Das Internet of Things soll schnellere Prozesse in der Logistik und Produktion ermöglichen. Allerdings gibt es Stolpersteine und rechtliche Hürden. Abhilfe schafft das Asset Tracking.
(Quelle: Getty Images)
Schnellere Prozesse in der Logistik und Produktion zählen zu den größten Versprechen, die mit dem Internet of Things einhergehen. Da es Stolpersteine wie Metallwände und rechtliche Hürden gibt, geraten immer wieder Piloten und Großprojekte ins Straucheln. Wie es anders geht, auf welche Arten Asset Tracking technisch umgesetzt werden kann und was rechtlich zu beachten ist, wird in diesem Beitrag erläutert.
Innovative Technologie
Asset Tracking ist eine innovative Technologie, die in Logistik und Produktion eingesetztwird, um wichtige Betriebsmittel (Assets) zu steuern. Sowohl an der Produktionslinie als auch im Lager lässt sich so nachvollziehen, wo sich wann welche Gegenstände in welchem Prozessschritt befinden. Dies ermöglicht eine klare Übersicht, wie sich Betriebsmittel verteilen. Live können so der Prozessfluss und der tatsächliche Stand der Dinge überblickt werden. Eine so umfassende Kontrolle geht deutlich über das bisherige Wissen hinaus, das höchstens darin bestand, wie Gegenstände verbucht sind. Mit Asset Tracking werden erstmals die Ist-Zustande in Echtzeit erfasst.
Technologische Umsetzung von Asset Tracking
Für die Umsetzung von Asset Tracking haben sich verschiedene Technologien etabliert. Je nach Einsatzzweck und -ort eignen sich für ein Tracking in geschlossenen Räumen sowohl RFID-Tags als auch Bluetooth-Low-Energy-Tags oder Ultra-Wideband-Tags. Neben diesen drei Sendetechniken bietet sich für ein Tracking im Außenbereich die GPS-Technologie an.
Modularer Aufbau
Der eigentliche Prozess des Asset Trackings ist modular aufgebaut. Die Lösung besteht aus Sendern beziehungsweise Tags und stationären Empfängern oder Gateway-Geräten, die mit dem zugehörigen System kommunizieren. Die Tags werden an den Gegenständen angebracht. Gateway-Geräte erfassen die Signale der Tags (Standortdaten). Nachdem das System die Daten interpretiert hat, werden die Standortinformationen online über einen Browser und eine App zur Verfügung gestellt.
Rechtskonform: Was ist bei Asset Tracking erlaubt?
Asset Tracking als Überwachung von Betriebsmitteln ist im deutschsprachigen Raum erlaubt. Gerade wenn die eigenen Produktions- oder Lagerräume überwacht werden sollen, gibt es keine Einschränkungen, diese Betriebsmittel mit Signalen nachzuverfolgen. Ganz wichtig ist jedoch, dass man in diesem Prozess keinerlei personenbezogene Daten erfasst. In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist es nicht erlaubt, Mitarbeiter einem Tracking zu unterziehen, sie dürfen auch nicht indirekt mit Lokalisierungsmaßnahmen überwacht werden. Hier ist ein besonderer Blick auf die einzelnen Prozessschritte nötig: Wird ein Transportmittel mit einem Sensor ausgestattet, so wird auch der Fahrer indirekt getaggt und getrackt. In der Folge können auch Ruhezeiten des Transportmittels eindeutige Rückschlüsse auf den Aufenthalt des Fahrers geben. Wenn zu nah in die Prozessschritte gezoomt wird und sich so genau zuweisen lässt, welcher Mitarbeiter an welchen Assets gearbeitet hat, weil er zuständig ist, sind rechtliche Probleme die Folge.
So wird Asset Tracking heute eingesetzt
RFID-Chips sind in deutschen Lagerhallen schon heute weitverbreitet. Sie dienen hier zum Beispiel für das Tracking von Paletten. Was dabei nicht erfasst wird, ist der genaue Standort der Assets auf diesen Paletten. Zudem werden keine Informationen automatisiert an angeschlossene Systeme übertragen. An diesen Fehlstellen wird derzeit bei einigen Projekten angesetzt. Virtuell werden einzelne Lager in Zonen aufgeteilt. Dies ermöglicht ein Geofencing, also das automatisierte Auslösen einer Aktion durch das Überschreiten einer geolokalisierten Begrenzung.
(Mit Asset Tracking lässt sich sowohl in Produktionslinien als auch im Lager nachvollziehen, wo sich wann welche Gegenstände in welchem Prozessschritt befinden.Bild: Comarch AG)
Weiterentwicklung von Asset Tracking durch Integration mit ERP und BI
Wer ganz genau wissen will, wo sich der Gabelstapler und die damit transportierte Ladung befinden, sollte auf eine duale Lösung setzen: Mit Ultra-Wideband-Tag am Gabelstapler und RFID-Tags auf den Paletten lässt sich der genaue Standpunkt von Assets im Lager rückverfolgen. Eine intelligente Verknüpfung der einzelnen Technologien ist derzeit Cutting Edge – State-of-the-Art in Sachen IOT-Innovationen. Diese Technologie ermöglicht auch das Live-Tracking mit Spaghetti-Diagrammen. Obwohl technisch bereits gut umsetzbar, handelt es sich dabei um relativ neue Features, die aktuell noch keinen breiten Einsatz in deutschen Produktions- und Lagerhallen finden. Damit wird auch die Wegmarke gesetzt für eine umfassende Lageroptimierung: Die zusätzlichen Daten und die Auswertung durch künstliche Intelligenz ermöglichen eine genaue Analyse, so dass Gabelstaplerfahrer optimierte Wege fahren können. Müssen etwa Abfallprodukte in der Produktion abgeholt werden, so kommt das Konzept der intelligenten Logistik ins Spiel. Die Analyse zeigt, zu welchem Zeitpunkt welche Mengen an Metall, Pappe und Aluminium anfallen. Entsprechend der Auswertung wird dann eine optimierte Routenfahrt unternommen.
Stand: 16.12.2025
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