Das digitale Ökosystem von Factory-X markiert einen Wendepunkt für Europas Industrie – offen, interoperabel, resilient und bereit für den globalen Wettbewerb.
Factory-X revolutioniert mit dem MX-Port-Konzept Industrie-Datenräume und sichert globale Interoperabilität.
(Bild: Open Industry 4.0 Alliance)
„Daten nutzbar machen für Wettbewerbsfähigkeit, Resilienz und Nachhaltigkeit“ ist die Leitvision von Factory-X. Das Projekt schafft die technische Grundlage für digitale Zusammenarbeit über Branchen hinweg, wie beispielsweise die Automobilindustrie, Halbleiter- und Luft- und Raumfahrtbranche, und ermöglicht skalierbare Lösungen für die seit langem bestehenden Herausforderungen bei Datenfragmentierung und Interoperabilität in der Industrie.Gefördert von der Europäischen Union und unterstützt von der deutschen Bundesregierung verfolgt Factory-X einen praxisorientierten Ansatz und entwickelt elf Anwendungen aus der realen Welt, die prototypisch umgesetzt werden und einen Mehrwert für Zulieferer und Betreiber in Fabriken zeigen. Diese Prototypen bahnen den Weg für neue Geschäftsmodelle und einen anpassungsfähigeren Fertigungssektor.Im Rahmen der Hannover Messe 2025 (HM25) präsentierte Factory-X ihr MX-Port-Konzept und mehrere Demonstratoren, die illustrieren, wie sich Möglichkeiten aus dem Digital Product Passport (DPP) für einen sicheren, länderübergreifenden Datenaustausch ergeben. Dazu gehört auch die internationale Zusammenarbeit von Experten aus Deutschland, den Vereinigten Staaten, Japan, Korea, Frankreich, Österreich und den Niederlanden — ein Zeichen für die globale Relevanz der Vision von Factory-X.
Im Rahmen der Hannover Messe 2025 (HM25) präsentierte Factory-X ihr MX-Port-Konzept und mehrere Demonstratoren.
(Bild: Open Industry 4.0 Alliance )
"Factory-X hat als Leuchtturmprojekt eine hervorgehobene Rolle"
Der HM25 Leaders' Dialogue versammelte führende Persönlichkeiten aus Politik, Industrie und Forschung, um die Zukunft der digitalen industriellen Transformation Europas zu erörtern. Die Veranstaltung, organisiert von Plattform Industrie 4.0 und unterstützt durch die deutschen Bundesministerien für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) sowie Bildung und Forschung (BMBF), stand unter dem Motto: „Datengetriebene Industrie – Gestaltung einer neuen Ära.“ In seiner Eröffnungsrede und der offenen Diskussion betonte der damalige Bundesminister Dr. Robert Habeck die Notwendigkeit von Kooperationsinitiativen wie Manufacturing-X als Gegenpol zu Isolationismus und Protektionismus und unterstrich die strategische Bedeutung der europäischen Zusammenarbeit auf der Grundlage der Datensouveränität.Um die nahtlose Integration aller Manufacturing-X-Projekte sicherzustellen, wurde das Manufacturing-X Guidance Board vom Konsortium geschaffen. Es koordiniert und hilft bei der Abstimmung der Zusammenarbeit unter Projekten wie Semiconductor-X und Aerospace-X und stärkt die Rolle von Factory-X als technischer und strategischer Anker.„Manufacturing-X setzt als eine der großen digitalpolitischen Initiativen für den Aufbau von Datenökosystemen in der Industrie Maßstäbe“, erklärt Ernst Stöckl-Pukall, Leiter des Referats Digitalisierung und Industrie 4.0 im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie. „Dies ist für die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit, Nachhaltigkeit und Resilienz unserer Industrie von großem Wert. Factory-X hat als Leuchtturmprojekt hierin eine hervorgehobene Rolle, Lösungen auch domänenübergreifend zu ermöglichen. Die Beiträge des von Factory-X mit ihren stark Netzwerkpartnern leisten schon jetzt wesentliche Beiträge für den Gesamterfolg von Manufacturing-X.”
Festlegung auf eine einheitliche Schnittstellenarchitektur
Aus fachfremder Perspektive mag es überraschend erscheinen, dass im Rahmen von Factory-X bereits die Identifikation und Entwicklung von zwei bis drei alternativen Lösungsansätzen als bedeutender Fortschritt gewertet wird. Dieser Eindruck verkennt jedoch die Ausgangslage in der industriellen Automatisierung. Die aktuelle Heterogenität an Kommunikationsprotokollen und proprietären Schnittstellen in der Fabrik-IT gleicht einem babylonischen Sprachgewirr, das in der klassischen IT seit den 1980er Jahren weitgehend überwunden wurde. Während sich dort heute standardisierte Technologien wie USB oder HTTPS durchgesetzt haben und eine weitgehend automatisierte, nutzerfreundliche Konfiguration ermöglichen, herrscht in der Fabrikautomatisierung weiterhin eine fragmentierte Systemlandschaft, vergleichbar mit der frühen Phase der Personal Computer.Systemintegrationen in diesem Umfeld erfolgen nach wie vor größtenteils manuell und aufwendig – häufig durch dedizierte Systemintegratoren und mit erheblichem Ressourceneinsatz. Im Vergleich dazu verfügen selbst Bauprojekte im privaten Bereich über besser standardisierte Schnittstellen als viele Digitalisierungsvorhaben in der Produktionstechnik.Vor diesem Hintergrund ist die Festlegung auf eine einheitliche Schnittstellenarchitektur mit lediglich drei Ausprägungsvarianten im Rahmen von Factory-X als substanzieller Fortschritt zu bewerten. Für IT-affine Anwender erscheinen drei Schnittstellen möglicherweise als Übermaß – in der industriellen Realität hingegen stellt dies eine Vereinfachung dar, die einer Reduktion der Komplexität um den Faktor zehn gleichkommt.
Stand: 16.12.2025
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„Wir unterstützen Hersteller — einschließlich KMUs — dabei, an digitalen Ökosystemen teilzunehmen, ohne dabei Wettbewerbsfähigkeit und Sicherheit zu beeinträchtigen“, betont Georg Kube, Head of MX-Guidance Board and Consortium Co-Lead for Factory-X.
(Bild: Open Industry 4.0 Alliance )
"Wir modernisieren die industrielle Landschaft Deutschlands"
„Internationale Zusammenarbeit in sicheren Datensphären ist nicht länger optional — sie ist unerlässlich“, sagt Dirk Vielsäcker, Co-Consortium Lead Factory-X. „Unsere HM25-Demonstratoren sind ein Proof of Concept für skalierbare, länderübergreifende Interoperabilität im Einklang mit global akzeptierten Standards.“Auf nationaler Ebene hat Factory-X bereits Fortschritte bei einer modularen, an Standards ausgerichteten Architektur gemacht, dem MX-Port. „Wir unterstützen Hersteller — einschließlich KMUs — dabei, an digitalen Ökosystemen teilzunehmen, ohne dabei Wettbewerbsfähigkeit und Sicherheit zu beeinträchtigen“, betont Georg Kube, Head of MX-Guidance Board and Consortium Co-Lead for Factory-X. „So erschließen wir neue Wertschöpfungsketten und modernisieren die industrielle Landschaft Deutschlands.“Das Momentum des Projekts steht im Einklang mit aktuellen Prioritäten in der Europäischen Union in Bezug auf Souveränität, Cybersicherheit und Klimaneutralität. Mit dem Fokus auf sichere Infrastrukturen unterstützt Factory-X nicht nur die digitale Transformation — es beschleunigt die Führungsrolle Europas in der nächsten Ära der industriellen Innovation.