Wie schön wäre es, wenn alle Abteilungen im Unternehmen stets auf dem gleichen Wissensstand sind und wichtige Planungsdaten jederzeit auf Knopfdruck zur Verfügung stehen. Stattdessen dominieren im Maschinen- und Anlagenbau häufig Silodenken und der Einsatz dezentraler Tools. Ein modernes APS-System ermöglicht den automatisierten Informationsfluss über alle Abteilungen hinweg. So auch bei De Dietrich Process Systems, einem Hersteller von Anlagen für die chemische und pharmazeutische Industrie.
Um den Fertigungsprozess transparent zu planen, setzt De Dietrich auf das intelligente APS-System Felios von Inform.
(Bild: De Dietrich Process Systems)
Viele Maschinen- und Anlagenbauer kennen sicher das Problem: In der Montage kommt es zu einer ungeplanten Terminverschiebung, die schnellstmöglich an den Einkauf kommuniziert werden muss. Statt die erforderlichen Daten automatisch und in Echtzeit zu übermitteln, erfolgt die Weiterleitung jedoch durch verschiedene manuelle Prozesse. Auch die daraus resultierenden Arbeitsanweisungen werden oft telefonisch oder in der nächsten persönlichen Besprechung weitergegeben, was zu langen Kommunikationswegen führt.
Verschärft wird die Situation dadurch, dass jede Abteilung unterschiedliche, nicht synchronisierte Tools verwendet. Jeder Bereich plant eigenständig, speichert Informationen lokal, und Optimierungen erfolgen höchstens dezentral. Ohne zentrale Koordination und zeitnahe Kommunikation wird es schwierig, flexibel auf Veränderungen zu reagieren und reibungslose Abläufe zu gewährleisten.
APS-System hilft die zunehmende Komplexität zu bewältigen
Mit einem ERP-System sind Maschinen- und Anlagenbauer bereits auf einem guten Weg, um Informationen zentral zusammenzuführen, Daten zu speichern und eine grobe Planung zu vollziehen. Für eine transparente Planung reichen ERP-Systeme allein jedoch nicht aus. Sie planen lediglich gegen unbegrenzte Kapazitäten und sind wenig flexibel bei Änderungen, da sie die statischen Termine beibehalten. Mit zunehmender Anzahl an Maschinen, Mitarbeitenden und Aufträgen herrscht bereits eine so hohe Komplexität, dass sie manuell kaum noch zu bewältigen ist. Daher ist es wichtig, einen abteilungsübergreifenden Überblick über alle Aufträge und Ressourcen zu haben und diese zentral zu planen und zu priorisieren.
Eine Lösung, die sich im Maschinen- und Anlagenbau seit vielen Jahren bewährt hat, ist ein fortschrittliches Advanced Planning and Scheduling-Systeme-System (APS). Dieses ermöglicht eine ganzheitliche Planung und ist in der Lage, auch hochkomplexe Produktionsumgebungen effizient zu steuern. Statt nur Teilbereiche des Produktionsprozesses zu verbessern, bietet ein APS-System die Möglichkeit, die gesamte Wertschöpfungskette zu überblicken und Aufgaben auch abteilungs- oder sogar werksübergreifend zu koordinieren. Dazu führt das intelligente System alle relevanten Daten der beteiligten Fachabteilungen wie Vertrieb, Einkauf, Fertigung, Konstruktion und Montage in einem System zusammen. So können alle Mitarbeiter die Auswirkungen neuer Aufträge schnell beurteilen und die notwendigen Maßnahmen ergreifen, um die Liefertermine zuverlässig einzuhalten.
Hoher Steuerungsbedarf und langwierige Abstimmung
Dass ein APS-System nicht nur in der Theorie Mehrwert schafft, zeigt De Dietrich Process Systems. Der Hersteller von hochwertigen Apparaten, Anlagen und Komponenten aus Glas ist auf die Produktion für die chemische und pharmazeutische Industrie spezialisiert. Da das Unternehmen über 50 Prozent der Materialien extern bezieht, waren die Liefertermine für die Kunden mit den eigenen Produktionskapazitäten oft nur schwer in Einklang zu bringen. Verzögern sich Materiallieferungen, müssen bereits geplante Aufträge angepasst werden, was einen komplexen Steuerungsbedarf und langwierige Abstimmungsprozesse zwischen den Abteilungen zur Folge hat.
Bei der Herstellung der Glaskomponenten muss De Dietrich bestimmte Kühlprozesse einhalten.
(Bild: De Dietrich Process Systems)
Hinzu kommt, dass De Dietrich zwei weitere Parameter parallel koordinieren muss: Großprojekte, die erhebliche Ressourcen binden und die Ersatzteilfertigung, die durch kleinere Stückzahlen und kurzfristige Bedarfe gekennzeichnet ist. Diese richtig zu priorisieren, die Ressourcen optimal einzusetzen und eine effiziente Abstimmung zwischen den Abteilungen zu gewährleisten, ist eine ständige Herausforderung.
Intelligentes APS-System im Einsatz
Um den Produktionsprozess optimal und transparent zu planen, setzt das Unternehmen seit Ende 2019 auf das intelligente APS-System Felios der Inform aus Aachen. Das auf entscheidungsintelligenten Verfahren der KI und fortschrittlicher Mathematik des Operations Research basierende System übernimmt als Add-on aus dem ERP-System alle planungsrelevanten Daten, um unter Berücksichtigung der real verfügbaren, begrenzten Ressourcen und Kapazitäten optimale Terminpläne zu generieren. Speziell auf die Anforderungen des komplexen Maschinen- und Anlagenbaus zugeschnitten, führt das System alle Informationen automatisiert auf einer zentralen Plattform zusammen. Kurzfristige Änderungen zeigt das System in Echtzeit an, sodass ein unmittelbarer Abgleich mit allen Beteiligten möglich ist. Auf diese Weise sind alle Abteilungen stets auf dem gleichen Wissensstand und sämtliche Produktionsschritte optimal aufeinander abgestimmt.
Stand: 16.12.2025
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Die gesamte Wertschöpfungskette im Blick
„Das Schöne am APS-System ist, dass wir Kapazitätsänderungen direkt in der Software vornehmen können und die Planung sich automatisch anpasst, was uns viel Arbeit erspart“, berichtet Steffen Riedel, der seit 2015 in der Arbeitsvorbereitung bei De Dietrich tätig ist. Einkauf und Arbeitsvorbereitung arbeiten direkt mit dem APS-System, während die Wareneingangskontrolle indirekt über den Export nach Excel mit den Daten aus Felios interagiert. Der Vertriebsinnendienst erhält über das ERP-System aus der Optimierungssoftware realistische Terminaussagen, die gegen die vorhandenen Kapazitäten und unter Berücksichtigung aller Aufträge berechnet werden und als Grundlage für die Auftragsbestätigungen an die Kunden dienen. In Zukunft möchte das Unternehmen auch den Innendienst direkt in die Software integrieren.
Die Einführung der intelligenten Produktionsplanung war nicht nur eine Reaktion auf den hohen manuellen Aufwand, sondern auch auf den Wunsch nach mehr Transparenz. „Felios bietet uns den Vorteil, dass wir Terminänderungen frühzeitig erkennen und sofort darauf reagieren können“, berichtet Steffen Riedel. „Weitere, für uns völlig neue Vorteile bietet seit der Einführung die integrierte Möglichkeit zu simulieren, wie sich eine beliebige Änderung auf die Termintreue aller Aufträge auswirken würde. Dank der intelligenten Algorithmen können wir heute beispielsweise fünf verschiedene Szenarien durchspielen und uns dann für die Lösung entscheiden, mit der wir einen prognostizierten Engpass am besten abbauen können.“ So ließen sich in der Planungsabteilung und darüber hinaus Druck verringern und Prozesse optimieren, um Engpässe frühzeitig zu erkennen und zu beheben.
Der Autor Stipo Nad ist Leiter Business Development Produktion bei Inform.