Wirtschaftslage Insolvenzen steigen weiter – Druck auf Mittelstand bleibt hoch

Verantwortliche:r Redakteur:in: Stefan Girschner 2 min Lesedauer

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Seit Jahresbeginn wurden in Deutschland 12.803 Insolvenzen von Unternehmen registriert. Das entspricht einem Anstieg um vier Prozent gegenüber dem Vorjahr. Gleichzeitig ging die Zahl der Firmengründungen bundesweit um drei Prozent auf 116.268 zurück, zeigt eine aktuelle Analyse von Dun & Bradstreet.

(Bild:  © playstuff/stock.adobe.com)
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Die Ursachen für den Anstieg der Insolvenzen liegen in einer Kombination aus anhaltend schwacher Konjunktur, hohen Energie- und Finanzierungskosten sowie einer gedämpften Investitionsbereitschaft. Besonders kleine und mittlere Unternehmen spüren den Druck durch gestiegene Betriebsausgaben und sinkende Margen. Hinzu kommen geopolitische Unsicherheiten, Fachkräftemangel und strukturelle Herausforderungen in zentralen Branchen wie dem Automobil- und Maschinenbau.

Insolvenzen konzentrieren sich auf strukturschwächere Regionen

Die Ergebnisse des "Global Bankruptcy Report" zeigen: Die wirtschaftlichen Belastungen bleiben hoch und treffen Regionen und Branchen unterschiedlich stark. Während einige Bundesländer Rückgänge verzeichnen, steigen in anderen die Insolvenzen zweistellig. Besonders betroffen sind Sachsen-Anhalt (plus 17 Prozent), Thüringen und Hessen (jeweils plus 14 Prozent) sowie Brandenburg und Rheinland-Pfalz (jeweils plus 8 Prozent). Rückgänge gab es dagegen unter anderem in Hamburg ( minus 9 Prozent) und Schleswig-Holstein (minus 3 Prozent).

Insolvenzen im Automotive-Sektor auf Rekordniveau

In der Branchenanalyse sticht das Autogewerbe mit einem Plus von 30 Prozent bei den Firmenpleiten hervor – der höchste Zuwachs aller Sektoren. Ebenfalls überdurchschnittliche Anstiege zeigen das Gastgewerbe (plus 13 Prozent), der Maschinenbau und Architekturbüros (jeweils plus 12 Prozent). Diese Entwicklung deutet auf strukturelle Schwächen in zentralen Bereichen der deutschen Wirtschaft hin.

Neugründungen auf Talfahrt – schwächere Dynamik in Norddeutschland

Die Gründungsaktivität blieb auch im dritten Quartal 2025 verhalten. Bundesweit wurden drei Prozent weniger Unternehmen neu eingetragen. Besonders stark fiel der Rückgang in Bremen (minus 14 Prozent), Mecklenburg-Vorpommern und Saarland (jeweils minus 13 Prozent) aus. Zuwächse gab es lediglich in Brandenburg (5 Prozent), Bayern (3 Prozent) und Sachsen (2 Prozent).

„Die anhaltend hohen Insolvenzzahlen und der Rückgang bei den Neugründungen zeigen, dass die konjunkturelle Schwäche zunehmend strukturelle Züge trägt“, sagt Stefan Kuhlmann, Commercial Director Deutschland bei Dun & Bradstreet Deutschland. „Viele Betriebe kämpfen gleichzeitig mit hohen Kosten, zögerlichen Investitionen und sinkender Nachfrage. In Zeiten steigender Insolvenzen ist der Zugang zu verlässlichen Daten entscheidend, um Geschäftspartner zu überwachen, Risiken frühzeitig zu erkennen und den laufenden Betrieb abzusichern.“

Dun & Bradstreet ist Anbieter von Daten und Analysen zur Entscheidungsfindung, ermöglicht es Unternehmen auf der ganzen Welt, ihre Geschäftsergebnisse zu verbessern. Die Data Cloud von Dun & Bradstreet liefert Lösungen und Erkenntnisse, die es den Kunden ermöglichen, ihre Umsätze zu steigern, Kosten zu senken, Risiken zu minimieren und ihr Geschäft zu verändern.

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