon in der Pilotphase getestet haben. Dazu nutzen wir die MIP als Kernbasis und für Sonderprogrammierungen das Ricon-Spezialwissen. Daraus entwickelten wir beispielsweise eigene mApps und implementierten sie selbst“, sagt Mario Arkenau.

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung

In den ersten Fertigungsbereichen arbeitet das Unternehmen bereits papierlos, was schrittweise auf alle Bereiche übertragen wird. Bereits jetzt müssen die Werker sich weniger bewegen, und man kann schneller auf Veränderungen reagieren. Alle Einzelteile lassen sich nun in der Produktion in der richtigen Reihenfolge bereitstellen und so die Rüstzeiten reduzieren. Letzteres ist entscheidend, da so die hohen Rüstzeiten mit Drei-Tages-Slots abgefedert werden.

Den Systemstandard vollumfänglich einhalten

Anhand der Reihenfolgenlogik hat MPDV den Standard bereits im Pilotprojekt aktiv getestet und erkannte dabei, dass Hydra X als Standard im Verbund mit den angebotenen mApps praktisch sämtliche Spezialitäten abdeckt. Ricon konnte, entgegen ursprünglichen Erwartungen, den Systemstandard bis heute vollumfänglich einhalten. Dank Hydra X hat das Fertigungsunternehmen bereits einen Teil der Komplexität aus dem ERP nehmen und auf die Spezial-BDE-Lösung verzichten können. „Vermutlich verlagern wir künftig vieles aus dem ERP ins Hydra X und führten es im MES aus. Damit lässt sich die Flexibilität zusätzlich erhöhen, Zeit sparen und gebundene Ressourcen freisetzen“, ist sich Mario Arkenau sicher.

Fruchtbare Zusammenarbeit von MPDV und Ricon: Hydra X und Plattform-Architektur MIP im Einsatz

Mario Arkenau bewertet die Zusammenarbeit mit MPDV durchweg positiv und sieht das große Mittelstandsunternehmen Grimme als idealen Kunden für Hydra X. „Die Umstellung auf die MES-Lösung war die richtige Entscheidung und MPDV der beste Partner für diesen großen Schritt. Und wir haben noch nicht mal im Ansatz das Potenzial genutzt, das uns Hydra X und die MIP bieten. Ich freue mich riesig darauf, dieses Potenzial zu entdecken und zu beweisen, dass die Entscheidung für Hydra X noch viel mehr bedeutet als nur Tablets für die Werker an ihren Arbeitsplätzen“, zieht Mario Arkenau ein positives Fazit.

Der Autor Markus Diesner ist Principal Marketing bei MPDV.