Manufacturing-Execution-Systeme oder Plattformen, die entsprechende MES-Funktionen nutzen, bilden das Rückgrat einer zeitgemäßen Produktion.
(Quelle: panuwat/AdobeStock)
Was gibt es Neues in diesem Bereich und welche Vorteile können die Manufacturing-Execution-Systeme freisetzen? Was sind die größten Herausforderungen in diesem Bereich, wie kann ein MES zur Lösung beitragen und auf welche Trends müssen wir uns einstellen? Diese Fragen beantworten uns 13 MES-Experten.
Fragen an die Experten
Was sind derzeit die größten Herausforderungen für Produktionsunternehmen?
Wie kann ein MES oder eine Manufacturing-Plattform zur Lösung dieser Herausforderungen beitragen?
Welche Trends bestimmen die Entwicklung der Manufacturing-Execution-Systeme aktuell?
Manufacturing-Execution-Systeme alleine sind nicht die Lösung
(Bild: Cybus)
1. Globale Lieferengpässe, Planungsunsicherheiten und steigende Energiekosten fordern die heute noch recht starre Industrie heraus. Besonders im MES-Umfeld zeigen sich auch Herausforderungen wie hoher Integrationsaufwand von OT- und IT-Systemen sowie der Wandel zur Cloud, zum Beispiel auf Azure oder AWS. All das bedarf vor allem einer Steigerung von operativer Flexibilität und Datentransparenz.
2. Die Lösung erfordert einen ganzheitlichen Ansatz, denn ein MES allein verbessert nicht automatisch die Prozesse. Vielmehr zählt für den Fabrikbetrieb der Output, für den Sie vor allem auf Prozesstransparenz angewiesen sind. Eine durchgängige Dateninfrastruktur, die die Produktion nahtlos mit der IT verbindet, hilft dabei maßgeblich. Bei uns lösen wir das mit einem Factory Data Hub. Er bringt Datentransparenz und ermöglicht die schnelle Einführung neuer Technologien und Applikationen. Und damit in Summe: mehr Output.
3. Die typischerweise sehr langen Planungszyklen werden abgelöst durch kurze Innovationszyklen und schnelle Anpassungsfähigkeit. Gleichzeitig steigt die Notwendigkeit zur Modularisierung: Denn die Cloud-Transformation bringt zunehmend spezialisierte und bedarfsorientierte Applikationen wie Plantafeln oder Fehleranalysen mit sich. Auch Automatisierungsfirmen erobern mit spezifischen MDE-Applikationen den Markt. Zuletzt ist die Modernisierung alternder Plattformen unumgänglich, beispielsweise durch Microservice-Architekturen und Low-Code-Plattformen. Neben der Produkterweiterung eines MES kommen vermehrt Factory Data Hubs zum Einsatz, um Modularität und skalierbare Datenintegration zu gewährleisten.
(Bild: Gewatec)
1. Neben dem angespannten Materialmarkt sind dies sicherlich die Aufwendungen für Energie, die Personalbeschaffung und natürlich auch die ungewisse wirtschaftliche Lage.
2. Ein MES schafft Transparenz in den Bereichen Produktion, Prozesse und Qualität. Um ökologisch und ökonomisch gute Ergebnisse zu erzielen, sind Manufacturing-Execution-Systeme das optimale Hilfsmittel, um die vorhandenen Ressourcen optimal auszulasten, zu planen und zu optimieren. Im Bereich Nachhaltigkeit lassen sich Ist-Daten erfassen (CO2-Fußabdruck) und für zukünftige Planungen (planbarer Energieverbrauch) verwenden.
3. Wir verspüren ein sehr großes Interesse an den Themen Energie-Monitoring und Energie-Controlling. Eine Visualisierung der größten Verbraucher, deren Optimierung im Einsatz und kluge Einplanung können große Mengen an Ressourcen einsparen.
(Bild: Forcam Enisco)
1. Die beiden großen Herausforderungen lauten aktuell: die Lieferketten resilient zu machen sowie für größtmögliche Energie- und Ressourceneffizienz zu sorgen. Durch die sich global auswirkenden Kriege und Konflikte haben wir eine latente Unsicherheit nicht nur bei der Auftragslage, sondern vor allem auch bei den Lieferketten. Obendrein macht die Energiepreisentwicklung vor allem in Deutschland die Situation noch herausfordernder.
2. Ein MES unterstützt sowohl die Lieferketten-Resilienz als auch die Energieeffizienz. Hardwareseitig sind die Unternehmen durch Lean Management schon recht optimal aufgestellt. Heute gilt: Software first. Durch ein MES lassen sich heute mehr Transparenz und Flexibilität erreichen. Es sorgt mit Tools wie Energiemonitoring und Leistungsanalysen für niedrigere Kosten. Fabrikteams, die auf einem leistungsstarken MES geschult sind, können die Energie- und Ressourcenkosten auf Jahressicht im zweistelligen Prozentbereich senken. Widerstandsfähiger werden Lieferketten durch Flexibilität. Einfach gesprochen: Wenn Lieferant A ausfällt, muss die Fertigung schnell auf Lieferant B umstellen können. Dafür sorgt ein MES.
3. Wir erleben einen Paradigmenwechsel: kürzere Produkt-Lebenszyklen, mehr Varianten. Die Lösung: Lean Management und MES müssen viel stärker gemeinsam zum Einsatz kommen. Ziel beider Werkzeuge: mehr Effizienz und weniger Verschwendung. Heute sind Transparenz und Flexibilität nicht mehr durch physikalischen Umbau von Produktionslinien zu erreichen, sondern mit MES-Software und Echtzeit-Reports. Dabei ist Mut und Schnelligkeit am wichtigsten. Seit 15 Jahren wissen wir um die Möglichkeiten des Internets in der Industrie. Diese müssen jetzt genutzt werden.
Stand: 16.12.2025
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Auf Trends reagieren und bestehende Prozesse aufbauen
(Bild: GFOS)
1. Die größten Herausforderungen liegen darin, den immer spürbareren Megatrends zu begegnen wie Fachkräftemangel, steigende Komplexität in der Digitalisierung und der Standortfrage, wo welche Produkte gefertigt werden. Die bekannten Megatrends paaren sich nun mit wirtschaftlichen Effekten wie Inflation, stark gestiegene Energiekosten, Lieferkettenprobleme und Veränderungen in den globalen Wirtschaftsräumen.
2. Manufacturing-Execution-Systeme haben die Fähigkeit, alle Shopfloor-Daten sowohl vertikal zwischen dem ERP und den Maschinen als auch horizontal von Anlieferung bis Versendung und deren Beziehungen untereinander zu managen. Die vernetzten Daten können als Plattform den KI-Systemen zur Verfügung gestellt werden. Diese wiederum helfen beispielsweise durch Mustererkennung, gewisse Probleme frühzeitig zu erkennen und damit auch Fachkräfte zu entlasten. Außerdem unterstützen MES-Systeme die fortschreitende Automatisierung in den Produktionsprozessen zur Steigerung der Produktivität, mit dem Ziel, mehr Umsatz mit weniger Fachkräften zu erreichen.
3. In Zukunft wird es wichtiger, bei der MES-Einführung darauf zu achten, gleichzeitig die vorherrschenden Prozesse so zu verändern, dass Standards wie OPC UA für die Maschinenintegration oder ISO 22400 für KPIs zum Einsatz kommen. Wenn es zukünftig weniger Fachkräfte für die Betreuung der Systeme gibt, müssen die Systeme einfacher werden, um sie auch in Zukunft in ihrer Komplexität zu beherrschen. Die Lösung des Problems der steigenden Komplexität liegt in der konsequenten Verwendung von Standards und der Reduzierung der Individualisierung in den Systemen. Das Wort Flexibilität bekommt damit eine neue Bedeutung.
Fragen an die Experten
Was sind derzeit die größten Herausforderungen für Produktionsunternehmen?
Wie kann ein MES oder eine Manufacturing-Plattform zur Lösung dieser Herausforderungen beitragen?
Welche Trends bestimmen die Entwicklung der Manufacturing-Execution-Systeme aktuell?
(Bild: IGZ)
1. Die Produktion der Zukunft muss nachhaltig, ressourcenschonend und energiesparend sein, und zwar nachweisbar. Unternehmen müssen schnell und flexibel auf Lieferengpässe und sich ändernde Märkte reagieren können. Weiterhin steigt die Individualisierung der Produkte, das heißt, Unternehmen müssen mit einer hohen Variantenvielfalt und kleinen Losgrößen umgehen. Im globalen Wettbewerb ist höchste Effektivität, Produktivität und Qualität gefordert.
2. Ein Manufacturing-Execution-System stellt eine durchgängige Integration zwischen ERP, MES und Shopfloor sowie entlang der Produktionsprozesse sicher. Dies sorgt für sichere, durchgängige und schlanke Prozesse ohne Systembrüche. Mit einem MES lassen sich End-to-End-Prozesse in der Produktion einfach modellieren, um flexibel und schnell auf sich ändernde Kundenanforderungen zu reagieren. Durch die automatische Erfassung von Produktionsdaten werden in Echtzeit KPIs ermittelt, auf deren Grundlage sich schnell fundierte Entscheidungen für Prozessverbesserungen treffen lassen, um eine hohe Produktivität und Qualität zu erzielen.
3. Der Trend geht zur Cloud-Technologie. Das MES wird hierbei als Software-as-a-Service betrieben. Dies spart Kosten, und produzierende Unternehmen können sich auf ihre Kernkompetenz konzentrieren. Die Skalierbarkeit von Cloud-Systemen vereinfacht den globalen Einsatz deutlich. Ein weiterer Trend geht zum Low-Code-/No-Code-Ansatz. Dies bietet ein großes Maß an zusätzlicher Flexibilität, da auch Nicht-IT-Experten Prozesse einfach modellieren können. Letztlich hält auch die KI-Technologie vermehrt Einzug in die Welt der Manufacturing-Execution-Systeme. Ein Beispiel hierfür sind Werkerassistenz-Systeme mit KI-gestützter Bilderkennung.
(Bild: Industrie Informatik)
1. Digitalisierungsbestrebungen und rasante Technologieentwicklungen bringen eine nie dagewesene Komplexität mit sich, die in Kombination mit dem IT-Fachkräftemangel zur großen Herausforderung werden. Viel zu oft scheitern Industriebetriebe an ihren Bemühungen, da sie unrealistische Erwartungshaltungen verfolgen und mit der ‚Digitalisierungs-Gießkanne‘ über die gesamte Wertschöpfungskette gehen.
2. Neben den richtigen Produkten zählt vor allem die richtige Herangehensweise an ein Digitalisierungsprojekt, denn Anforderungen, Umsetzungsstrategie und Geschwindigkeit in der Projektrealisierung variieren von Unternehmen zu Unternehmen. Mit maßgeschneiderten Softwarelösungen ermöglichen wir es unseren Kunden, der aktuellen Dynamik Herr zu werden und die eigene Smart Factory individuell zu gestalten – all dies basierend auf Standardtechnologien und einhundertprozentiger Release-Sicherheit. Den Kundenforderungen nach Individualität stellen wir uns mit Know-how und einem modularen, hochflexiblen Produktansatz rund um das Kernelement cronetwork MES mit Maschinen- & Betriebsdatenerfassung, Traceability sowie Feinplanung APS. Hinzu kommen modernste Kommunikationstechnologien, die die individuelle Integration einer ganzen Systemlandschaft ermöglichen. In Kombination mit der Fertigungsplattform cronetworld lassen sich alle relevanten Faktoren wie Mitarbeiter, Shopfloor und innovative Technologien vereinen und zu einem digitalen Abbild der Fertigung formen.
3. Die Individualisierung und der Einsatz von künstlicher Intelligenz werden in Zukunft eine entscheidende Rolle spielen und viele weitere, praxisorientierte Möglichkeiten eröffnen, um maximalen Nutzen aus den enormen Datenmengen moderner MES-Systeme zu ziehen.
Digitalisierung treibt Entwicklung der Manufacturing-Execution-Systeme voran
(Bild: iTAC Software AG)
1. Die Produktion der Zukunft muss digital, vernetzt und intelligent sein und auf den neusten technologischen Standards aufbauen. Legacy-Systeme, auf zunehmend veralteten Technologien, bieten nicht die benötigte Flexibilität und Agilität, die beispielsweise eine Microservice-Architektur aufweist. Die Harmonisierung von Insellösungen ist hierbei entscheidend, um eine Kommunikation zwischen einzelnen Services zu gewährleisten. Eine weitere Herausforderung besteht in der Interpretation von anfallenden Daten in der Produktion, die ohne analytische Weiterverarbeitung keinen Mehrwert bieten und die Produktion nicht vorausschauend beeinflussen können.
2. Als Weiterentwicklung eines MES bietet ein Manufacturing Operations Management-System (MOM) durch eine Microservice-Architektur eine flexible Einsatzbarkeit und ermöglicht durch offene Schnittstellen und eine autarke Datenhaltung die Kommunikation mit anderen Services und Maschinen. Durch die Integration von IIoT- und KI-Funktionen werden zusätzlich Daten analysiert, um Muster sowie Anomalien zu identifizieren und im weiteren Verlauf zu vermeiden. Beispielsweise lassen sich durch Predictive Maintenance Maschinenausfälle vorhersagen und Predictive Quality trägt zu einer verbesserten Produktqualität bei, da Maschinen im optimalen Zustand arbeiten.
3. Die fortschreitende Digitalisierung und Automatisierung in der Fertigungsindustrie treiben die Entwicklung von MES-Lösungen voran, wobei der Schwerpunkt auf Modularität, Flexibilität und Benutzerfreundlichkeit liegt. Eine Microservice-Architektur ermöglicht es, im Sinne des ‚Composable-Software-Ansatzes‘ MES/MOM-Lösungen aus flexiblen und modularen Bausteinen zusammenzusetzen. Dadurch können Unternehmen maßgeschneiderte Lösungen erstellen, die ihren spezifischen Anforderungen entsprechen. Außerdem spielt die Integration der Software in bestehende Plattformkonzepte eine entscheidende Rolle, was durch service-orientierte Architekturen ermöglicht wird und den Datenaustausch zwischen unterschiedlichen Systemen vereinfacht.
(Bild: Megla)
1. Eine der derzeit größten Herausforderungen für Produktionsunternehmen in Deutschland ist es Kosten einzusparen, um wirtschaftlich und konkurrenzfähig produzieren zu können. Im internationalen Vergleich sind die Rahmenbedingungen hierzulande insbesondere im Bereich Kosten für Energie und Löhne unvorteilhaft. Hinzu kommt die zunehmende Bedeutung der Produktionsflexibilität als Reaktion auf unvorhersehbare externe Ereignisse, die zum Beispiel die Lieferketten beeinträchtigen können.
2. Manufacturing-Execution-Systeme beziehungsweise Manufacturing-Plattformen schaffen durch die umfassende Datenbasis Transparenz. Diese ist zum einen Grundvoraussetzung, um auf unerwartete Ereignisse adäquat reagieren zu können, und zum anderen hilfreich, Kosteneinsparpotenziale in der Fertigung aufzuzeigen. Eine Manufacturing-Plattform wie MIP von MPDV ermöglicht durch ihren modularen Aufbau, bereits mit kleinen Investitionen mit geringer Amortisationsdauer in einzelnen Bereichen zu starten und dort Transparenz zu schaffen. Die MIP lässt sich nach und nach erweitern, um auch in anderen Bereichen Kosteneinsparpotenziale zu finden und die Flexibilität zu erhöhen. Dabei unterstützen wir als Partner und zertifizierter Integrator.
3. Künstliche Intelligenz wird in Zukunft auch bei MES eine bedeutende Rolle spielen, gerade in den Bereichen Predictive Maintenance und Fertigungsplanung. Produktionsunternehmen werden zukünftig den CO2-Footprint pro Artikel ausweisen müssen. Diese Daten können Manufacturing-Execution-Systeme liefern. Auch das Thema Interoperabilität steht im Fokus, denn die ganzheitliche Betrachtung über verschiedene Systeme hinweg ermöglicht es, fundierte Entscheidungen zu treffen.
Fragen an die Experten
Was sind derzeit die größten Herausforderungen für Produktionsunternehmen?
Wie kann ein MES oder eine Manufacturing-Plattform zur Lösung dieser Herausforderungen beitragen?
Welche Trends bestimmen die Entwicklung der Manufacturing-Execution-Systeme aktuell?
(Bild: MPDV)
1. Fertigungsunternehmen aller Größen und Branchen stehen nach wie vor unter einem enormen Wettbewerbsdruck. Dazu kommen immer mehr Anforderungen in Sachen Nachhaltigkeit. Aufgrund der oft gewachsenen IT-Landschaften in den Unternehmen ist auch die notwendige Interoperabilität nicht zu unterschätzen. Kurzum: Die Fertigungsindustrie steht vor ziemlich großen Herausforderungen.
2. Ein MES erfasst relevante Daten im Shopfloor und nutzt diese, um die Fertigungsabläufe transparenter und effizienter zu gestalten. Das fördert auch den nachhaltigen Umgang mit Ressourcen und Kapazitäten. Während die meisten MES-Systeme in sich geschlossene Lösungen sind, bieten Plattformen wie MIP von MPDV die Möglichkeit, IT-Systeme unterschiedlicher Anbieter flexibel miteinander zu kombinieren. Die so gewonnene Interoperabilität erweitert die Möglichkeiten zur Optimierung der Fertigung – ganz ohne Vendor-Lock-in.
3. Neben den rein technologischen Trends sehen wir insbesondere eine steigende Nachfrage zu Themen wie künstlicher Intelligenz und Nachhaltigkeit. Außerdem wird das Abbilden von variantenreichen Montageprozessen immer wichtiger. Mit Hydra X und der Planungslösung APS Fedra bietet MPDV den Fertigungsunternehmen passende Lösungen. Die Integrationsplattform MIP bildet die Basis für beide Produkte und weitere Anwendungen aus unserem Ökosystem. Sollte der Standard trotzdem einmal nicht ausreichen, kann jeder Anwender mittels Low-Code und No-Code die vorhandenen Anwendungen individualisieren oder neue Anwendungen erstellen. Die Flexibilität der Fertigungs-IT war noch nie so groß wie heute. Und genau das braucht die Industrie.
(Bild: Open Mind Technologies)
1. Es gibt viele Herausforderungen. Zu den größten zählen die steigende Komplexität von Produkten und Produktionsprozessen, globale Lieferketten, der Fachkräftemangel sowie die digitale Transformation. Wobei die Digitalisierung der Schlüssel ist, die genannten Themen zu beherrschen, effektiv zu produzieren und wettbewerbsfähig zu bleiben.
2. Ein MES ist ein wesentlicher Baustein für das Gelingen der digitalen Transformation. Es ermöglicht die Flexibilität für eine prozessautomatisierte, digitalisierte und transparente Fertigung. Unsere MES-Lösung Hummingbird ist flexibel und agil und eignet sich daher für alle Unternehmensgrößen und Branchen der Fertigungsindustrie. Unsere Philosophie ist es, was digital vorhanden ist, systemweit zu übernehmen und anhand der Fertigungsfeinplanung die Daten zur richtigen Zeit am richtigen Ort zentral und sicher zur Verfügung zu stellen. Mitarbeiter werden somit von unproduktiven Tätigkeiten und menschlichen Fehlern befreit.
3. Ein wichtiger Trend ist die zunehmende Integration von MES mit anderen Systemen wie ERP, PDM/PLM und IoT, um eine nahtlose Datenkommunikation zu ermöglichen. Ein weiterer Trend ist die verstärkte Nutzung von Cloud-Technologien. Zudem gewinnen Themen wie künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen an Bedeutung, um Prozesse zu optimieren und vorausschauende Analysen durchzuführen. Insgesamt lässt sich sagen, dass die Entwicklung von MES-Lösungen von einer zunehmenden Vernetzung, Automatisierung und Datennutzung geprägt ist.
Manufacturing-Execution-Systeme für mehr Transparenz
(Bild: Proxia Software)
1. Neben Fachkräftemangel, Energiekosten und dem globalen Marktumfeld, sind aus meiner Sicht die technologischen Veränderungen die größten Herausforderungen. Neue Technologien wie Industrie 4.0, IoT (Internet of Things) oder künstliche Intelligenz (KI) verändern die Art und Weise, wie Produktion betrieben wird. Unternehmen müssen in diese Technologien investieren, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Unternehmen, die früh in die Digitalisierung ihrer Prozesse eingestiegen sind, können den aktuellen Veränderungen am Markt viel zielgerichteter entgegentreten als Unternehmen mit einer ‚Das war schon immer so‘-Mentalität.
2. Manufacturing-Execution-Systeme ermöglichen die Überwachung und Steuerung der Produktion in Echtzeit. Unternehmen können Produktionsprozesse optimieren, Engpässe identifizieren und die Effizienz steigern. Darüber hinaus kann ein MES die Automatisierung von Produktionsprozessen erleichtern und die nahtlose Integration von Maschinen und Anlagen in die Produktion ermöglichen. Das schont die Ressource Mensch und steigert die Produktivität. Ein Kernthema bei der Bewältigung der Herausforderungen ist die Bereitstellung von Daten für KI-Anwendungen. Diese Technologie lässt sich im Produktionsumfeld nur sinnvoll einsetzen mit einem MES als ‚Auge und Ohr‘.
3. Data Driven Manufacturing. Bei diesem Produktionsansatz sind die produzierten Daten genauso wichtig wie das eigentliche Produkt. Die Daten dienen zur Entscheidungsfindung und zur stetigen Verbesserung. Im Zusammenspiel mit dem IoT-Ansatz kommen immer mehr dieser Daten direkt von den Anlagen selbst. So ergibt sich ein unverfälschtes Lagebild ohne Vermutungen, anekdotische Beweise oder ‚Bauchgefühle‘.
(Bild: PSI Automotive & Industry)
1. Unter hohem Handlungsdruck stehen Produktionsunternehmen bei der Etablierung eines klugen Energiemanagements, das eng mit der Umsetzung von Nachhaltigkeitsinitiativen verknüpft ist – und zwar vom Produktdesign über die Produktion bis zu Entsorgung und Recycling. Herausfordernd ist zudem die weitere Individualisierung von Produkten, bei gleichzeitig immer kürzeren Innovationszyklen sowie einer hohen Erwartungshaltung hinsichtlich Kundenservice, Qualität und Liefertreue. Angesichts der hohen Volatilität globaler Lieferketten sind Multiple Sourcing einerseits und Local Content andererseits zwei weitere wichtige Herausforderungen. Sie zielen darauf ab, sich von der Abhängigkeit einzelner Lieferanten zu befreien und ausgedehnte globale Lieferketten zu umgehen.
2. Manufacturing-Execution-Systeme beziehungsweise entsprechende Plattformen ermöglichen das erforderliche, integrierte Zusammenspiel aller IT- und OT-Komponenten. Zudem lässt sich das Produktionssystem über alle relevanten Ebenen kontinuierlich überwachen. Gemeint sind nicht nur Maschinen, sondern auch Auftragsabwicklung, Lieferungen, Materialbereitstellung und die Überwachung der Lieferketten. In diesem Kontext kommt gerade der Plattformgedanke zum Tragen und die Idee, dass Unternehmen zu jedem Zeitpunkt über alle Informationen aus jeder relevanten Quelle verfügen und fundierte Entscheidungen treffen können.
3. Einer der wichtigsten Trends im MES-Umfeld ist die Anwendung von No-/Low-Code-Lösungen. Sie befähigen Unternehmen dazu, Prozesse beziehungsweise Workflows ebenso wie Oberflächen selbstständig und ohne tiefe Programmierkenntnisse passgenau zu modellieren. Und hier spielt ein weiterer Trend hinein: die Integration von Menschen, Maschinen und Softwarelösungen in das Workflow-Management – unter anderem durch die Visualisierung von Produktionssystemen, die Containerisierung von Anwendungssoftware oder die Integration unterschiedlicher Softwarelösungen unter einer Oberfläche.
(Bild: Trebing + Himstedt)
1. Die Digitalisierung von Prozessen wie dem Datenmanagement und die Koordination komplexer globaler Lieferketten stellt eine erhebliche Herausforderung dar. Besonders anspruchsvoll ist es, das ‚magische Dreieck‘, bestehend aus Effizienz, Flexibilität und Nachhaltigkeit, über den gesamten Wertschöpfungsprozess auszubalancieren. Diese Ziele können sich teilweise ergänzen, aber oft auch gegenläufig wirken. Zusätzlich müssen Unternehmen den Druck bewältigen, den sich rasch ändernden Marktanforderungen gerecht zu werden und gleichzeitig innovative Produkte zügig auf den Markt zu bringen.
2. Entlang der Wertschöpfungskette vernetzte und synchronisierte Systeme können Produktionsunternehmen bei ihren Herausforderungen unterstützen, indem sie eine umfassende Transparenz und Agilität über die Fertigungsprozesse gewährleisten. Abläufe lassen sich so optimieren, Daten in Echtzeit verwalten, Qualitätskontrollen gewährleisten und eine effiziente Lieferkettenkoordination realisieren. Dies führt zu erhöhter Effizienz, besserer Flexibilität, Nachhaltigkeit und einer schnelleren Anpassung an Marktanforderungen.
3. Es zeichnet sich das Ende von On-Premise-Lösungen ab. Der Umstieg auf Cloud-basierte MES-Lösungen wie SAP Digital Manufacturing ist unumgänglich, um nicht vom Wettbewerb abgehängt zu werden. Dies ermöglicht eine flexible, kennzahlenbasierte, transparente Produktionssteuerung, eine effiziente Werkerführung und eine lückenlose Rückverfolgbarkeit der Produkte, die nahtlos in die ERP-Prozesse und andere Cloud-Systeme integriert ist. Zudem wird verstärkt auf IoT-Integration, künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen zur Datenanalyse gesetzt.