Deutsche Unternehmen sind unzureichend auf die Entwicklung vorbereitet, dass maschinelle Identitäten stetig zunehmen. Wie eine neue Studie von CyberArk zeigt, haben mehr mehr als ein Drittel der Unternehmen Probleme damit, einen Überblick darüber zu erhalten.
(Bild: Werckmeister/Adobe Stock)
In den meisten deutschen Unternehmen gibt es deutlich mehr maschinelle als menschliche Identitäten, und diese Schere wird in den kommenden Monaten noch weiter auseinandergehen. Um maschinelle Identitäten zu schützen, tun sich die Unternehmen jedoch schwer – mehr als ein Drittel hat bereits Probleme damit, einen Überblick über sie zu erhalten. Das führt unter anderem zu Verzögerungen bei der Bereitstellung neuer Anwendungen, zu Compliance-Verstößen und zu IT-Störungen, die die Kundenbeziehung negativ beeinflussen, wie aus dem aktuellen Report „2025 State of Machine Identity Security“ von CyberArk, Anbieter einer KI-gestützten Identity Security Platform, hervorgeht.
Maßnahmen zur Vermeidung kostspieliger Ausfälle
Maschinelle Identitäten inklusive Zertifikate, Schlüssel, Secrets und Zugriffstoken nehmen durch die Verbreitung von künstlicher Intelligenz, Cloud-basierte Innovationen und kürzere Lebenszyklen der Identitäten rasant zu. Unternehmen können mit dieser Entwicklung nur schwer Schritt halten. Zusätzlich bergen isolierte Ansätze zur Sicherung von Maschinenidentitäten ihre eigenen Risiken. Der Report zeigt die geschäftlichen Auswirkungen auf, die entstehen, wenn Maschinenidentitäten nicht effektiv gesichert werden, sodass Unternehmen anfällig für kostspielige Ausfälle und Sicherheitsverletzungen sind. CyberArk befragte mehr als 1.200 Sicherheitsverantwortliche in Deutschland, Frankreich, Großbritannien, den USA, Australien und Singapur.
Maschinelle Identitäten: Überblick über wichtige Studienerkenntnisse
Häufigkeit von Ausfällen steigt dramatisch an: Fast drei Viertel (73 Prozent) der Befragten hatten im vergangenen Jahr mindestens einen zertifikatsbedingten Ausfall zu verzeichnen. Bei 66 Prozent kommt es zu monatlichen und bei 38 Prozent sogar zu wöchentlichen Ausfällen.
Kompromittierte Maschinenidentitäten haben Auswirkungen auf die Geschäftsabläufe: Fast die Hälfte (48 Prozent) der deutschen Security-Entscheider berichtet von Sicherheitsvorfällen im Zusammenhang mit kompromittierten Maschinenidentitäten im vergangenen Jahr. Die Auswirkungen reichten von Verzögerungen bei der Bereitstellung neuer Anwendungen (48 Prozent) über Ausfälle und Störungen, die die Kundenbeziehung beeinträchtigten (41 Prozent), bis hin zu nicht autorisiertem Zugriff auf sensible Daten und Netzwerke (26 Prozent).
Anzahl maschineller Identitäten wächst rasant: In drei Viertel der deutschen Unternehmen gibt es bereits mindestens doppelt so viele maschinelle wie menschliche Identitäten. Bei einem Viertel sind es sogar mindestens zehnmal so viele. Und ein Ende des Wachstums ist nicht in Sicht: Mehr als drei Viertel (77 Prozent) der Security-Entscheider erwarten, dass die Zahl der maschinellen Identitäten in den nächsten zwölf Monaten um bis zu 150 Prozent steigen wird.
KI führt zu Herausforderungen beim Schutz maschineller Identitäten: Zwei Drittel der Security-Entscheider stimmen der Aussage zu, dass die schnelle Einführung von KI und Cloud-nativen Technologien die Komplexität und Risiken, die maschinelle Identitäten mit sich bringen, erhöhen. 73 Prozent glauben zudem, dass Maschinenidentitäten eine entscheidende Rolle dabei spielen werden, zukünftige KI-Anwendungen sicher zu betreiben – nicht zuletzt angesichts der wachsenden Bedeutung von KI-Agenten. 72 Prozent geben an, dass der Schutz von KI-Modellen vor Manipulation und Diebstahl bedeutet, dass die Authentifizierung und Autorisierung von Maschinenidentitäten stärker berücksichtigt werden müssen.
Maschinelle Identitäten: Sicherheit ist nicht ausgereift
Programme für Machine Identity Security sind noch nicht ausgereift: Zwar haben 89 Prozent der deutschen Unternehmen bereits irgendeine Form von Identity-Security-Programm für Maschinenidentitäten implementiert, doch meist sind diese noch nicht ausgereift – die Mehrzahl der Unternehmen hat Schwierigkeiten, maschinelle Identitäten zu verwalten. 36 Prozent tun sich schwer damit, ein korrektes Inventar aller Maschinenidentitäten anzulegen. 31 Prozent haben keinen Überblick, wie die Identitäten genutzt werden. Und 29 Prozent sind nicht in der Lage, Maschinenidentitäten schnell zu widerrufen und zu ersetzen.
Sorgen um die Sicherheit von Maschinenidentitäten: Fast die Hälfte (45 Prozent) der deutschen Security-Entscheider fürchtet, dass Angreifer gestohlene Maschinenidentitäten nutzen könnten, um manipulierte Updates zu verbreiten, sich zusätzliche Berechtigungen zu sichern oder Man-in-the-Middle-Angriffe durchzuführen. 42 Prozent der Befragten sorgen sich, dass das Fehlen einer kohärenten Sicherheitsstrategie für maschinelle Identitäten zu Lücken im Schutz führen könnte. Und 31 Prozent stehen vor Herausforderungen aufgrund der immer kürzeren Lebenszyklen von maschinellen Identitäten – unter anderem durch das Bestreben von Anbietern wie Google und Apple, die Gültigkeitsdauer von Zertifikaten zu verkürzen.
Silo-Ansatz zur Absicherung von Maschinenidentitäten verursacht Risiken: Wo mehrere Tools zur Sicherung von Maschinenidentitäten in Unternehmen eingesetzt werden, entstehen Ineffizienzen, Risiken und Verwaltungsprobleme. So wurde im Report festgestellt, dass die Zuständigkeiten für die Prävention von Kompromittierungen im Zusammenhang mit Maschinenidentitäten auf die Teams für Sicherheit (51 Prozent), Development (26 Prozent) und Plattformen (18 Prozent) verteilt sind.
Stand: 16.12.2025
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Maschinelle Identitäten: Zunahme erhöht Risiken
Michael Kleist, Area Vice President CEE bei CyberArk, erklärt: „Die Zahl maschineller Identitäten wird weiter schnell wachsen, was nicht nur die Komplexität erhöht, sondern auch das Risiko. Cyberkriminelle haben es zunehmend auf Maschinenidentitäten abgesehen – von API-Schlüsseln bis hin zu Code-Signatur-Zertifikaten – um Schwachstellen auszunutzen, Systeme zu kompromittieren und kritische Infrastrukturen zu stören. Diese Studie unterstreicht die Dringlichkeit für Sicherheitsverantwortliche, eine umfassende, durchgängige Sicherheitsstrategie für Maschinenidentitäten zu entwickeln, die sich mit den wichtigsten nicht-menschlichen Identitäten befasst, um potenzielle Angriffe und Ausfälle zu verhindern – insbesondere, da die Zahl der KI-Agenten weiter steigt.“