Cybersecurity-Report von TXOne Cybervorfälle in OT-Umgebungen auf neuem Höchststand 

Von TXOne Networks  3 min Lesedauer

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Cybervorfälle in OT-Netzen auf Rekordniveau: Laut OT/ICS‑Report 2026 von TXOne gingen 96 Prozent davon auf IT‑Kompromittierungen zurück; 60 Prozent meldeten mindestens einen Vorfall, 52 Prozent waren von Ransomware betroffen.

Gestapelte Balken zeigen, wie viele Unternehmen pro Branche in den letzten 12 Monaten OT‑Cybervorfälle erlebten (mehrfach, einmal, Beinahe‑Vorfall, keine forensische Analyse, keine Angriffe). (Bild:  TXOne Networks/Frost & Sullivan, Nov 2025, n=200)
Gestapelte Balken zeigen, wie viele Unternehmen pro Branche in den letzten 12 Monaten OT‑Cybervorfälle erlebten (mehrfach, einmal, Beinahe‑Vorfall, keine forensische Analyse, keine Angriffe).
(Bild: TXOne Networks/Frost & Sullivan, Nov 2025, n=200)

TXOne Networks, ein Unternehmen im Bereich der Sicherheit von Cyber Physical Systems (CPS), hat seinen Annual OT/ICS Cybersecurity Report 2026 veröffentlicht. Daraus wird ersichtlich, dass Angreifer nicht mehr nur auf Datenabfluss, sondern gezielt auf die Stabilität ganzer Produktionslinien abzielen. Innerhalb von zwölf Monaten registrierten 60 Prozent der befragten Firmen mindestens einen Cybervorfall in ihrer OT-Umgebung (Operational Technology), wobei knapp die Hälfte sogar mehrfachen Attacken ausgesetzt war. Die Ergebnisse zeigen deutlich, wie wichtig es ist, die eigene Betriebskontinuität präventiv zu schützten, um existenzgefährdende Produktionsausfälle zu vermeiden.

IT-Schwachstellen als Einfallstor für OT-Angriffe

Obwohl im vergangenen Jahr keine neuartige, speziell auf industrielle Steuerungssysteme zugeschnittene Malware beobachtet wurde, stieg die Zahl der Sicherheitsvorfälle branchenübergreifend an. Bemerkenswert ist dabei der Ursprung der Angriffe: 96 Prozent der OT-Sicherheitsvorfälle sind auf Kompromittierungen in der klassischen IT zurückzuführen. Diese verteilen sich auf direkte Penetrationen (56 Prozent) und Kollateralschäden (40 Prozent). Ransomware dominiert weiterhin das Bedrohungsfeld und betraf 52 Prozent der Unternehmen. Professionelle Tätergruppen wie Qilin und Akira agieren zunehmend raffinierter, indem sie legitime Tools – wie etwa vertrauenswürdige Windows-Treiber – missbrauchen, um etablierte Schutzmechanismen lautlos zu unterlaufen. Darüber hinaus geraten komplexe Lieferkettenplattformen verstärkt in den Fokus, um über deren Schwachstellen tief in kritische Betriebssysteme vorzudringen.

Technologische Altlasten und überlastete Sicherheitsteams

Die zügige Umsetzung notwendiger Sicherheitsmaßnahmen scheitert in der betrieblichen Praxis oft an strukturellen und personellen Hürden. Für 15 Prozent der Betriebe stellen veraltete Legacy-Systeme nach wie vor die größte Schwachstelle dar. Dennoch behalten 88 Prozent diese Altanlagen bei und versuchen, sie lediglich durch kompensatorische Maßnahmen abzusichern, anstatt in einen vollständigen Hardware-Austausch zu investieren.

Auch beim Patch-Management zeigen sich gefährliche Lücken: Zwar führen 90 Prozent der Firmen regelmäßig Updates durch, aber lediglich 24 Prozent erreichen dabei eine Abdeckung von mehr als 90 Prozent ihrer Anlagen. Kompatibilitätsprobleme und eine mangelnde Sichtbarkeit in die vernetzten Anlagen gelten als die größten technischen Hindernisse. Gleichzeitig stehen die Fachkräfte massiv unter Druck: Zwar verfügen 55 Prozent der großen Organisationen inzwischen über mehr als 100 Mitarbeitende im OT-Sicherheitsbereich, doch die Verwaltung der komplexen, heterogenen Infrastrukturen bleibt eine enorme Belastung.

Unternehmen erhöhen ihre Ausgaben für Cybersicherheit

Um dieser wachsenden Bedrohungslage zu begegnen, haben 89 Prozent der Unternehmen im Jahr 2025 ihre Budgets für die OT-Sicherheit um mindestens zehn Prozent erhöht (28 Prozent sogar um mehr als 20 Prozent). Die Industrie vollzieht dabei einen klaren Wandel hin zu einem durchsetzbaren Schutz, der die Aufrechterhaltung der Produktion über alles stellt. Für 94 Prozent der IT-Sicherheitsverantwortlichen (CISOs) ist die Sicherheitslage inzwischen als positiv zu bewerten, solange der Betriebsablauf nicht spürbar gestört wird. Ergänzend setzen die Organisationen verstärkt auf Managed Security Service Provider (MSSPs) und externe Experten, um akute Qualifikationslücken zu schließen und den steigenden regulatorischen Vorgaben gerecht zu werden.

Ransomware dominiert weiterhin das Bedrohungsfeld und betraf 52 Prozent der Unternehmen. Professionelle Tätergruppen wie Qilin und Akira agieren zunehmend raffinierter, indem sie legitime Tools – wie etwa vertrauenswürdige Windows-Treiber – missbrauchen, um etablierte Schutzmechanismen lautlos zu unterlaufen. (Bild:  TXOne Networks)
Ransomware dominiert weiterhin das Bedrohungsfeld und betraf 52 Prozent der Unternehmen. Professionelle Tätergruppen wie Qilin und Akira agieren zunehmend raffinierter, indem sie legitime Tools – wie etwa vertrauenswürdige Windows-Treiber – missbrauchen, um etablierte Schutzmechanismen lautlos zu unterlaufen.
(Bild: TXOne Networks)

Fazit: „Operations-First“ als neues strategisches Fundament

Der Report dokumentiert einen entscheidenden Wendepunkt für die Cybersicherheit im industriellen Sektor. Die bloße Identifikation von Systemressourcen und Schwachstellen im Netzwerk reicht heutzutage nicht mehr aus, um moderne Bedrohungen abzuwehren. Industrieunternehmen müssen die OT-Sicherheit als zentrale strategische Säule ihrer industriellen Governance begreifen und von reaktiven Erkennungsstrategien zu einem präventiven „Operations-First“-Ansatz wechseln. Nur wenn Bedrohungen proaktiv gestoppt werden, bevor sie den eigentlichen Betrieb erreichen, lassen sich kostspielige Ausfallzeiten vermeiden und eine echte Geschäftsresilienz in einer zunehmend konvergenten IT/OT-Welt gewährleisten.

Zur Methodik der Studie

Die Ergebnisse des „OT Cybersecurity Annual Report 2026“ basieren auf einer global angelegten Untersuchung, die TXOne Networks in Zusammenarbeit mit dem Analystenhaus Frost & Sullivan im November 2025 durchgeführt hat.
Im Rahmen der Studie wurden weltweit 200 C-Level-Entscheidungsträger aus dem Bereich der OT-Sicherheit befragt. Die Teilnehmer stammen aus den USA, Japan, Deutschland, Taiwan und Südkorea sowie Frankreich, Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Brasilien.
Die Umfrage konzentrierte sich auf große Unternehmen mit komplexen Betriebs- und Produktionsumgebungen (zwischen 2.000 und 5.000 und mehr Mitarbeitenden) aus den Bereichen Halbleiterfertigung, Lebensmittelindustrie, Automobilbranche, Arzneimittelproduktion, Öl und Gas sowie dem Transportsektor.

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