Der Druckmaschinenhersteller Koenig & Bauer lässt hochpräzise Komponenten und Teile vom konzerneigenen Produktionsdienstleister Koenig & Bauer Industrial fertigen. Die Produktion plant das Unternehmen mit dem APS-System Felios des Aachener Anbieters Inform. Damit konnte man die Durchlaufzeit deutlich reduzieren und die Transparenz entlang der Wertschöpfungskette erhöhen.
(Quelle: Koenig & Bauer Industrial GmbH)
APS-System im Einsatz: Koenig & Bauer entwickelt, konstruiert und produziert seit 1817 individuelle Druckmaschinen für nahezu alle Anwendungen weltweit. Die dafür notwendigen hochpräzisen Komponenten und Teile fertigt der konzerneigene Produktionsdienstleister Koenig & Bauer Industrial. Den Hauptkunden direkt nebenan zu wissen, bringt viele Vorteile mit sich, wie beispielsweise die kurzen Lieferwege oder den engen persönlichen Kontakt. In Radebeul bei Dresden produziert das Unternehmen hauptsächlich Fertigungsteile und -komponenten für die Druckmaschinen der Koenig & Bauer Sheetfed in der Halle nebenan. Die wenigen anderen Teile gehen an weitere Koenig & Bauer-Werke in Würzburg oder externe Kunden aus dem Maschinen- und Anlagenbau. Die Produktpalette der Industrial-Einheit besteht unter anderem aus Zahnrädern, Zylindern, präzisionsbearbeiteten Großteilen, komplexen prismatischen Teilen, Rotationsteilen sowie komplexen Baugruppen. Dabei variieren die Losgrößen der gefertigten Teile und Komponenten sehr stark.
Individualität und Flexibilität großgeschrieben
Die Druckmaschinen von Koenig & Bauer kommen nicht von der Stange. Jede Maschine wird entsprechend den Wünschen und Bedürfnissen der Kunden konstruiert und produziert. Diese Modularität bedeutet aber auch, dass die Produktion flexibel sein muss, um auf kurzfristige Änderungen reagieren zu können. Der Maschinenbauer begegnet der zunehmenden Varianz von Druckaufträgen und kürzerer Time-to-Market mit modularen und standardisierten Systemen. Durch eine klare modulare Produktstruktur lassen sich Innovationsgeschwindigkeit sowie Produkt- und Ersatzteilverfügbarkeit erhöhen und das Ausfallrisiko verringern.
Gepaart mit einer breiten Produktpalette, den verschiedenen Losgrößen sowie der unmittelbaren Nähe zum Kunden steht die Planung vor großen Herausforderungen. „Natürlich hört es kein Kunde gerne, wenn man einen Liefertermin nicht einhalten kann“, erklärt Anita Markowski, Felios-Verantwortliche bei Koenig & Bauer Industrial. „In unserem Fall ist die Transparenz gegenüber unseren internen Kunden naturgemäß besonders hoch. Was wir vor Ort persönlich klären, muss sich auch im System abbilden lassen.“ Planerisch wäre das manuell kaum möglich, weswegen das Unternehmen schon früh digitale Helfer im Einsatz hatte.
APS-System: Zentrales Feinplanungstool für schlanke Prozesse
In der Produktionsplanung setzte das Unternehmen lange auf eine Soll-Terminierung als maßgebliches Verfahren. Dabei plant man rückwärts Reihenfolgen und Auslastungen anhand eines feststehenden Soll-Termins, an dem das Produkt gefertigt oder geliefert werden soll. Das Problem: Die Planung war dadurch sehr starr und der Druck auf die Produktion hoch. Das Umdenken fand im Jahr 2018 statt, mit dem ERP-Wechsel zu SAP. Gemeinsam mit dem Werk in Würzburg entschied man sich, die Software-Landschaft zu vereinheitlichen und ein zentrales Feinplanungstool für alle Werke einzuführen, um die Fertigung zu verschlanken und zu verbessern.
Das Advanced-Planning-and-Scheduling-(APS)-System Felios optimiert die Produktionsprozesse durch eine realistische, automatische und sinnvolle Produktionsplanung. Auf Basis der Daten aus dem ERP-System sowie den real verfügbaren Kapazitäten berechnet die Software die Fertigungsreihenfolge im Hinblick auf das beste Gesamtergebnis. Dadurch kann es vorkommen, dass beispielsweise Aufträge trotz niedrigerer Priorisierung vorgezogen werden, die Termintreue aber dennoch höher ist. Diese vorausschauende Planung ermöglicht es, Engpässe frühzeitig zu erkennen und entsprechend zu umgehen.
(Die Produktion der hochpräzisen Komponenten erfordert eine flexible Planung, um schnell reagieren zu können. Bild: Koenig & Bauer Industrial GmbH)
Sehr gute Planungs- und Optimierungsergebnisse
Nach der Neueinführung zeigte sich schnell, welche Vorteile und Möglichkeiten Felios bereithält. Besonders die Anwenderfreundlichkeit und Flexibilität stechen dabei heraus. „Man kann sich viele Daten, zum Beispiel Engpässe oder Auftragsnetze, schnell und einfach selbst suchen und eigenständig Filterabfragen sowie Startseiten konfigurieren. Darauf greifen wir häufig zurück“, berichtet Franziska Preuß, Teamleiterin in der Disposition bei Koenig & Bauer Industrial. Jede Abteilung und jedes Werk verwendet seine eigene Startseite, die auf die jeweiligen Bedürfnisse zugeschnitten ist und nur relevante Informationen zeigt.
Neben Felios | APS nutzt Koenig & Bauer Industrial die Module SPE (Schichtplan-Editor) für die intelligente Schicht- und Personaleinsatzplanung sowie CP (Kapazitätsplaner). Das Modul CP berechnet, welche Kapazitäten benötigt werden, um zu einem bestimmten Termin lieferfähig zu sein. Die einfachen Absprünge vom APS-System in die integrierten Module SPE und CP, ohne diese jeweils neu starten und die gewünschten Informationen erneut suchen zu müssen, erleichtern die Arbeit enorm. Häufig zum Einsatz kommen auch die Kommentar- und Kennzeichnungsfunktionen bei den Fertigungsaufträgen. Dadurch lassen sich beispielsweise die Arbeitsverteilerlisten auf dem Shopfloor einfacher besprechen, prüfen und bearbeiten, wie im Falle eines Eilauftrags, den man dazwischenschieben muss.
Stand: 16.12.2025
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APS-System: Der Nutzen macht sich bemerkbar
Eine wesentliche Verbesserung durch das APS-System gelang im Bereich der Durchlaufzeiten. Ob in der Zylinderfertigung oder auf der Montagestufe, die realisierte Einsparung war signifikant. Dies erreichte Koenig & Bauer Industrial insbesondere dadurch, dass sich im System Terminverkettungen im Detail analysieren lassen. Das ermöglicht den Planern, Ursachen von Störungen zu erkennen oder Konsequenzen von Planänderungen zu simulieren.
Ein weiterer wichtiger Faktor war die integrierte Schichtplanung. Das System bietet eine Gesamtübersicht über alle Mitarbeitenden und deren Auslastung, wodurch sich Personalengpässe schnell identifizieren und beheben lassen. Neben der Planung hat sich vor allem die interne Kommunikation deutlich verbessert und verschlankt. Da alle an der Wertschöpfungskette beteiligten Bereiche Zugriff auf das System haben (Vertrieb, Auftragszentrum und Disposition, Einkauf, Arbeitsvorbereitung, Fertigung sowie Qualitätssicherung), lassen sich Kommunikationsbrüche verhindern. Statt E-Mails zwischen einzelnen Personen oder Abteilungen zu verschicken, können Abfragen nun direkt in Felios erfolgen. „Wir lassen die Software für uns arbeiten, statt den Dingen selbst hinterher zu jagen. Die Kommunikationswege sind kürzer und wir dadurch effizienter”, resümiert Markowski abschließend.
Der Autor Stipo Nad ist Head of Business Development Produktion bei Inform.