MES-Integration MES-Integration: Shopfloor und Feinplanung auf neuem Effizienzniveau

Ein Gastbeitrag von Markus Maier 4 min Lesedauer

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MES-Integration: Die BHS Corrugated Maschinen- und Anlagenbau GmbH ist einer der führenden Lösungsanbieter in der Konstruktion innovativer Wellpappanlagen. Bei der Realisierung der teils bis zu 200 Meter langen, innovativen Anlagen setzt das Unternehmen mit mehr als 60 Jahren Erfahrung auf eine umfassende Digitalisierungsstrategie und auf den MES-Anbieter Industrie Informatik.

(Bild:  BHS Corrugated Maschinen- und Anlagenbau GmbH)
(Bild: BHS Corrugated Maschinen- und Anlagenbau GmbH)

Mit knapp 3.200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern am Standort Weiherhammer und an mehr als 20 weiteren internationalen Standorten, versteht sich der Maschinen- und Anlagenbauer BHS Corrugated als Lifecycle-Partner mit einem umfassenden Produkt- und Leistungsspektrum rund um die Entwicklung, Produktion, Installation und Wartung mit innovativen Servicelösungen, in den Bereichen Riffelwalzen, Einzelmaschinen und kompletter Wellpappenanlagen, Industrie 4.0, Logistik sowie zukünftig mit der Integration von Digitaldruck in die Wellpappenanlage. Seit vielen Jahren verfolgt das innovative Unternehmen eine umfassende Digitalisierungsstrategie. Corrugated 4.0 zielt auf die Optimierung von Prozessparametern und die Verbesserung von Automatisierungsgraden und Produktionseffizienz ab. Cronetwork MES nimmt dabei eine zentrale Rolle ein.

Ganzheitliche MES-Integration und internationaler Rollout

Schon bei Einführung von Cronetwork MES im Jahr 2018 verfolgte BHS Corrugated einen ganzheitlichen Ansatz, der im Rollout an bislang vier Produktionsstandorten (Deutschland, Tschechien, Türkei und China) mündete. Dort werden seither Cronetwork Feinplanung APS, Betriebs- & Maschinendatenerfassung, Personalzeiterfassung und die innovative PIDO- & Portal-Technologie in unterschiedlichen Ausprägungen eingesetzt. Janik Auburger, Specialist Cost Controlling, leitet das MES-Programm bei BHS Corrugated global. Er beschreibt die Situation wie folgt: „Wir nutzen das System in der mechanischen Teilefertigung, der Riffelwalzenfertigung und auch in der Montage. Sämtliche unserer Erzeugnisse - wir sprechen hier von mehr als 20.000 Artikelnummern – werden mithilfe von Cronetwork MES gefertigt.“

Angesprochen auf die Besonderheiten der Digitalisierungsmaßnahmen nennt Auburger drei Highlights: „Das Feinplanungs-APS-Tool hat uns dabei geholfen, unsere Produktionsplanung zu optimieren und die Planungsprozesse dank leistungsfähiger Automatismen stark zu verkürzen. Zudem hilft uns die PIDO- & Portal-Technologie bei der Realisierung des sogenannten „Terminal-Hubs“ für unsere Werker. Last but not least haben wir hochintegrative Schnittstellen zu SAP inkl. HCM-Modul (Human Capital Management) und zu unserem Werkzeugverwaltungstool realisiert.“

Digitalisierung am Shopfloor: Single Point of Contact

Bei über 600 Usern, davon mehr als 500 direkt am Shopfloor, lag das Augenmerk bei BHS Corrugated von Anfang an auf einer hohen Usability für ihre Mitarbeitenden. Das Ergebnis dieser Bemühungen nennt sich „Terminal- Hub“ und wird vollständig via Cronetwork MES abgebildet. „Unsere Mitarbeitenden sollen sich auf ihre Aufgaben an den Maschinen oder in der Montage konzentrieren können und sich nicht mit verschiedenen Systemen herumschlagen müssen. Zudem muss die Bedienung des MES-Terminals einfach und intuitiv funktionieren“, beschreibt Janik Auburger die Anforderungen an das System.

BHS ist spezialisiert auf Entwicklung, Produktion, Installation und Wartung mit innovativen Servicelösungen in den Bereichen Riffelwalzen, Einzelmaschinen und kompletter Wellpappenanlagen (hier ein Blick in die Fließmontage in Weiherhammer). (Bild:  BHS Corrugated Maschinen- und Anlagenbau GmbH)
BHS ist spezialisiert auf Entwicklung, Produktion, Installation und Wartung mit innovativen Servicelösungen in den Bereichen Riffelwalzen, Einzelmaschinen und kompletter Wellpappenanlagen (hier ein Blick in die Fließmontage in Weiherhammer).
(Bild: BHS Corrugated Maschinen- und Anlagenbau GmbH)

Gemeint sind die Terminals an den Fertigungsanlagen. Diese basieren auf der Portal-Technologie von Industrie Informatik, die es Auburger u.a. ermöglicht, Benutzeroberflächen ohne Programmieraufwand lediglich durch Parametrierung und teils Drag & Drop individuell zu gestalten. Sogenannte PIDOs beziehen und visualisieren die Daten und Informationen aus dem MES und aus externen Systemen wie SAP oder der bereits erwähnten Werkzeugverwaltungssoftware. „Mussten unsere Werker früher für Instandhaltungsmeldungen oder die Eingabe von Parametern zur Qualitätskontrolle in Fremdsysteme abspringen, können sie das heute zentral und schnell am Cronetwork-Terminal erledigen. Das spart Zeit und benötigt weitaus weniger Know-how“, so Auburger, der noch anmerkt, dass die Lösung zur Erfassung der Qualitätsdaten (FQS) als fertige Solution aus dem neuen Industrie Informatik Solution Store bezogen wurde.

Mit No-Code schnell und einfach zu individuellen Lösungen

Die PIDO- & Portal-Technologie hat für Janik Auburger eine besondere Bedeutung: „Die Erstellung neuer, individueller Services und Lösungen mittels No-Code-Technologie hat uns viele Türen geöffnet. Mittlerweile bauen wir beispielsweise auch Anwender-PIDOs. Das heißt, dass wir nicht nur Daten beziehen, sondern damit auch Informationen an Cronetwork und andere Systeme zurückliefern können. Wir bauen heute Cockpits, die das tägliche Doing am Shopfloor und darüber hinaus nachbilden und digitalisieren.“ Bei BHS Corrugated kann man so dem Großteil neuer Anforderungen ohne Fremdhilfe und Programmierkenntnisse selbst nachkommen.

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Janik Auburger: „Mussten unsere Werker früher für Instandhaltungsmeldungen oder die Eingabe von Parametern zur Qualitätskontrolle in Fremdsysteme abspringen, können sie das heute zentral und schnell am Cronetwork-Terminal erledigen.“ (Bild:  BHS Corrugated Maschinen- und Anlagenbau GmbH)
Janik Auburger: „Mussten unsere Werker früher für Instandhaltungsmeldungen oder die Eingabe von Parametern zur Qualitätskontrolle in Fremdsysteme abspringen, können sie das heute zentral und schnell am Cronetwork-Terminal erledigen.“
(Bild: BHS Corrugated Maschinen- und Anlagenbau GmbH)

Auch in Verwaltung und Management profitiert man von der neuen Datenqualität und Informationsaufbereitung. Örtlich völlig unabhängig, können Verantwortliche zum Beispiel einen Blick auf den aktuellen Status ihres Maschinenparks werfen oder Auftragslisten verfolgen. Dank Cronetwork MES haben alle im Team den gleichen Informationsstand. „Wenn es früher ein Problem in der Fertigung gab, mussten wir uns auf Ursachensuche machen, Gespräche führen und unsere Schlüsse ziehen. Das war zeitaufwändig und hat nicht immer zu zuverlässigen Ergebnissen geführt. Heute liefert Cronetwork MES absolut zuverlässige Informationen zu Maschinenstati, Reparaturen oder Störungen.“, so Auburger weiter. Vor allem aber profitiert man auf der Organisationsebene von der Feinplanung APS.

MES-Integration für fast hundert Prozent automatische Fertigungsfeinplanung

Was auf den ersten Blick nach einer geschönten Kennzahl klingt, ist laut BHS Corrugated gelebte Realität und bringt ungemeine Effizienzvorteile für das Unternehmen. Die täglichen Planarbeiten stellten im Laufe der Jahre einen großen zeitlichen Aufwand dar. Das Setzen und Einplanen von Fertigungsstrategien nahmen täglich mehr als eine Stunde in Anspruch. Also setzte man sich mit der Möglichkeit der automatischen Feinplanung auf Basis vorgefertigter Makros in Cronetwork MES auseinander und erkannte schnell die vielen Vorteile.

„Wir haben eine Schnittstelle zu SAP HCM, die morgens den aktuellen Status der verfügbaren Mitarbeitenden an das MES liefert. Im Anschluss wird die Plantafel automatisch geöffnet, zurückgesetzt und mit dem Wissen um die verfügbaren Werker verplant“, so Auburger. Bereits zuvor wurde jeder Mitarbeitende einer Maschine zugeordnet. In der Kombination aus diesen Informationen ergibt sich eine Maschinenkapazität und das Wissen, ob man die Maschinen beispielsweise in drei oder gar vier Schichten laufen lassen kann. Das Unternehmen greift in Summe auf 39 Planungsstrategien zurück, die man mittels Makros Schritt für Schritt automatisiert durchplanen kann. Das reduziert den manuellen Aufwand schlussendlich um bis zu 95 Prozent.

Der Autor Markus Maier (BA) ist Team Leader Corporate Marketing und Presse- & Öffentlichkeitsarbeit bei Industrie Informatik.