Die gestiegene Optionsvielfalt und hohe Modularität machen die Digitalisierung der Produktionsplanungsprozesse bei Stöber Antriebstechnik unerlässlich. Daher plant und steuert der Antriebsspezialist alle Aufträge unternehmensweit mit Felios von Inform. Neben einer hohen Liefertermintreue erreicht das Unternehmen dadurch vor allem eine hohe Transparenz entlang der gesamten Fertigungskette.
(Quelle: Stöber)
APS-System im Einsatz: Die Stöber Antriebstechnik GmbH & Co. KG beliefert Unternehmen mit Getrieben, Motoren, Getriebemotoren und entsprechender Elektronik sowie Kabeln. Spezialisiert ist der in dritter Generation familiengeführte Betrieb auf die Bedürfnisse von unterschiedlichsten Branchen, zum Beispiel Automation und Robotik sowie Kunststoff-, Verpackungs- und Werkzeugmaschinen. „Wird hochpräzise und anspruchsvolle Antriebstechnik benötigt, dann ist unsere Antriebstechnik immer eine der ersten Adressen“, erklärt Heinz Ueberacker, der seit 25 Jahren als Werksleiter bei Stöber tätig ist.
Die Lösungen des Unternehmens sind vielfältig, modular aufgebaut und frei skalierbar, sodass sie sich auf die individuellen Anforderungen der Kunden anpassen lassen. Durch dieses Angebot entstehen komplexe Fertigungsnetze bei dem Antriebsspezialisten, für die das Unternehmen zirka 16.000 verschiedene Maschinenkomponenten lagert, selbst fertigt oder bei externen Zulieferern beauftragt. „Etwa 50 Prozent unserer Lösungen beginnen in der Fertigung und liegen nicht bereits versandfertig im Lager“, sagt der Werksleiter. Der Steuerungsbedarf, der sich daraus ergibt, ist enorm hoch.
Druck auf Fertigung und Montage
„Der steigende Termindruck in Kombination mit einer wachsenden Optionsvielfalt sowie der hohen Modularität und einer zunehmend schnelllebigen Welt erhöht den Druck auf unsere Fertigung und Montage“, beobachtet Ueberacker. Um alle Aufträge im Blick zu behalten und pünktlich fertigzustellen, nutzt das Unternehmen deshalb seit 2005 das APS-System (Advanced Planning and Scheduling) Felios von Inform. 2021 wurde Stöber als „Lieferant des Jahres“ von Trumpf, einem der weltweit größten Anbieter von Werkzeugmaschinen, in der Kategorie „Best Overall Performance Production Material“ ausgezeichnet. „Einen Großkunden in nahezu allen Bestellungen pünktlich zu beliefern, ist nur möglich, wenn die Prozesse im Hintergrund optimiert ablaufen“, betont Ueberacker.
("Die heutige Liefertermintreue wäre ohne Felios, speziell unter den turbulenten Einflussfaktoren der letzten Zeit, nicht möglich.“ Heinz Ueberacker, Werksleiter bei Stöber Antriebstechnik Bild: Stöber)
ERP und APS-System im Einklang
In den vergangenen Jahren setzte sich der Werksleiter stark für die Digitalisierung mithilfe von ERP-Systemen und dem intelligenten Add-on für die Produktionsoptimierung ein. „Felios ist seit 2005 unser führendes System“, erinnert er sich. Beim ERP-Systemwechsel im Jahr 2015 fiel die Entscheidung auf SAP. Einer der Gründe für diese Wahl war, dass dafür bereits fertige Schnittstellen zur Lösung von Inform existierten und die Implementierung dadurch schnell und unkompliziert möglich war. Der nahtlose Datenaustausch zwischen den beiden Systemen ist elementar für effiziente und transparente Prozesse. Denn die Algorithmen des APS übernehmen alle planungsrelevanten Daten aus dem ERP und berechnen eine bestmögliche Fertigungsabfolge unter Berücksichtigung aller verfügbaren Ressourcen und Kapazitäten.
Zunächst erfolgte die Übertragung der Stammdaten lediglich per Download an das Add-on. Nachdem sich das Zusammenspiel der beiden Tools als erfolgreich erwies, ging das Unternehmen einen Schritt weiter und implementierte auch den Upload der Daten vom APS zurück an das SAP-System, worauf viele Folgeprozesse aufbauen. „Den Upload einzuführen und damit die Stamm- und Bewegungsdaten im SAP-System zu überspielen, war riskant. Doch die Berechnungen in Felios sind sehr zuverlässig, und wir spürten schnell, dass es richtig ist, dem System zu vertrauen“, sagt Ueberacker. Durch die nahtlose Integration und den Upload der Daten vom Add-on in das ERP-System können die Mitarbeiter ohne Medienbrüche in ihren gewohnten SAP-Masken mit den Daten aus der APS-Lösung arbeiten und müssen nicht zwischen den Tools wechseln. „Die heutige Liefertermintreue wäre ohne Felios, speziell unter den turbulenten Einflussfaktoren der letzten Zeit, nicht möglich.“
Transparenz über die gesamte Wertschöpfungskette
Der besondere Mehrwert durch den Einsatz des Optimierungssystems liegt für Ueberacker in der hohen Transparenz, die es über alle fertigungsnahen Abteilungen hinweg schafft. Vor der Implementierung führten die fehlende Gesamtübersicht über alle Aufträge und die komplexe Rückwärtsterminierung zu einem hohen manuellen Abstimmungsbedarf und Fehlteilen, die häufig den Liefertermin gefährdeten. Heute ist mit Felios eine bedarfssynchrone Beschaffung und Disposition sowie eine verbesserte Synchronisation der komplexen Auftragsnetze über alle Bereiche hinweg gegeben. „Einkauf, Vertrieb und Produktion haben zu jedem Zeitpunkt den gleichen, immer aktuellen Wissensstand.“ Die Software dient damit auch als Kommunikationsplattform. „Müsste der Vertrieb bei jeder Terminvereinbarung oder Verzögerung den Hörer in die Hand nehmen, bräuchten wir zusätzliche Ressourcen“, ist sich der Werksleiter sicher.
Stand: 16.12.2025
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Wer sich in die Software-Oberfläche eingeloggt hat, kann zu jedem Auftrag den aktuellen Status farblich markiert einsehen. Liegt etwa ein Zukaufteil nicht vor, ist die Montage blockiert und der Vertrieb erkennt eigenständig, dass ein manueller Umplanungsversuch keinen Erfolg verspricht. Zeichnet sich jedoch aufgrund eines Maschinenausfalls, eines Fehlteils oder einer anderen Störung eine Verzögerung ab, schlägt das System passende Gegenmaßnahmen vor und liefert konkrete Handlungsempfehlungen, um in Verzug geratende Aufträge zu retten.
Planungs- und Informationssicherheit für fundierte Entscheidungen
Die Aktualisierung und Neuberechnung aller planungsrelevanten Daten führt das APS-System bei Stöber jede Nacht durch. Sie generiert die tagesaktuellen Arbeitsvorratslisten für jede Ressource und kommuniziert diese direkt digital an den Shopfloor. So wird sichergestellt, dass an jeder Ressource an den richtigen Aufträgen gearbeitet wird. Die vier Felios-Key-User prüfen darüber hinaus die längerfristige Planung. Nach dem Prinzip des Management-by-Exception zeigt ihnen das System sich abzeichnende Engpässe priorisiert an, sodass eine gezielte Steuerung erfolgen kann. „Wir können die Konsequenzen unseres Handelns durch die Darstellung der Abhängigkeiten im System viel besser erkennen“, erklärt Werksleiter Ueberacker. Ob ein dringender Eilauftrag bedient werden sollte, obwohl sich dadurch beispielsweise ein Großauftrag verschiebt, sei nun eine fundierte und bewusst getroffene Entscheidung.
(Bild: Inform GmbH)
Der Autor Stipo Nad ist Leiter Business Development Produktion bei der Inform GmbH.