Digitale Transformation fordert die Automatisierung: Anlagen müssen vernetzt, sicher sowie zentral verwaltet werden. Eine Cloud wie SEW-Eurodrives OrchestrationSuite verbessert das Softwaremanagement.
Dank des transparenten Code-Managements in der OrchestrationSuite-Cloud können Supportanfragen mit einem konkreten Fehlercode erfolgen.
(Bild: SEW-Eurodrive)
Moderne Produktionsumgebungen sind durch eine hohe Heterogenität der Automatisierungskomponenten geprägt. Dazu zählen SPS, Motion Controller, Roboter, Antriebe, HMIs und Edge-Geräte, die meist von verschiedenen Herstellern stammen. Diese Vielfalt führt zu einem erheblichen administrativen Aufwand: Der Einsatz von dividuellen Engineering-Tools sowie lokale Softwareinstallationen und manuelle Updates sind an der Tagesordnung. Die OrchestrationSuite von SEW-Eurodrive begegnet dieser Komplexität mit einer zentralen, webbasierten Managementplattform, die herstellerunabhängig arbeitet. Sie ermöglicht die durchgängige Verwaltung, Versionierung und das Backup der Automatisierungssoftware über eine einheitliche Benutzeroberfläche – unabhängig vom eingesetzten System, Hersteller oder Standort der Anlage.
Das Software-Backup und -Deployment kann entweder über die integrierten Engineering-Tools oder über moderne Deployment- und Backup-Pipelines durchgeführt werden – sogar für ganze Gerätefelder und unterschiedliche Softwaretypen, ohne dass die Engineering-Umgebung geöffnet werden muss. Backups können auch dann über FTP (File Transfer Protocol) oder SFTP (Secure FTP) erstellt werden, wenn keine Hersteller-APIs verfügbar sind – für maximale Transparenz und eine zuverlässige Wiederherstellung im Fehlerfall.
Cloud unterstützt auch Software und Geräte von Drittanbietern
Die vollständig browserbasierte Architektur der OrchestrationSuite erlaubt den Zugriff ohne lokale Softwareinstallation. Stattdessen werden die Engineering-Umgebungen in der Cloud bereitgestellt, gestartet und die Oberfläche bei Bedarf im Browserfenster angezeigt. Die Kommunikation mit den Feldgeräten erfolgt über verschlüsselte VPN-Verbindungen. Über standardisierte APIs stehen Funktionen wie Softwareverteilung, manuelles und geplantes automatisches Backup, Versionsverwaltung, Codevergleich und Remote-Zugriff zur Verfügung – unabhängig von der Engineering-Umgebung. Ein besonderes Merkmal ist die Interoperabilität: Außer den SEW-eigenen Systemen, die über die Engineering-Umgebungen Movisuite, Movitools MotionStudio und MoviruNopen parametriert und programmiert werden können, unterstützt die Cloud OrchestrationSuite auch Software und Geräte von Drittanbietern.
Basierend auf Technologien des Anbieters Software Defined Automation Inc. bringt SEW-Eurodrive bewährte IT-Methoden wie DevOps in die industrielle Praxis. Dieser Ansatz in der Softwareentwicklung integriert die Entwicklung (Dev) und den IT-Betrieb der Software (Ops). Ziel ist die Einführung schlanker, flexibler Softwareprozesse mit Continuous Integration, Continuous Deployment und schnellen Feedbackzyklen – direkt vom Shopfloor.
Vom Benutzerinterface bis zur Automatisierungsebene erlaubt die Architektur der Software eine schnelle Integration und gute Skalierbarkeit.
(Bild: SEW-Eurodrive)
Integration KI-basierter Assistenzfunktionen
Ein ebenso in die Cloud-basierte Lösung integrierter, KI-gestützter Assistent unterstützt Anwender bei der Analyse des Steuerungscodes und der automatisierten Erstellung technischer Dokumentationen. Das entlastet die Engineering-Teams und erhöht die Qualität und Nachvollziehbarkeit der Softwareentwicklung. Automatisierungs- und IT-Spezialisten sparen sich damit viel Zeit für das Interpretieren und Nachvollziehen von unkommentiertem Code.
Mit der OrchestrationSuite stellt SEW-Eurodrive ein leistungsfähiges Tool für das zentrale, herstellerübergreifende Softwaremanagement in der Automatisierungstechnik bereit.
Skalierbarkeit und Sicherheit in der Cloud
Die Architektur der Cloud-Lösung ermöglicht eine bedarfsgerechte Skalierung sowie den standortübergreifenden Zugriff auf Maschinen und Anlagen. Dabei steht die Sicherheit der Daten und Systeme im Mittelpunkt. So sorgen VPN-Verbindungen für eine verschlüsselte Datenübertragung zwischen der Cloud und den angeschlossenen Anlagen. Die Vergabe von Benutzerrechten erfolgt über ein rollenbasiertes Zugriffskonzept (RBAC), das auch temporäre Zugriffsrechte für externe Techniker ermöglicht – präzise definierbar und nachvollziehbar. Ergänzend dazu steht in der Cloud stets die dem Projekt entsprechende, vorinstallierte Engineering-Software zur Verfügung, einschließlich einer integrierten Lizenzverwaltung. Das ermöglicht den Anwendern ein effizientes Arbeiten – ganz ohne Installations- oder Updateaufwand. Durch den Remote-Zugriff auf Anlagen verkürzt die OrchestrationSuite auch ungeplante Stillstände, weil sich die Experten – ganz ohne Reiseaufwand – schnell remote aufschalten können. Damit leistet die Plattform auch einen Beitrag zu einer nachhaltigen und wirtschaftlichen Produktion.
Mit der OrchestrationSuite stellt SEW-Eurodrive ein leistungsfähiges Tool für das zentrale, herstellerübergreifende Softwaremanagement in der Automatisierungstechnik bereit. Die Lösung ermöglicht die Nutzung moderner IT-Methoden in einer OT-Umgebung, schafft hohe Sicherheitsstandards und Transparenz. Damit ist sie eine zukunftssichere Antwort auf die Herausforderungen der digitalen Produktion. Pilotprojekte in den eigenen Werken von SEW-Eurodrive begleiten die Markteinführung im Herbst 2025 anlässlich der SPS, Fachmesse für Automatisierung, in Nürnberg.
Stand: 16.12.2025
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Christian Keßler ist Division Manager Digitalisierung und Automation und Milan Licina Produktmanager OrchestrationSuite bei SEW-Eurodrive in Bruchsal.