Unternehmen sollten auf der „Road AI“ einige „Verkehrsregeln“ beachten, anstatt blind das Gaspedal durchzutreten. Dazu gehört auch die Einbindung der Mitarbeiter. Wie eine APS-Software dies unterstützt, zeigen folgende Praxisbeispiele.
Die Stopps auf der „Road AI“ führen zu einer effizienten Produktionsplanung.
(Bild: Inform)
Führungskräften muss klar sein, dass technologische Innovationen ohne die aktive Unterstützung und Einbindung der Mitarbeitenden scheitern können“, erklärt Markus Günther, Head of Sales Produktion beim Aachener Softwareunternehmen Inform. „Denn KI, Mensch und Unternehmen sollten in der modernen Fertigung eine untrennbare Einheit bilden.“ Das zeigen auch die Manroland Web Produktionsgesellschaft und die Ruhlamat GmbH. Beide Unternehmen haben ihre Produktion und Fertigung mit einem KI-gestützten Advanced-Planning-and-Scheduling-(APS-) System optimiert.
KI bietet heute verschiedene Methoden, die erwiesene Mehrwerte für die Fertigung schaffen: Generative KI, beispielsweise Sprachmodelle oder sogenannte Copiloten, bilden einen Teilbereich davon. Ergänzt wird dieser durch nicht-generatives maschinelles Lernen. Mittels Machine Learning können zum Beispiel Prognosen für Wiederbeschaffungszeiten simuliert werden – als Grundlage für die Optimierung der Produktionsplanung und Fertigung. In enger Interaktion mit dem Menschen verhilft eine KI-gestützte Software Unternehmen außerdem dabei, intelligente und fundierte Entscheidungen auf Basis von Decision Intelligence zu treffen. Das zeigt auch das Beispiel der Manroland Web Produktionsgesellschaft.
Manroland: Den Wandel aktiv begleiten
Als Komplettlieferant für mechatronische Komponenten schreibt sich Manroland Präzision, Perfektion und Passion auf die Fahne. Das Unternehmen designt, fertigt, montiert und verdrahtet Bauteile und übernimmt sowohl die Inbetriebnahme als auch Qualitätsprüfung. Dabei steigt es ständig in neue Geschäftsfelder und Branchen ein und passt die Prozesse hochflexibel auf die Bedürfnisse der Kunden und Partner an. Für das Unternehmen ist es besonders wichtig, termintreu zu liefern. Daher hat Manroland seit 2019 die KI-gestützte Produktionsplanungssoftware Felios des Aachener Softwareunternehmens Inform eingeführt.
Natürlich war die Einführung von Felios nicht von Anfang an ein Selbstläufer. Das musste auch Manroland erfahren, denn die Belegschaft begegnete der Digitalisierung und dem neuen System zunächst mit Zurückhaltung und Skepsis. Viele Mitarbeitenden hatten Bedenken, das neue Tool nicht bedienen zu können oder fürchteten gar von diesem ersetzt zu werden. Durch regelmäßige Feedbackrunden konnte Manroland jedoch Stück für Stück eine Akzeptanz für die Software schaffen. „Wir haben den Change-Prozess zusätzlich vorangebracht, indem wir das APS-System auch in den angrenzenden Abteilungen, wie Vertrieb und Logistik, eingesetzt haben“, erklärt Franz Gumpp, Geschäftsführer bei Manroland Web Production. „Dies ermöglicht – insbesondere in den Schnittstellenfunktionen – ein besseres Verständnis für das System.“
APS-Software: Planung- und Steuerung mit Köpfchen
Auf Basis entscheidungsintelligenter Verfahren der KI übernimmt Felios als Add-on aus dem ERP-System alle planungsrelevanten Daten, um unter Berücksichtigung der real verfügbaren, begrenzten Ressourcen und Kapazitäten optimale Terminpläne zu generieren. Speziell auf die Anforderungen des komplexen Maschinen- und Anlagenbaus zugeschnitten, führt das System alle Informationen automatisiert auf einer zentralen Plattform zusammen. Kurzfristige Änderungen zeigt das System in Echtzeit an, sodass ein unmittelbarer Abgleich mit allen Beteiligten möglich ist. Auf diese Weise sind alle Abteilungen stets auf dem gleichen Wissensstand und sämtliche Produktionsschritte optimal aufeinander abgestimmt.
Markus Günther ist Head of Sales Produktion bei Inform.
(Bild: Inform)
KI, Mensch und Unternehmen sollten in der modernen Fertigung eine untrennbare Einheit bilden.
Markus Günther
7.000 Fertigungsaufträge mit 21.000 Folgen auf 76 Arbeitsplatzgruppen wickelt Manroland in der mechanischen Fertigung im Jahr ab. Bei eiligen Kundenaufträgen erkennen sie dank der intelligenten Software direkt: Was ist bereits vorhanden? Was können wir verwenden? Der Abstimmungsaufwand ist geringer, weil alle Unternehmensbereiche die relevanten Informationen auf einen Blick haben.
Ruhlamat: Gemeinsam stark durch eine bereichsübergreifende Planung
Auch bei Ruhlamat arbeiten Mensch und Software in Einklang. Das traditionelle Maschinenbauunternehmen hat sich seit mehr als 30 Jahren als Spezialist für Sondermaschinenbau etabliert. Für anspruchsvolle Branchen wie die Automobil- und Medizintechnik sowie für die Produktion und Personalisierung von ID-Karten und Reisepässen liefert es maßgeschneiderte Lösungen.
Mit der KI-gestützten Lösung konnte Ruhlamat seine Produktivität erheblich steigern.
(Bild: Inform)
Im Sondermaschinenbau, wo Flexibilität und Präzision essenziell sind, stellte die zunehmende Komplexität der Maschinen und Projekten Ruhlamat ohne ein geeignetes Produktionsplanungstool vor erhebliche Planungs- und Kapazitätsherausforderungen. Frühere, weitgehend papierbasierte und durch Excel gestützte Prozesse führten zu hohem Arbeitsaufwand und einer eingeschränkten Übersicht über die Ressourcenverfügbarkeit. Besonders gravierend waren die Herausforderungen im Bereich der Kapazitätsplanung, da fehlende Echtzeitdaten und Transparenz manuelle Anpassungen bei Terminverschiebungen erforderlich machten – ein zeitaufwendiger Prozess. Vor der Einführung von Felios plante Ruhlamat vieles über das ERP-System von AMS, das jedoch nur gegen unbegrenzte Kapazitäten planen konnte. Dank des APS-Systems sind diese nun realistisch ermittelbar und schaffen eine Grundlage für nachhaltig bessere Entscheidungen.
Stand: 16.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die WIN-Verlag GmbH & Co. KG, Chiemgaustraße 148, 81549 München einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://kontakt.vogel.de/de/win abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.
Maschinenbau-Unternehmen entwickeln die Software weiter
Das Zusammenspiel von Technologie, Mensch und Unternehmen zeigt sich besonders in der Entwicklung eines Moduls zur Projekt- und Montageplanung, als Ergänzung zum APS-Software: Denn Ruhlamat gibt dem Entwicklungsteam der Software stetig Feedback, um sie noch besser an die Bedürfnisse des Marktes anzupassen. Von Beginn an war das Unternehmen neben zehn weiteren Kunden in den Ausbau involviert und hat das neue Produkt vor dessen offizieller Einführung getestet. „Aufgrund der engen Zusammenarbeit in gemeinsamen Arbeitskreisen konnten wir aktiv Einfluss auf die Entwicklung der Software nehmen“, erklärt Dominik Rüger, Manager Operations Planning & Project Management bei Ruhlamat. „Unser Feedback hat zu einer praxisnahen Lösung geführt.“
Mit der KI-gestützten Lösung konnte Ruhlamat seine Produktivität erheblich steigern. Die Planung ist jetzt wesentlich effizienter und transparenter. Die Verfügbarkeit von Ressourcen und die Termintreue haben sich signifikant verbessert, was sowohl die internen Prozesse als auch die Zusammenarbeit mit den Kunden positiv beeinflusst. Die „Road AI“ ist somit keine schnelle Abkürzung, sondern eine gemeinsame Reise, die sich lohnt.
Stipo Nad, Autor dieses Beitrags, ist Leiter Business Development Produktion bei Inform in Aachen.