Nachhaltigkeit Auszeichnung für Siemens-Standort Fürth

Von Siemens 4 min Lesedauer

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Das Weltwirtschaftsforum (WEF) hat den Siemens-Standort Fürth als Leuchtturm für Nachhaltigkeit ausgezeichnet. Die Vorzeigefabrik ist die 21. Fertigung weltweit, die mit dem Titel geehrt wurde.

Am Standort Fürth wurde bereits 2012 ein abteilungsübergreifendes Team für Nachhaltigkeit eingerichtet, das systematisch Maßnahmen zur Senkung des Energieverbrauchs und der CO₂e-Emissionen einführte. (Bild: Siemens)
Am Standort Fürth wurde bereits 2012 ein abteilungsübergreifendes Team für Nachhaltigkeit eingerichtet, das systematisch Maßnahmen zur Senkung des Energieverbrauchs und der CO₂e-Emissionen einführte.
(Bild: Siemens)

Das Weltwirtschaftsforum zeichnet Organisationen, Projekte und Produktionsökosysteme mit dem Sustainability Lighthouse Award aus, die durch technologiegestützte Energie-, Emissions-, Wasser- und Abfallreduzierungen einen entscheidenden Beitrag zur Erreichung der Netto-Null-Ziele, zur Dekarbonisierung und zur Kreislaufwirtschaft geleistet haben. Das Netzwerk der Sustainability Lighthouses zeige, dass Produktivität und Nachhaltigkeit kein Widerspruch mehr seien, so das WEF.
 
„Der Sustainability Lighthouse Award würdigt die herausragende Arbeit unseres Teams in Fürth. Durch die Einführung unseres intelligenten Energiesystems haben wir den Energieverbrauch um 64 Prozent reduziert und die Treibhausgasemissionen um 72 Prozent pro Durchsatz gesenkt. Zusätzlich haben wir die Produktion um 145  Prozent erhöht und damit gezeigt, dass Nachhaltigkeit und Produktivität Hand in Hand gehen können”, so Cedrik Neike, Mitglied des Vorstands der Siemens AG  und CEO Digital Industries.

“Die Innovation kommt nicht nur unserem Betrieb zugute, sondern wird auch eingesetzt, um unseren Kunden profitable, umweltfreundliche Lösungen anzubieten. Diese jüngste Auszeichnung des WEF Lighthouse Network reiht sich in die Anerkennungen unserer Standorte Amberg, Chengdu und Erlangen ein und unterstreicht die führende Rolle von Siemens in der nachhaltigen Fertigung.”

Siemens-Standort Fürth 

An dem 1954 gegründeten Standort Fürth mit rund 1.700 Mitarbeitenden entwickelt und fertigt Siemens innovative Produkte für die Industrieautomation, die zur Digitalisierung sowie zur Effizienzsteigerung in verschiedenen Industrien beitragen. So werden unter anderem hochmoderne Human-Machine-Interface (HMI)-Panels produziert, die als Bedienpanels in  Fertigungen weltweit überall da Anwendung finden, wo Menschen mit oder an Maschinen und Anlagen arbeiten. Fürth ist der globale Sitz der Simatic HMI-Panel-Produktion.

Der Standort Fürth strebt an, bis zum Jahr 2026 Netto-Null-Emissionen zu erreichen. Das ist vier Jahre vor dem übergreifenden Unternehmensziel. Am  Standort Fürth wurde bereits 2012 ein abteilungsübergreifendes Nachhaltigkeitsteam eingerichtet, das systematisch Maßnahmen zur Senkung des Energieverbrauchs und der CO₂e-Emissionen einführte. Neben eindrucksvollen Ergebnissen in den beiden Bereichen, reduzierte der Standort seine industriellen Abfälle im Zeitraum 2019 bis 2023 um 47 % pro Durchsatz.

Nachhaltigkeit und Energieeffizienz in Produktion und Gebäuden

Das Herzstück der Maßnahmen in Sachen Nachhaltigkeit in Fürth ist ein innovatives, ganzheitliches Energiesystem für Produktion und Gebäude. Hier kommen mehrere miteinander kommunizierende Systeme aus dem Hause Siemens zum Einsatz: Simatic Energy Manager Pro, der Siemens Navigator sowie integrierte Performance-Services wie zum Beispiel der Performance Optimizer. Mehr als 350 Energiezähler vor Ort verknüpfen sämtliche Energiedaten und ermöglichen eine zielgerichtete Reduzierung des Energieverbrauchs sowie eine präzise Berechnung des CO2-Fußabdrucks der Produkte (PCF). Das System schlägt selbstständig konkrete Verbesserungen vor und hat bereits deutliche Einsparpotenziale realisiert, etwa bei der Beleuchtung mit 952 MWh pro Jahr und der Gebäudeautomation mit 103 Megawattstunden jährlich. Damit könnten etwa 2.000 Haushalte im gleichen Zeitraum mit Strom versorgt werden. Die Ergebnisse fließen auch in das lokale E2E-PFC-Management (End-to-End Product Carbon Footprint-Management) ein, das den CO₂-Fußabdruck der Produkte überwacht. Bereits etwa 90 Prozent der Serienprodukte werden in Sigreen, der Siemens-Software zum Emissionsmanagement auf Produktebene, erfasst und zeigen den PCF auf Basis von Primärdaten.

An dem 1954 gegründeten Siemens-Standort Fürth mit rund 1.700 Mitarbeitenden entwickelt und fertigt das Technologieunternehmen innovative Produkte für die Industrieautomation.(Bild: Siemens)
An dem 1954 gegründeten Siemens-Standort Fürth mit rund 1.700 Mitarbeitenden entwickelt und fertigt das Technologieunternehmen innovative Produkte für die Industrieautomation.
(Bild: Siemens)

Verbesserung der Netzqualität und Kreislaufwirtschaft

Ein zusammen mit einem Partner eingeführtes elektromagnetisches Filtersystem minimiert Energieverluste aufgrund von Netzstörungen. Dies führte innerhalb des Betrachtungszeitraums von 2019 bis 2023 zu einer Verringerung des Gesamtstromverbrauchs um 3,8 % und stabilisierte die Stromverteilung, wodurch das Risiko von Maschinenstillständen gesenkt werden konnte. Der Standort führte zudem eine Kreislaufwirtschaft ein, um den industriellen Abfall zu reduzieren und die Lebensdauer der Produkte zu verlängern.Fürth profitiert dabei von einem bestehenden Reparaturzentrum vor Ort, das für ausgewählte Produkte einen erweiterten Life-Repair-Service anbietet. Aktuell sind es bereits 310 Produkte, deren Lebenszyklus verlängert wird, bis 2026 soll diese Zahl auf 2000 Produkte steigen. „Darüber hinaus vermeiden wir Emissionen, die bei der Verschrottung sowie bei der Herstellung sonst benötigter neuer Produkte anfallen würden“, sagt Werkleiter Lorenz Rappl.

Dekarbonisierung des Standorts

Daneben laufen weitere Maßnahmen, um den Energieverbrauch des Standorts zu senken und auf eine eigene Versorgung auszurichten. Im Herbst 2023 wurde auf dem Dach des Parkhauses mit 3.300 m² eine Photovoltaikanlage mit 460-kW-Peak Leistung installiert, eine der größten Anlagen bei Siemens-Bestandsgebäuden. Auch den unter anderem für Schweißvorgänge benötigten Stickstoff in der Fertigung produziert man nun selbst. 2024 stellte man die Versorgung mit angeliefertem Stickstoff auf eine Anlage zur Stickstoffeigenerzeugung um. Zudem soll die Abwärme von industriellen Prozessen zur Heizung des Standorts genutzt werden. Diese Projekte tragen nicht nur zur Emissionsreduktion bei, sondern ermöglichen auch eine effizientere Ressourcennutzung.

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„Der Sustainability Lighthouse Award würdigt die herausragende Arbeit unseres Teams in Fürth. Durch die Einführung unseres intelligenten Energiesystems haben wir den Energieverbrauch um 64 Prozent reduziert und die Treibhausgasemissionen um 72 Prozent pro Durchsatz gesenkt", sagt Cedrik Neike, Mitglied des Vorstands der Siemens AG  und CEO Digital Industries.
„Der Sustainability Lighthouse Award würdigt die herausragende Arbeit unseres Teams in Fürth. Durch die Einführung unseres intelligenten Energiesystems haben wir den Energieverbrauch um 64 Prozent reduziert und die Treibhausgasemissionen um 72 Prozent pro Durchsatz gesenkt", sagt Cedrik Neike, Mitglied des Vorstands der Siemens AG und CEO Digital Industries.
(Bild: Siemens)

Bei seinen übergreifenden Zielen in Sachen Nachhaltigkeit macht Siemens ebenfalls deutliche Fortschritte. Durch umfangreiche Investitionen, unter anderem in den Einsatz eigener Technologien zur Effizienzsteigerung sowie zur Elektrifizierung von Produktionsanlagen und Gebäuden, verringerte Siemens seine CO₂e-Emissionen seit 2019 um 60 %. Als führendes Technologieunternehmen verbindet Siemens die reale mit der digitalen Welt und unterstützt seine Kunden mit innovativen Technologien und Produkten dabei, ihre eigenen Nachhaltigkeitsziele voranzutreiben – mehr als 90 Prozent des Siemens-Geschäfts ermöglicht Kunden, positive Nachhaltigkeitswirkungen zu erreichen.