Eine neue Studie von Symantec belegt, dass Erfahrungen mit Cybersecurity-Vorfällen positive Auswirkungen auf die Verantwortlichen für Cyber-Sicherheit haben. Langfristig bedeutet diese „gelebte Erfahrung“ weniger Stress und eine höhere Bereitschaft, das Wissen über erfolgreich angewendete Angriffsmethoden der Cyberkriminellen mit dem Team zu teilen.
(Quelle: LeoWolfert/Shutterstock)
Eine neue Studie von Symantec empfiehlt Unternehmen, einen Chief Information Security Officer, kurz CISO, einzustellen, der bereits eigene Erfahrungen mit vermeidbaren Sicherheitsvorfällen gemacht hat. Demnach haben Cybersecurity-Spezialisten, die solche Vorfälle bereits erlebt haben, ihr Verhalten positiv verändert. Sie wurden selbstbewusster und insgesamt aufmerksamer. Die High-Alert-Studie basiert auf einer Befragung von 3.045 Cybersecurity-Entscheidern in Frankreich, Deutschland und Großbritannien. Durchgeführt wurde sie von Dr. Chris Brauer, Director of Innovation bei Goldsmiths, University of London, im Auftrag von Symantec.
Die Ergebnisse zeigen, dass ein überstandener Sicherheitsvorfall die künftige – gefühlte – Belastung am Arbeitsplatz der Security-Experten erheblich reduziert und gleichzeitig die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass sie ihre Erfahrungen mit erfolgreichen Angriffen teilen, um dem gesamten Team diesen Erfahrungsschatz zugänglich zu machen.
CISO wird gestärkt durch überstandene Sicherheitsvorfälle
„Es mag zunächst widersprüchlich klingen, aber wenn ich Ihnen zwei CISO-Kandidaten mit identischen Fähigkeiten anbieten würde, aber einer von ihnen den Umgang mit Regulierung weniger stressig findet, weniger wahrscheinlich an Burnout leidet und eher bereit ist, das selbst Gelernte – und dazu zählen auch Misserfolge – zu teilen, wen werden Sie wählen?“, erklärt Darren Thomson, CTO bei Symantec EMEA.
Bei Cybersecurity-Experten, die bereits einen vermeidbaren Sicherheitsvorfall erlebt haben, ist es:
24 Prozent weniger wahrscheinlich, dass sie das Gefühl haben, "ausgebrannt" zu sein
20 Prozent weniger wahrscheinlich, dass sie gegenüber ihrer Arbeit Gleichgültigkeit empfinden.
15 Prozent weniger wahrscheinlich, dass sie sich persönlich für einen Vorfall verantwortlich fühlen, der hätte vermieden werden können.
14 Prozent weniger wahrscheinlich, dass sie sich ständig "zum Scheitern verurteilt" fühlen.
14 Prozent eher wahrscheinlich, dass sie ihre Lernerfolge teilen.
14 Prozent weniger wahrscheinlich, dass sie darüber nachdenken, ihren Job zu kündigen.
CISO lernt aus Fehlern bei Sicherheitsvorfällen
Ein Ergebnis ist für Cybersecurity-Teams besonders positiv: Experten, die bereits einen Sicherheitsvorfall erlebt haben, teilen ihre Erfahrung zu 14 Prozent häufiger mit ihren Kollegen. Dies ist enorm wichtig, da die Studie gleichzeitig einen Mangel an strategischem und operativem Informationsaustausch innerhalb der Branche zeigt.
Schwerwiegende Sicherheitsvorfälle sind entscheidende Momente der Laufbahn eines CISO. Aufgrund des fehlenden Informationsaustauschs, den die Studie aufdeckte, ist es schwierig, aus den Erfahrungen anderer zu lernen. So diskutieren 54 Prozent bewusst nicht über Vorfälle oder Angriffe mit Kollegen innerhalb der Branche 50 Prozent berichten von einem deutlichen Mangel eines branchenübergreifenden Informationsaustausches hinsichtlich des Umgangs mit Sicherheitsvorfällen. Dies ist ein deutlicher Kontrast zu ihren Gegnern – den Cyber-Kriminellen – die Malware austauschen und auch anderweitig zusammenarbeiten.
Ein Grund für den mangelnden Informations- und Wissensaustausch scheint die Sorge um den eigenen Ruf zu sein. Dies ist allerdings nicht der einzige Faktor. 36 Prozent der Befragten geben an, dass sie besorgt sind, dass ein Angriff unter ihre Aufsicht sich negativ auf ihre Karriere auswirken kann. Daher tauschen sie sich nicht mit Kollegen oder potenziellen Arbeitgebern dazu aus.
In jeder Krise steckt auch eine Chance
Fast die Hälfte der Befragten sieht eine Krise als unvermeidlich an – es ist nur eine Frage der Zeit, bis sie stattfindet. Cyber-Security-Experten, die einen Sicherheitsvorfall erlebt haben, sind jedoch aufmerksamer. Gleichzeitig priorisiert die Geschäftsleitung in solchen Unternehmen die Implementierung von Security-Maßnahmen. „Mein Rat an den CISO ist: Sie sollen bei Cybersecurity-Experten die Tatsache, dass sie bereits einen Sicherheitsvorfall erlebt haben, als Vorteil ansehen und nicht als Schwäche. Die aus dem Sicherheitsvorfall resultierende Erfahrung wirkt sich positiv auf die Eignung eines Kandidaten aus: Sie sind weniger emotional, können besser mit Druck umgehen und unterstützen ihre Kollegen besser“, empfiehlt Darren Thomson.
„Mein Rat an CISOs ist, aus jeder „Krise in der IT-Sicherheit“ etwas zu lernen. Ein Sicherheitsvorfall bietet Unternehmen die Möglichkeit, neue und verbesserte Abläufe und Services einzuführen“, fügt Ben King, Chief Security Officer bei Symantec EMEA, hinzu. „Cyber-Security-Teams erhalten durch einen Vorfall die seltene Chance, Kollegen die Security-Herausforderungen und sich wandelnden Angriffsmethoden zu verdeutlichen. Weiterhin ist es eine Chance, höhere Budgets und meist dringend benötigte Team-Mitglieder einzufordern. Cyber-Security-Experten erhalten so die Möglichkeit, Veränderungen voranzutreiben, die im normalen Tagesgeschäft nur schwer durchzusetzen sind.“
Stand: 16.12.2025
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Fünf Tipps für den CISO, Umdenksprozess einzuleiten
Aus der qualitativen Forschung, die aus intensiven Gesprächen mit Sicherheitsverantwortlichen im Rahmen der Studie gewonnen wurde, ergaben sich fünf wichtige Empfehlungen, um den Umdenkungsprozess im Unternehmen voranzutreiben und um nach einem Sicherheitsvorfall, die Katastrophe in eine Chance zu entwickeln.
Über die Studie: Die High-Alert-Studie wurde von Symantec wurde in Zusammenarbeit mit Dr Chris Brauer, Director of Innovation, Goldsmiths, University of London, und der Forschungs-Beratung Thread durchgeführt. Die Forschungsarbeit wurde von Dr Chris Brauer und Dr Jennifer Barth begleitet und von Sean Duggan geleitet. Die Zahlen der quantitativen Studie für Deutschland un Frankreich stammen von Censuswide; die britischen Zahlen von YouGov. Die Feldarbeit wurde im Winter 2018 durchgeführt. Befragt wurden insesamt 3.045 Personen, in Frankreich 1.002 Teilnehmer, Deutschland 1.003 Teilnehmer und Großbritannien 1.040 Teilnehmer, die in mittleren oder oberen Führungspositionen mit einer Entscheidungsbefugnis im Cybersecurity-Bereich tätig sind.
Die Ergebnisse basieren auf einer Sekundärerhebung, der erfahrenen Cyber-Security-Experten einen persönlichen Einblick gaben. Die Umfrage bestand aus 43 Punkten, die in neun Fragegruppen organisiert waren, mit einer fünf-stufigen Antwortskala, die es den Befragten ermöglicht, im Rahmen dieser spezifischen Untersuchung selbst zu berichten. Die Umfrage enthielt auch Fragen zur Erhebung demographischer Daten. (sg)