ERP-Software ERP-Software für den Mittelstand: Die wichtigsten Merkmale zukunftsfähiger Systeme

Ein Gastbeitrag von Patrick Markowski 4 min Lesedauer

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Der Einsatz von ERP-Software ist mittlerweile auch in kleinen und mittleren Unternehmen unabdingbar. Der Schritt von der Buchhaltung in Excel hin zu einem umfassenden ERP-System ist für mittelständische Betriebe notwendig, um auch in Zukunft wettbewerbsfähig zu bleiben. Immer kürzere Produktzyklen, komplexere Lieferketten und neue gesetzlichen Regulierungen erfordern eine ERP-Software für den Mittelstand, die dabei hilft, manuelle Prozesse zu automatisieren.

Eine zukunftsfähige ERP-Software muss skalierbar sein, damit sich neue Teams oder Standorte integrieren lassen.(Bild:  fauxels/Pexels)
Eine zukunftsfähige ERP-Software muss skalierbar sein, damit sich neue Teams oder Standorte integrieren lassen.
(Bild: fauxels/Pexels)

Gerade mittelständische Unternehmen fühlen sich von der Vielzahl der angebotenen Softwarelösungen oft überfordert. Bevor in ein ERP-System investiert wird, müssen sich Unternehmen also die Frage stellen, welchen Besonderheiten der jeweiligen Betriebs- und Produktionsabläufe das System gerecht werden muss. Drei Aspekte stehen dabei besonders im Fokus: Kann das System die eigenen Produkte über den gesamten Lebenszyklus begleiten? Kann es mit dem Unternehmen wachsen und auf Veränderungen im Geschäftsalltag reagieren? Und bleibt es trotz notwendiger Anpassungen und Individualisierungen problemlos updatefähig?

Produkte in ERP-Software für den Mittelstand während des gesamten Lebenszyklus begleiten

Kürzere Innovationszyklen und die Fähigkeit, schnell und flexibel auf sich ändernde Kundenwünsche einzugehen, sind für mittelständische Unternehmen überlebenswichtig. Gerade in ihrer Flexibilität gegenüber großen Wettbewerbern liegt ihr Vorteil. Um mit der ressourcenstarken Konkurrenz mithalten zu können, ist eine effiziente Kollaboration, Dokumentation und Verwaltung von Daten sowie eine agile Steuerung von Unternehmensprozessen im Produktlebenszyklus unabdingbar. Da die gemeinsame Nutzung und Synchronisierung großer Datenmengen immer aufwändiger werden, steigt die Nachfrage nach leistungsfähigen Werkzeugen, die eine effiziente Zusammenarbeit von Menschen, Maschinen und Technologien in der Produktentwicklung ermöglichen.

ERP-Anwendungen in Kombination mit einem integrierten PLM-System (Product Lifecycle Management) bieten hier eine optimale Lösung, um Prozesse zu verbessern und verlässliche Daten für die Unternehmenssteuerung zu liefern. Werden beispielsweise CAD-Daten aus Konstruktionszeichnungen hinterlegt, generiert das System vollautomatisch Artikel- und Stücklisten. Damit sind alle Produktänderungen und -versionen lückenlos nachvollziehbar. Dies erschließt Rationalisierungspotenziale, senkt Kosten und schafft Wettbewerbsvorteile.

Das neue User Interface von Myfactory zeichnet sich durch eine hohe Benutzerfreundlichkeit aus.(Bild:  Forterro)
Das neue User Interface von Myfactory zeichnet sich durch eine hohe Benutzerfreundlichkeit aus.
(Bild: Forterro)

Wie die Praxis zeigt, führt die Verbindung der technischen Produktebene im PLM mit den betriebswirtschaftlichen Prozessen zu einer nachhaltigen Effizienzsteigerung in der Produktentwicklung. Die immer engere Verknüpfung beider Bereiche bringt für Fertigungsunternehmen zahlreiche Vorteile mit sich. So hilft die vollständige Transparenz von Produktdaten und -erfahrungen dabei, die Time-to-Market für neue Produkte zu verkürzen. Darüber hinaus lassen sich dadurch die Produkte optimieren, die Herstellkosten senken und die Produktqualität steigern.

System passt sich an betriebliche Anforderungen an

Im produzierenden Mittelstand spielen viele und oftmals über verschiedene Regionen verteilte Märkte eine wichtige Rolle und sind essentielle Faktoren für die Zukunftsfähigkeit der Unternehmen. Beschaffungs- und Vertriebsaktivitäten sind international ausgerichtet, wobei Produktionsstandorte oder Partner im Ausland in das Firmennetzwerk teilweise integriert sind. Die Folge sind weltweit verteilte Projektmanagement-Teams oder Produktionsstätten und Vertriebsbüros im Ausland.

Gerade in mittelständischen Unternehmen hinken die IT-Systeme nicht selten der fortschreitenden Internationalisierung hinterher. Dabei ist es aktuell wichtiger denn je, dass die eingesetzte ERP-Software das nötige Skalierungspotenzial besitzt. Sie sollte neue Teams oder Niederlassungen problemlos integrieren können, neben Mandantenlösungen auch echte Multisite-Funktionen enthalten sowie verschiedene Sprachen und Währungen unterstützen. International aufgestellte Softwareanbieter sind diesen Herausforderungen meist am besten gewachsen, da sie verschiedene Märkte kennen.

Eine Multisite-fähige ERP-Software für den Mittelstand bietet die Funktionalität, auch komplexe Organisationsformen detailgetreu abzubilden. Sie kann zudem den Material- und Wertefluss zentral und transparent steuern. Automatisierte Workflows zwischen den verschiedenen Standorten reduzieren zugleich den Abstimmungsaufwand und beschleunigen die Prozesse. Dies bringt einen wesentlichen Vorteil mit sich: Gemeinsame Informationen wie Stammdaten, Produktionspläne und Lagerbestände stehen allen Standorten in Echtzeit zur Verfügung. Bei Materialengpässen oder Auslastungsspitzen können Umlagerungen zwischen den Tochtergesellschaften eine termingerechte Lieferung sicherstellen.

Trotz Anpassungen bleibt die Update-Fähigkeit erhalten

Nach der Installation einer ERP-Software für den Mittelstand und der Einarbeitung der Mitarbeiter kann sich herausstellen, dass die individuellen Arbeitsweisen und Bedürfnisse des Unternehmens noch nicht vollständig abgedeckt sind. Gerade Mittelständler verfügen nicht immer über eine eigene IT-Abteilung. Im Idealfall stellt der Software-Anbieter Low-Code-Tools zur Verfügung, die den Mitarbeitern umfassende Individualisierungsmöglichkeiten bieten. Damit können beispielsweise Automatisierungen konfiguriert werden, die manuelle Arbeit ersparen und Fehleingaben verhindern. So lässt sich das System ohne Programmieraufwand an die internen Abläufe zielgenau anpassen – auch in Zukunft.

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Besonders vorteilhaft ist es, wenn die Software darüber hinaus in der Lage ist, die scheinbaren Gegensätze von Standardisierung und Individualisierung zu vereinen. Denn wenn individuelle Anpassungen nicht im Kern des Systems vorgenommen werden, können diese nicht nur in kürzester Zeit stattfinden, sondern bleiben bei Upgrades erhalten. Dadurch profitieren Betriebe von einer schnellen und unkomplizierten Weiterentwicklung und können hohe Folgekosten einsparen.

Vorteile einer Cloud-basierten ERP-Software für den Mittelstand

Gerade Cloud-Lösungen bieten all diese Vorteile und stellen daher eine sichere Investition in die Zukunft dar. Durch ihre Anpassungsfähigkeit ermöglichen sie nicht nur eine effiziente Integration von ERP-Systemen, sondern auch eine nahtlose Skalierung, um den sich ständig ändernden Anforderungen gerecht zu werden. Insbesondere im Kontext von Umwelt-, Sozial- und Governance-Anforderungen (ESG) gewinnt die Rolle von Cloud-basierten ERP-Lösungen zunehmend an Bedeutung. Vor dem Hintergrund aktueller und kommender gesetzlichen Regelungen wie der Plastiksteuer und dem Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz ist es entscheidend, dass ERP-Software nicht nur betriebswirtschaftliche Prozesse abbildet, sondern auch den Anforderungen an nachhaltiges und ethisches Wirtschaften gerecht wird.

ERP-Software für den MittelstandPatrick Markowski 
VP Product Management bei Forterro

Bildquelle: Forterro