Viele produzierende Unternehmen nutzen historisch gewachsene Manufacturing Execution Systeme (MES). Wie diese sogenannten Legacy-Systeme genau funktionieren oder weiterentwickelt werden können, weiß dabei keiner so richtig. Schwierig wird’s spätestens, wenn der letzte Entwickler in Rente geht. Man sollte sich daher frühzeitig Gedanken um mögliche Lösungswege machen.
Legacy Systeme können Unternehmen in ihrer digitalen Entwicklung zurückwerfen.
(Bild: Trebing + Himstedt)
Ein Legacy-System in der Produktion bezieht sich auf veraltete Produktionssoftware oder -hardware, die immer noch in Betrieb ist. Diese Systeme, die auch als “Altsysteme” bezeichnet werden, sind oft historisch gewachsen und tief in die Produktionsprozesse und -infrastruktur eines Unternehmens integriert. Obwohl diese Systeme teilweise noch funktionieren und den Zweck erfüllen, für den sie ursprünglich entwickelt wurden, können sie das Wachstum und die Innovation behindern, da sie aufgrund vieler autonom gewachsener Strukturen mit den eigenen Ressourcen nicht mehr zukunftsfähig weiterentwickelt werden können.
Probleme von veralteten Bestandssystemen
Aus veralteten MES-Systemen können sich mit der Zeit viele Probleme entwickeln:
Technologischer Rückschritt: Veraltete Systeme verwenden oft veraltete Hardware, Software und Protokolle. Dies kann zu Ineffizienzen führen und die Fähigkeit des Systems beeinträchtigen, mit modernen Anforderungen Schritt zu halten. Beispielsweise könnten veraltete Kommunikationsprotokolle die Integration mit anderen Systemen erschweren.
Skalierbarkeit und Flexibilität: Legacy-Systeme sind oft nicht skalierbar. Wenn ein Unternehmen wächst oder sich ändert, kann es schwierig sein, das System anzupassen. Neue Funktionen hinzuzufügen oder das System auf größere Produktionslinien auszudehnen, kann eine Herausforderung sein.
Sicherheitsrisiken: Veraltete Systeme sind anfälliger für Sicherheitsbedrohungen als neue Systeme. Sie verwenden möglicherweise veraltete Sicherheitsprotokolle und sind weniger widerstandsfähig gegenüber Cyberangriffen. Dies kann zu Datenverlust, Produktionsausfällen und finanziellen Verlusten führen.
Probleme mit der Compliance: Die Einhaltung von Compliance-Vorschriften stellt Unternehmen vor große Herausforderungen. Angesichts der ständigen Weiterentwicklung dieser Vorschriften könnte ein veraltetes Legacy-System möglicherweise nicht in der Lage sein, sie zu erfüllen. Beispielsweise verlangt die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) von Unternehmen, dass sie genau wissen, welche Kundendaten sie speichern, wo sich diese befinden und wer darauf Zugriff hat. Die Verwaltung dieser Datensätze gestaltet sich mit veralteten Silo-Systemen äußerst schwierig, wenn nicht sogar unmöglich.
Integrationsschwierigkeiten: Wenn ein Unternehmen sich weiterentwickeln möchte, ist es notwendig, neue Systeme einzuführen, damit es in der schnelllebigen Welt wettbewerbsfähig bleibt. Die Integration eines Legacy-Systems in moderne IT-Infrastrukturen kann jedoch problematisch sein. Unterschiedliche Datenformate, Schnittstellen und Technologien erschweren die nahtlose Kommunikation zwischen Systemen. Dies kann zu Dateninkonsistenzen und ineffizienten Arbeitsabläufen führen.
Daten-Silos: Viele ältere Systeme wurden nicht für die nahtlose Integration mit anderen Systemen entwickelt, und veraltete Softwarelösungen basieren oft auf Frameworks, die sich nicht mit moderneren Systemen verknüpfen lassen. Das bedeutet, dass jedes Legacy-System gleichzeitig ein Datensilo ist. In diesen Silos sind nicht nur Daten gefangen, sondern sie verhindern auch, dass Abteilungen, die auf Altsysteme angewiesen sind, ihre Informationen mit dem Rest des Unternehmens teilen können. Wenn beispielsweise ein Team ein veraltetes System beibehält, während der Rest des Unternehmens ein Upgrade durchführt, bleibt dieses Team von den Business-Intelligence-Erkenntnissen abgeschnitten, die integrierte Systeme liefern könnten
Hohe Wartungskosten: Die Wartung von Legacy-Systemen kann teuer sein. Da die zugrunde liegende Technologie veraltet ist, können die Kosten für die Behebung von Problemen oder die Durchführung von Upgrades hoch sein. Darüber hinaus kann es schwierig sein, Experten zu finden, die mit der alten Technologie vertraut sind.
Verschiedene Lösungsansätze für Legacy-Systeme möglich
Es ist wichtig zu beachten, dass die Wahl des besten Lösungsansatzes von vielen Faktoren abhängt, einschließlich der spezifischen Anforderungen des Unternehmens, der verfügbaren Ressourcen und der Komplexität des Legacy-Systems. Hier einige Ansätze:
Modernisierung: Eine Möglichkeit besteht darin, das Legacy-System zu modernisieren. Dies könnte eine vollständige Neugestaltung und Neuentwicklung des Systems beinhalten oder auch nur eine schrittweise Aktualisierung bestimmter Komponenten. Die Modernisierung kann dazu beitragen, die Effizienz zu steigern und die Integration mit anderen Systemen zu erleichtern.
Stand: 16.12.2025
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Integration: Eine andere Möglichkeit besteht darin, das Legacy-System in ein neueres System zu integrieren. Dies könnte durch die Entwicklung von APIs oder die Verwendung von Middleware erreicht werden. Die Integration kann dazu beitragen, die Funktionalität des Legacy-Systems zu erhalten, während gleichzeitig die Vorteile neuerer Technologien genutzt werden.
Migration: Schließlich könnte man auch erwägen, das Legacy-System vollständig zu migrieren, beispielsweise in ein Cloud-basiertes MES-System wie SAP Digital Manufacturing. Dies würde bedeuten, dass alle Daten und Funktionen auf ein neues System übertragen werden. Die Migration kann eine gute Option sein, wenn das Legacy-System nicht mehr den Anforderungen entspricht oder wenn die Kosten für die Aufrechterhaltung und Aktualisierung des Systems zu hoch sind.
Lösungswege für das Legacy System.
(Bild: Trebing + Himstedt)
Systemaudits schaffen einen Überblick über Legacy-Systeme
Bevor sich ein Unternehmen für einen Lösungsansatz entscheidet, ist es ratsam, eine gründliche Analyse durchzuführen und gegebenenfalls Expertenrat einzuholen. Hier bieten sich spezielle Audit-Workshops an, bei denen die Verantwortlichen der Produktions-IT gemeinsam mit externen Experten zusammenarbeiten, um das bestehende Legacy-System zu bewerten, Gaps und Risiken aufzuzeigen und Ansätze für Verbesserungen zu identifizieren. Dadurch kann Transparenz über das Legacy-System in Bezug auf Architektur, Applikationen und Prozesse geschaffen werden. Gleichzeitig können erste Handlungsfelder für die Überführung in ein robustes Standard-System aufgezeigt werden.
Die Autorin Alessandra Scotto di Gregorio ist Content Marketing Manager bei Trebing + Himstedt.