Die Situation in Produktion und Supply Chain ist aktuell davon geprägt, dass Liefertermine häufig nicht eingehalten werden, Plan- und Ist-Daten auseinanderklaffen und immer mehr in eine Schicht gepresst wird. Best Practices zeigen, dass es auch anders geht. Ein Lösungsansatz besteht darin, Abteilungsgrenzen zu überwinden und standardisierte sowie integrierte Systeme für Planung und Analyse der Supply Chain zu nutzen. So lässt sich durch integrierte Planung eine resiliente Supply Chain erreichen.
(Bild: freepik)
Synchronisierte und integrierte Planung verschafft produzierenden Weltmarktführern messbare Wettbewerbsvorteile. Sie steht für einen flüssigen Ablauf des Wertschöpfungsprozesses, geringe Fehlerquote und transparente, nachvollziehbare Prozesse. Integriertes Planen reduziert den Zeitaufwand der Abstimmungen und Unsicherheiten deutlich. Somit können sich Unternehmen intensiver mit dem Analyse- und Entscheidungsprozess auseinandersetzen und den wirklich relevanten Fragestellungen beschäftigen, wie folgende:
Wie hoch ist unsere Liefertreue und was sind realistische Potenziale?
Sind die Wachstumsziele des Unternehmens mit der Produktionskapazität zu schaffen?
Wie gering können Pufferbestände mit Blick auf den Wunsch nach Resilienz ausfallen?
Passen Lieferzeiten und Kundenerwartungen zusammen?
Wie optimiere ich zwischen den Dimensionen Lieferzeit, Liefertreue und Plankosten?
Wertschöpfungskette als End-to-End-Prozess verstehen
Für eine synchronisierte Planung ist es notwendig, die gesamten Wertschöpfungskette als Leitlinie zu nehmen und in End-to-End-Prozessen zu denken. Informationen für planungsrelevante Entscheidungen müssen abteilungsübergreifend betrachtet werden. Die zeitliche Unterteilung in Lang- und Kurzfristplanung führt zu einer effizienten, schlagkräftigen und dabei resilienten Supply Chain mit einer Langfristplanung für Effizienzverbesserungen, der Mittelfristplanung mit Fokus auf Optimierung der Ausbringungsmengen und die Kurzfristplanung zur Steuerung der Liefertreue. Die mittel- und langfristige Planung schafft den Rahmen für die Feinplanung und resultiert aus der Unternehmensplanung. Kurzfristig unterstützt die Feinplanung bei der Einhaltung des Liefertermins, indem iterativ auf Einflüsse reagiert wird.
Integrierte Planung: Daten- und Zuständigkeitssilos aufbrechen
Technisch notwendig sind hierfür funktionierende Schnittstellen durch Standardprozesse und Standardsoftware über System- und Abteilungsgrenzen hinweg, also ein Aufbrechen der Daten- und Zuständigkeitssilos. Die aufeinander abgestimmte SAP-Standardsoftware mit den Modulen SAP PP/DS und der Produktionssteuerungssoftware (Manufacturing Execution System, MES) aus der Cloud, SAP Digital Manufacturing (SAP DM), gemeinsam mit den Daten aus der Logistik (Extended Warehouse Management, SAP EWM) bilden hierfür eine ideale Basis.
Die Einflussfaktoren in der Produktionsplanung.
(Bild: Trebing+Himstedt)
Integrierte und synchronisierte Planungs-, Produktions- und Logistikprozesse sind somit nicht nur eine technische, sondern vor allem auch organisatorische Herausforderungen, die durch agiles Vorgehen und Change Management gelöst werden können. Durch die Implementierung können Unternehmen ihre Auslastung und Liefertreue verbessern. Die Planung wird durch die Analyse der Ist-Abweichungen immer genauer. Zudem können die Produktion und das Supply Chain Management agiler auf Veränderungen reagieren.
Wie wird sich die Planung in Zukunft entwickeln? Welche weitergehenden Technologien sollten integriert und genutzt werden, um das Maximum aus Planungs-, Produktions- und Logistikprozessen herauszuholen? Künstliche Intelligenz ist die Antwort, um durch eine intelligente Datenanalyse der steigenden Anzahl an Informationen und der zunehmenden Komplexität der Prozesse in Form von Big Data die Stirn zu bieten.
Einblick in die mittel- und langfristige Planung.
(Bild: Trebing+Himstedt)
Maschinelles Lernen und Predictive Analytics ermöglichen es KI-Systemen, verborgene Muster in großen Datenmengen zu erkennen und präzise Vorhersagen zu treffen. Diese Technologien können beispielsweise Nachfragetrends für bestimmte Produkte identifizieren und Produktionspläne entsprechend anpassen. Sie sind auch in der Lage, potenzielle Engpässe und Ausfälle zu prognostizieren und präventive Maßnahmen zu empfehlen.
Doch nicht nur die Datenanalyse wird vereinfacht, auch die Nutzung wird intuitiver, durch Spracheingabe und Prompts in natürlicher Dialogform werden Engpässe schneller identifiziert und Lösungswege mithilfe von KI-basierter Assistenz entworfen, wie zum Beispiel „Hey Joule, welche Aufträge sind aktuell nicht im Plan? Erstelle einen optimierten Alternativplan und visualisiere mir die drei wichtigsten Engpässe in der Wertschöpfungskette, danke.“
Integrierte Planung: KI-Integration in ERP-Systeme führt zu maximalem Erfolg
Ein entscheidender Vorteil der KI ist ihre Fähigkeit zur Integration in bestehende Enterprise-Resource-Planning (ERP)-Systeme. Dies ermöglicht einen nahtlosen Informationsaustausch mit ERP-Daten aus den Bereichen Vertrieb, Einkauf, Lagerhaltung oder Finanzen, um das maschinelle Lernen zu verbessern. Gleichzeitig können Erkenntnisse aus KI-Analysen genutzt werden, um automatische Anpassungen in den ERP-gesteuerten Geschäftsprozessen vorzunehmen.
Stand: 16.12.2025
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Übergreifende Wertschöpfungsprozesse decken die Bereiche SAP DM und ERP PP/DS ab.
(Bild: Trebing+Himstedt)
Die Verbindung von KI und ERP schafft ein dynamisches Ökosystem, das schnell auf Veränderungen reagiert und kontinuierlich optimierte Produktionsabläufe liefert. Zudem erhöht die Integration die Transparenz des Produktionsprozesses und ermöglicht detaillierte Leistungsanalysen auf granularer Ebene – etwa pro Maschine oder Arbeitsschritt. Dies trägt zur Identifizierung und Implementierung gezielter Verbesserungsmaßnahmen bei.
Zusammenfassend bietet die Integration von KI in die Produktionsplanung, insbesondere in Verbindung mit ERP-Systemen, nicht zu unterschätzende Vorteile für Industrieunternehmen. Wer die Zukunft einer KI-gestützten und synchronisierten Planung entlang der Wertschöpfungskette nutzen will, um Weltmarktführer zu bleiben, muss heute damit anfangen, die Grundlagen dafür zu legen.