Flexibilisierung im Maschinenbau Cobots als Schlüssel zur Effizienz

Von Klaus Meyer 4 min Lesedauer

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Industrie und Maschinenbau müssen flexibler werden. So steigern Digitalisierung und Cobots mit entsprechender Finanzierung die Effizienz und Resilienz.

Im Gegensatz zu klassischen Robotern können Cobots Menschen direkt bei ihrer Arbeit unterstützen.(Bild:  Siemens Financial Services)
Im Gegensatz zu klassischen Robotern können Cobots Menschen direkt bei ihrer Arbeit unterstützen.
(Bild: Siemens Financial Services)

Laut Schätzungen von Siemens Financial Services (SFS) ist in fünf Jahren ein sogenannter "Kipppunkt" der industriellen Transformation zu erwarten: Sobald rund 50 % der Unternehmen digital transformiert sind, wird Technologie zur Basis statt zum Wettbewerbsvorteil. Wer bis dahin noch nicht investiert hat, läuft Gefahr, den Anschluss zu verlieren. Das gilt speziell auf dem Gebiet der Robotik, einem Schlüsselbereich der Transformation, in dem sogenannte kollaborative Roboter (Cobots) neben klassischen Industrierobotern zunehmend an Bedeutung gewinnen.

Die Kombination aus Robotik und smartem Finanzierungsmodell erlaubt es Herstellern zudem, neue Geschäftsmodelle zu entwickeln.

Cobots erweitern Einsatzmöglichkeiten der Robotik

Cobots ermöglichen eine neue Qualität der Mensch-Maschine-Kooperation: Dank technischer Neuerungen können diese speziellen Industrieroboter ohne Schutzeinrichtungen direkt mit Menschen zusammenarbeiten. Cobots erweitern damit die Einsatzmöglichkeiten der Robotik erheblich. Besonders im Mittelstand eröffnen sie neue Perspektiven. Denn während klassische Industrieroboter vor allem in der Großserienfertigung (zum Beispiel Automotive) wirtschaftlich sind, lohnen sich Cobots auch schon bei kleineren Losgrößen und häufig wechselnden Produkten. Anwendungen finden sich etwa in der Verpackungstechnik, im Maschinenbau, in der Lebensmittelverarbeitung, im Handwerk oder zunehmend auch in Dienstleistungssektoren wie der Logistik und Laborautomation.

Produktivität steigern, Fachkräfte entlasten

Indem sie monotone, körperlich belastende oder gefährliche Aufgaben übernehmen und die menschliche Arbeitskraft sinnvoll ergänzen, sind Cobots für viele Branchen und Unternehmen auch ein probates Mittel gegen den Fachkräftemangel. Das macht sie für zahllose kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) interessant, die bislang vor der Komplexität und den Kosten der klassischen Robotik zurückgeschreckt sind.
 
Laut International Federation of Robotics (IFR) wurden allein in Europa 2023 rund 92.000 neue Industrieroboter einschließlich einer signifikanten Zahl von Cobots installiert– mit Deutschland als einem der wichtigsten Märkte. Deutschland ist laut IFR europaweit führend in der Roboterdichte – nur Südkorea, Singapur und China liegen weltweit noch davor. Zudem werden Roboter hierzulande auch in großem Umfang produziert: Zahlreiche führende Cobot-Hersteller sind zwar in Deutschland ansässig, aber international ausgerichtet. Für diese Anbieter stellt die Finanzierung ein entscheidendes Absatzinstrument dar, um vor allem mittelständische Kunden im In- und Ausland anzusprechen, die flexible Lösungen suchen und ihre Investitionen planbar halten wollen.

Auch für KMU sind Cobots inzwischen interessant – insbesondere, wenn sie mit der passenden Finanzierung gebündelt sind.(Bild:  Siemens Financial Services)
Auch für KMU sind Cobots inzwischen interessant – insbesondere, wenn sie mit der passenden Finanzierung gebündelt sind.
(Bild: Siemens Financial Services)

Cobots und klassische Robotik als komplementäre Lösungen

Gleichzeitig zeigt sich, dass Cobots in hochautomatisierten Produktionsumgebungen mit maximalen Taktraten oder Nutzlasten an Grenzen stoßen. In solchen Fällen kann die klassische Industrierobotik mit ihrem Fokus auf Geschwindigkeit, Präzision und Standardisierung weiterhin ihre Stärken ausspielen. Folgerichtig zeigt sich ein Trend zur Koexistenz beider Systeme: Während Industrieroboter in vollautomatisierten Anlagen dominieren, entfalten kollaborative Roboter ihre Stärken in flexiblen, variantenreichen und menschenzentrierten Produktionsumgebungen.Die Voraussetzungen sind gegeben: Die jüngste Cobot-Generation zeichnet sich durch Flexibilität und einfache Handhabung und Bedienung aus. Intuitive Benutzeroberflächen, grafische Programmierumgebungen und Learning-by-Demonstration-Ansätze ermöglichen eine schnelle Anpassung an wechselnde Produkte und Prozesse. Cobots lassen sich so skalierbar und modular in bestehende Produktionslinien integrieren. Die Zeiten monatelanger Stillstände sind vorbei, denn Simulationen mittels digitaler Zwillinge reduzieren Planungs- und Inbetriebnahmezeiten drastisch.

Finanzierungsmodelle als Schlüssel zur Transformation

Doch um tatsächlich in Wettbewerbsvorteile durch Cobots investieren zu können, müssen Unternehmen gerade in konjunkturell schwierigen Zeiten hohe Hürden überwinden. Hier können spezialisierte Technologiefinanzierer wie SFS entscheidende Unterstützung leisten – und zwar in Form von Absatzfinanzierung:

1. Anbieter können dabei Cobots gebündelt mit einer attraktiven Finanzierungsoption anbieten.
2. Der Finanzierungspartner stellt dabei im Hintergrund Finanzierungen bereit und wickelt sie ab.
3. Die Konditionen der Finanzierung orientieren sich an den Produktivitätsgewinnen der Cobots - diese finanzieren sich so selbst.
4. Die gesamte Abwicklung kann komfortabel über eine automatische digitale Plattform wie “SieSmart” von SFS erledigt werden.

Die Kombination aus Robotik und smartem Finanzierungsmodell erlaubt es Herstellern zudem, neue Geschäftsmodelle zu entwickeln. So bieten sie neben ihrem Produkt eine Gesamtlösung an und begleiten ihre Kunden entlang des gesamten Automatisierungsprozesses von der Bedarfsanalyse über die Simulation bis hin zur Finanzierung, Umsetzung und dem Betrieb. Anbieter, die diese Entwicklung proaktiv gestalten, sichern sich Wettbewerbsvorteile in einem wachsenden, dynamischen Markt.

<p>Das Bild zeigt einen kollaborativen Roboterarm in einer Produktionsumgebung, der über einem Fließband mit schwarzen Kisten arbeitet. Der Arm ist mit orangefarbenen Kabelschutzschläuchen versehen und scheint Objekte präzise zu handhaben. Im Hintergrund sieht man Menschen und technische Anlagen, die auf eine moderne und interaktive Fertigungsstätte hinweisen.<p>
Cobots erweitern die Einsatzmöglichkeiten der Robotik erheblich. Besonders im Mittelstand eröffnen Cobots neue Perspektiven.
(Bild: Siemens Financial Services)

Cobots – ein Markt mit Potenzial

Cobots stellen einen überaus interessanten Markt dar – die Marktforscher von ABI-Research schätzen sein jährliches Wachstum auf bis zu 28 Prozent bei einem Gesamtvolumen von 7 Mrd. USD bis 2030. Maschinenbauer, OEMs und Systemlieferanten stehen also vor der Aufgabe, die Nachfrage nach flexiblen und leicht integrierbaren Lösungen zu befriedigen und den Ansprüchen der für sie neuen Zielgruppen zu entsprechen. Deshalb ist es entscheidend, die Einstiegshürden für Anbieter und Nutzer zu senken.

Fazit: Jetzt die Weichen für mehr Wettbewerbsfähigkeit stellen

Wie eingangs gesagt entscheidet sich in den kommenden Jahren, wer zu den Gewinnern der digitalen Transformation gehört. Cobots stehen exemplarisch für die neue Generation flexibler und skalierbarer Automatisierungslösungen – wer rechtzeitig in diese Technologie investiert, hat sehr gute Chancen. Jetzt liegt es an Maschinenbauern, Systemintegratoren und Lieferanten, die Angebote von Technologiefinanzierern anzunehmen, die den Robotikmarkt und seine Anforderungen verstanden haben. Gemeinsam können sie die Rahmenbedingungen dafür schaffen, den Industriestandort Deutschland nachhaltig zu stärken.

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Klaus Meyer ist Vorsitzender der Geschäftsführung der Siemens Finance & Leasing GmbH und Leiter des Commercial Finance-Geschäftes von SFS in Deutschland.