Produktionsunternehmen weltweit befinden sich im Wandel – allerdings nicht beim Digitalisierungsgrad. Genauer betrachtet ist dies nur das Resultat von neuen technologischen Möglichkeiten und einer Weltwirtschaft, die von Disruption geprägt wird. Eine der Branchen mit der höchsten Transformationsdynamik ist die Automobilindustrie.
(Quelle: Zapp2Photo/shutterstock)
Der Automobilbau ist eine der innovativsten Branchen. Dass ohne Digitalisierung in der Automobilindustrie keine Produktion zukunftsfähig sein wird, steht hier eigentlich außer Frage. Doch die Schnelllebigkeit der Technologien, die immer kürzer werdenden Produktionszyklen und der hohe globale Wettbewerbsdruck erfordern ein strategisches Pionierdenken.
Digitalisierung in der Automobilindustrie: Agieren ist das A und O
Es reicht dabei längst nicht mehr aus, nur zu beobachten, sondern zu reagieren. Aktion statt Reaktion ist das Erfolgsrezept – und das ist vor dem Hintergrund der Herausforderung alles andere als einfach. Doch wer die aktuellen Trends im Blick behält und in seine strategischen Überlegungen mit einbezieht, hat gute Chancen, sich zukunftsfähig am Markt zu positionieren.
Nachhaltigkeit und Klimawandel verändern den Markt
Nachhaltigkeit ist für die Automobilindustrie inzwischen eine wichtige Voraussetzung für den Geschäftserfolg von morgen. Viele Hersteller und Zulieferer verfolgen eine Nachhaltigkeitsstrategie, denn die gesetzlichen Vorschriften in Sachen Klimaschutz sind in den letzten Jahren deutlich schärfer geworden. Auch andere Stakeholder legen heutzutage zunehmend Wert darauf, dass Kontrollen und Nachweise in Jahresberichten akribisch dokumentiert werden. Dazu kommen die weltweit gesteckten, klimapolitischen Ziele mit einem klaren Fokus auf die Reduktion der CO2-Emissionen – und dies eben nicht nur bezogen auf den Verkehrssektor, sondern eben auch auf die vorgelagerte Produktion und Logistik.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Nachhaltigkeit der Wertschöpfungskette mit dem Grundsatz der Wiederverwertung und dem Recycling von Ressourcen. Besonders wichtig dabei: Transparenz entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Vor diesem Hintergrund nehmen Automobilhersteller und Zulieferer die Umsetzung innovativer Konzepte wie Kreislaufwirtschaft, Batterie-Recycling, biologisch abbaubare Komponenten und nachhaltige Prozesse in Forschung, Entwicklung und Produktion in den Blick.
Umsatzantrieb hängt mit E-Mobilität zusammen
Ein Ergebnis der immer schärfer werdenden Klimaziele ist die E-Mobilität. Allein im Jahr 2020 ist die Zahl der zugelassenen Pkws mit reinem Elektroantrieb um 206 Prozent im Vergleich zu 2019 gestiegen. Dies stellt sowohl für OEMs als auch für Zulieferer eine historische Herausforderung dar: Sie müssen gleichzeitig das aktuelle Kerngeschäft wahren und gleichzeitig neue Kompetenzen aufbauen.
Bei dem unaufhaltsamen Trend zur Elektromobilität darf nicht nur der Produktbereich „Antrieb“ in den Blick genommen werden, in dem es mit der Reduzierung bei Verbrennungsmotoren zu Wertschöpfungsverlusten kommen wird. Bei der neuen Generation von Fahrzeugen wird es in einigen Produktbereichen insbesondere in der Elektronik, aber auch beim Interieur zu deutlichen Wertschöpfungszuwächsen kommen. Es geht beim Thema E-Mobilität also nicht nur um neue Komponenten. Vielmehr bedeutet es, den Spagat zwischen alter und neuer Welt mit Fokus auf neue Kompetenzen zu schaffen.
Weniger Fließband, mehr Agilität in der Produktion
Wo früher ein Fließband war, wird in Zukunft ein Sensorstreifen am Boden fahrerlose Transportfahrzeuge von Fertigungsstation zu Fertigungsstation führen. Was wie Science Fiction kling, wird bereits heute zunehmend Realität: Automated Guided Vehicle (AGV) sind auf dem Vormarsch. Der Grund dafür liegt in ihrer erhöhten Flexibilität.
Bei den starren Abläufen einer Fördertechnikfertigung bedeutete eine Veränderung im Produktionsablauf enormen Aufwand: Fahrzeuge oder Teile müssen aufwändig vom Fließband gehoben und eine Neusortierung vorgenommen werden. Als Reaktion auf den immer höher werdenden Produktionsdruck und die Zunahme von Fertigungen im Sinne der Losgröße 1 setzen OEMs immer stärker auf agilere Produktionsprozesse. Damit profitieren sie nicht nur von einem niedrigeren Investment, sondern auch von einer verringerten Taktzeit, da jedes Fahrzeug nur die Stationen durchläuft, welche auch wirklich nötig sind. Doch wo viel Licht ist, gibt es auch immer Schatten: Flexibilität heißt auch Erhöhung der Komplexität. AGVs stellen neue Ansprüche an Planung und Steuerung. Um dem gerecht zu werden, gewinnt der Digital Twin zunehmend an Bedeutung.
Digitalisierung in der Automobilindustrie: Enormer Anstieg der Datenmengen
Die Menge der verfügbaren Daten in Produktionen ist in den letzten Jahren enorm gestiegen. Daraus ergibt sich Potenzial für Optimierungen – wenn die Daten richtig genutzt werden. Richtig genutzt bedeutet: Abkehr von siloartigen Strukturen, hin zu einem integrierten Datenmanagement, verknüpft mit einer Datendemokratisierung und intelligenten Analysemethoden.
Nach wie vor herrschen in vielen Produktionsunternehmen noch siloartige Strukturen: ERP-System und Shopfloor sind getrennt und keine Einheitlichkeit zwischen Standorten. Verschiedene Systeme bedeuten verschiedene Log-Ins, verschiedene Oberflächen und eine spezifische Datenlage. So verwaltet, ist das Datenmanagement eher Belastung als Erleichterung im stressigen Produktionsalltag. Mithilfe einer Plattformlösung werden genau diese hinderlichen Parameter hinfällig. Eine standortübergreifende Datenbasis, auf die über verschiedene Apps zugegriffen werden kann, erleichtert Analysen, Entscheidungen und die Kommunikation.
Stand: 16.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die WIN-Verlag GmbH & Co. KG, Chiemgaustraße 148, 81549 München einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://kontakt.vogel.de/de/win abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.
Der Weg führt in die Cloud
Mit Software as a Service begann der Siegeszug von Cloud Computing. Doch andere Segmente holen auf. In der Automobilbranche sind Anwendungen immer häufiger Cloud-basiert. Cloud-Lösungen sorgen auch dafür, Lastspitzen abzufangen. Mittlerweile hat sich Cloud Computing im Hyperscale-Bereich weiterentwickelt und bildet echte Kernprozesse ab, insbesondere im Bereich von Logistik und Fertigung. Die Cloud wird auch benötigt, um Apps zu entwickeln und diese den Mitarbeitern zugänglich zu machen. Software-Anwendungen zu bauen, reicht inzwischen nicht mehr. Sie müssen gleichzeitig auch skalierbar und weltweit ausrollbar sein. Des Weiteren nehmen künstliche Intelligenz und Machine Learning eine immer wichtigere Rolle in der Digitalisierungsstrategie von produzierenden Unternehmen ein. Cloud-Lösungen mit einem State-of-the-Art-Technologieansatz tragen dieser Entwicklung bereits Rechnung.
Nach anfänglicher Skepsis und Versuchen der Automobilbranche, das Datenmanagement in der eigenen Cloud zu halten, ist seit etwa drei Jahren ein gewaltiger Paradigmenwechsel erkennbar. Die Entwicklungen verlaufen sehr dynamisch, der Schulterschluss zwischen Automobilherstellern und Softwareanbietern wird enger. Genaue Vorhersagen darüber, wo die Reise hingehen wird, sind hier kaum möglich. Eines steht jedoch fest: Die Zukunft liegt in der Cloud und damit bei Softwarelösungen, die auf integrierten und skalierbaren Ansätzen basieren.