Operational Excellence: Von der Magnettafel zum Echtzeit-Dashboard

Verantwortlicher Redakteur:in: Rainer Trummer 4 min Lesedauer

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Pankl Racing Systems will mit einer flächendeckenden digitalen Abbildung der Produktion seine Operational Excellence steigern. Die besondere Herausforderung bei der Umsetzung liegt in den großen Datenmengen und in der Unabhängigkeit von Drittanbietern bei späteren Anpassungen.

(Quelle:  Pankl Racing Systems AG)
(Quelle: Pankl Racing Systems AG)

Operational Excellence beim Traditionsunternehmen: Die 1985 gegründete Pankl Racing Systems AG ist ein international tätiger Hersteller von mechanischen Systemen im Hochtechnologiebereich für dynamische Komponenten in den Nischenmärkten der Rennsport-, Luxusautomobil- und Luftfahrtindustrie. An weltweit sieben Standorten betreuen rund 2.200 Mitarbeiter Kunden wie Ferrari, Porsche, McLaren und Airbus.

Anzeige der Produktionsfortschritte

In der Produktion gibt es eine Magnettafel mit ausgedruckten Listen, in die die Mitarbeiter im Zweistunden-Takt händisch den Produktionsfortschritt eintragen. Bei Schichtende wird diese Liste an die Produktionsplanung übergeben und in Excel übertragen. Lediglich Schicht- und Produktionsleiter erhalten eine visuelle Aufbereitung der Daten. Eine Analyse der Ursachen von Verzögerungen findet im Nachhinein und damit verspätet statt und ist nicht immer zielgenau. Darüber hinaus ist dieses System aufwendig und fehleranfällig.

Mario Pichler, Head of Automation bei Pankl Racing Systems, erklärt hierzu: „Wir brauchten eine zentrale Darstellung der aktuellen Produktionsdaten auf einem Andon-Board, um den nächsten großen Schritt zur Operational Excellence zu gehen. Mitarbeiter sollten in Echtzeit den Status ihrer Anlage sehen können: Was läuft hier und jetzt auf meiner Maschine? Die auszuwählende Lösung sollte außerdem zum Standard in unserem Konzern werden, um nicht mit einer großen Anzahl verschiedener Systeme zu arbeiten.“

Operational Excellence: Testen der Funktionalitäten vor dem Kauf

Das Unternehmen strebt nach einem möglichst geringen personellen und finanziellen Aufwand bei der Datenanbindung und -visualisierung. Weitere Kriterien sind die Flexibilität und Unabhängigkeit vom Partner. „Es sollte einfach und schnell umsetzbar sowie inhouse leicht anpassbar sein, ohne IT-Ressourcen zu beanspruchen“, betont Pichler. Das Team testete mehrere Angebote, die sich als zu kompliziert erweisen und umfangreiche Schulungen erfordern. „Bei Peakboard hingegen konnte ich kostenlos den Designer downloaden und alles sofort testen, auf Aussagen von Verkäufern oder Produktdemos war ich nicht angewiesen. Die bereitstehenden Tem­plates zeigten dann schon sehr deutlich, was möglich ist“, berichtet Pichler. „Bis ins Scripting hinein konnte ich nachvollziehen, wie Aufgaben gelöst wurden, obwohl ich von Haus aus kein Programmierer bin. Wo ich konkrete Unterstützung brauchte, war der Support sehr hilfsbereit, auch schon bevor wir zum Kunden wurden.“

(Anstelle einer Magnettafel bieten Andon-Boards Operational Excellence in der Produktionshalle von Pankl Racing Systems. Bild: Pankl Racing Systems AG)
(Anstelle einer Magnettafel bieten Andon-Boards Operational Excellence in der Produktionshalle von Pankl Racing Systems. Bild: Pankl Racing Systems AG)

Vom ERP über eine SQL-Datenbank ins Dashboard

Das Business-Application-Team von Pankl begann damit, die Datenbasis herzustellen und eine SQL-Datenbank zu programmieren, um nicht direkt auf das ERP zugreifen zu müssen. Seitens der IT stellte dies die bevorzugte Lösung dar, da sie die Daten jetzt in ein separates System einspielen konnte und ab dieser Stelle nicht mehr involviert war. Die zu verarbeitende Datenmenge umfasst etwa 15.000 Zeilen, die das Unternehmen vorab reduziert. Mehr als die Hälfte des Dashboards designte Pichler selbst, für den Rest führte Pankl einen Workshop mit Peakboard durch.

Aktuell sind an zwei Standorten insgesamt sechs Peakboard-Boxen und vier Peakboard-Edge-Systeme installiert, die 20 Produktionslinien beziehungsweise -prozesse digital abbilden und auch das Einspeisen von Informationen erlauben, die noch nicht digital vorliegen. Die Mitarbeiter sehen den aktuellen Auftrag und dessen Sollvorgabe, die aktuelle Stückzahl, den prozentualen Fortschritt, den Maschinenstatus wie auch die Gründe für Maschinenstillstände, die über eine interaktive Eingabemaske im ERP auf das Dashboard gelangen. Die Displays befinden sich, zentral erhöht montiert, im jeweiligen Produktionsabschnitt und aktualisieren alle zehn Minuten die Daten, die die Mitarbeiter auch aus dem Homeoffice abrufen können. Ein Mainscreen gibt einen Überblick, drei weitere Bildschirme ergänzen die Informationen mit wichtigen Details.

Die Vorgesetzten und Betriebsleiter waren von dem System sofort überzeugt. „Wir waren so begeistert von den Möglichkeiten, dass wir 25 Visualisierungen auf einem Bildschirm nacheinander durchblättern ließen. Peakboard hatte uns davon abgeraten, aber wir wollten es einmal ausprobieren“, beschreibt Pichler die ersten Erfahrungen. „Das System war überladen. Unsere Leute mussten lange warten, bis sie ihre Maschine sehen konnten. Jetzt haben wir eine Visualisierung, die sofort und so groß wie möglich den Status quo der wichtigsten Parameter anzeigt.“ Das trifft den Bedarf der Schichtleiter, die jetzt auch aus der Ferne die für sie notwendigen Informationen jederzeit auf einen Blick erkennen können. „Hätten wir diesen Fehler mit einer klassischen Lösung begangen, wäre es ein kostenintensiver Prozess geworden. Hier war das Problem nach einem halben Tag Anpassung inhouse behoben, ohne die IT beanspruchen zu müssen.“

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Agilere Prozesse durch vollständige Transparenz mit Operational Excellence

Die Mitarbeiter von Pankl wissen seit über einem Jahr minutengenau, ob sie on- oder off-track sind. Unterbricht eine Linie, können sie sofort eingreifen. Vor der Lösung musste ein Mitarbeiter ungefähr 15 Minuten lang die Stehzeit einer Maschine per Hand abschreiben und weitergeben. Zudem haben sich Planung und Logistik deutlich verbessert und die Echtzeit-Darstellung erlaubt gezielte Ursachenanalysen.

„Die Schichtleiter können schneller auf Abweichungen reagieren. Bei 20 Anlagen und 10.000 qm Produktionsfläche ging die Übersicht verloren. Jetzt sieht man auf einen Blick die gesamte Produktion am Mainscreen. Technischer Leiter, Betriebsleiter und Planung können per Peakboard-Hub auf die Daten zugreifen und haben ebenfalls Einblick in den aktuellen Produktionsfortschritt. Unser Schichtreport wird anhand der Daten automatisch erstellt und per Mail verteilt. Da wir 24/7 produzieren, sind diese Informationen für die Führungskräfte äußerst wichtig“, lautet das Fazit von Pichler. Pankl plant daher, das System sukzessive auf weitere Standorte und Tochtergesellschaften auszuweiten, um es als konzernweite Standardlösung zu etablieren.

Die Autorin Kristin Straubinger ist Director Brand, Organization & Culture bei Peakboard.

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