KI in der Produktionsplanung APS-Software: Gemeinsam erfolgreich auf der Road AI

Von Stipo Nad 4 min Lesedauer

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Unternehmen sollten auf der „Road AI“ einige „Verkehrsregeln“ beachten, anstatt blind das Gaspedal durchzutreten. Dazu gehört auch die Einbindung der Mitarbeiter. Wie eine APS-Software dies unterstützt, zeigen folgende Praxisbeispiele.  

Die Stopps auf der „Road AI“ führen zu einer effizienten Produktionsplanung.(Bild:  Inform)
Die Stopps auf der „Road AI“ führen zu einer effizienten Produktionsplanung.
(Bild: Inform)

Führungskräften muss klar sein, dass technologische Innovationen ohne die aktive Unterstützung und Einbindung der Mitarbeitenden scheitern können“, erklärt Markus Günther, Head of Sales Produktion beim Aachener Softwareunternehmen Inform. „Denn KI, Mensch und Unternehmen sollten in der modernen Fertigung eine untrennbare Einheit bilden.“ Das zeigen auch die Manroland Web Produktionsgesellschaft und die Ruhlamat GmbH. Beide Unternehmen haben ihre Produktion und Fertigung mit einem KI-gestützten Advanced-Planning-and-Scheduling-(APS-) System optimiert.  

KI bietet heute verschiedene Methoden, die erwiesene Mehrwerte für die Fertigung schaffen: Generative KI, beispielsweise Sprachmodelle oder sogenannte Copiloten, bilden einen Teilbereich davon. Ergänzt wird dieser durch nicht-generatives maschinelles Lernen. Mittels Machine Learning können zum Beispiel Prognosen für Wiederbeschaffungszeiten simuliert werden – als Grundlage für die Optimierung der Produktionsplanung und Fertigung. In enger Interaktion mit dem Menschen verhilft eine KI-gestützte Software Unternehmen außerdem dabei, intelligente und fundierte Entscheidungen auf Basis von Decision Intelligence zu treffen. Das zeigt auch das Beispiel der Manroland Web Produktionsgesellschaft.

Manroland: Den Wandel aktiv begleiten

Als Komplettlieferant für mechatronische Komponenten schreibt sich Manroland Präzision, Perfektion und Passion auf die Fahne. Das Unternehmen designt, fertigt, montiert und verdrahtet Bauteile und übernimmt sowohl die Inbetriebnahme als auch Qualitätsprüfung. Dabei steigt es ständig in neue Geschäftsfelder und Branchen ein und passt die Prozesse hochflexibel auf die Bedürfnisse der Kunden und Partner an. Für das Unternehmen ist es besonders wichtig, termintreu zu liefern. Daher hat Manroland seit 2019 die KI-gestützte Produktionsplanungssoftware Felios des Aachener Softwareunternehmens Inform eingeführt.  

Natürlich war die Einführung von Felios nicht von Anfang an ein Selbstläufer. Das musste auch Manroland erfahren, denn die Belegschaft begegnete der Digitalisierung und dem neuen System zunächst mit Zurückhaltung und Skepsis. Viele Mitarbeitenden hatten Bedenken, das neue Tool nicht bedienen zu können oder fürchteten gar von diesem ersetzt zu werden. Durch regelmäßige Feedbackrunden konnte Manroland jedoch Stück für Stück eine Akzeptanz für die Software schaffen. „Wir haben den Change-Prozess zusätzlich vorangebracht, indem wir das APS-System auch in den angrenzenden Abteilungen, wie Vertrieb und Logistik, eingesetzt haben“, erklärt Franz Gumpp, Geschäftsführer bei Manroland Web Production. „Dies ermöglicht – insbesondere in den Schnittstellenfunktionen – ein besseres Verständnis für das System.“

APS-Software: Planung- und Steuerung mit Köpfchen

Auf Basis entscheidungsintelligenter Verfahren der KI übernimmt Felios als Add-on aus dem ERP-System alle planungsrelevanten Daten, um unter Berücksichtigung der real verfügbaren, begrenzten Ressourcen und Kapazitäten optimale Terminpläne zu generieren. Speziell auf die Anforderungen des komplexen Maschinen- und Anlagenbaus zugeschnitten, führt das System alle Informationen automatisiert auf einer zentralen Plattform zusammen. Kurzfristige Änderungen zeigt das System in Echtzeit an, sodass ein unmittelbarer Abgleich mit allen Beteiligten möglich ist. Auf diese Weise sind alle Abteilungen stets auf dem gleichen Wissensstand und sämtliche Produktionsschritte optimal aufeinander abgestimmt.

Markus Günther ist Head of Sales Produktion bei Inform.
(Bild: Inform)
 KI, Mensch und Unternehmen sollten in der modernen Fertigung eine untrennbare Einheit bilden.

Markus Günther


7.000 Fertigungsaufträge mit 21.000 Folgen auf 76 Arbeitsplatzgruppen wickelt Manroland in der mechanischen Fertigung im Jahr ab. Bei eiligen Kundenaufträgen erkennen sie dank der intelligenten Software direkt: Was ist bereits vorhanden? Was können wir verwenden? Der Abstimmungsaufwand ist geringer, weil alle Unter­nehmensbereiche die relevanten Informationen auf einen Blick haben.

Ruhlamat: Gemeinsam stark durch eine bereichsübergreifende Planung

Auch bei Ruhlamat arbeiten Mensch und Software in Einklang. Das traditionelle Maschinenbauunternehmen hat sich seit mehr als 30 Jahren als Spezialist für Sondermaschinenbau etabliert. Für anspruchsvolle Branchen wie die Automobil- und Medizintechnik sowie für die Produktion und Personalisierung von ID-Karten und Reisepässen liefert es maßgeschneiderte Lösungen.

Mit der KI-gestützten Lösung konnte Ruhlamat seine Produktivität erheblich steigern.
(Bild: Inform)

Im Sondermaschinenbau, wo Flexibilität und Präzision essenziell sind, stellte die zunehmende Komplexität der Maschinen und Projekten Ruhlamat ohne ein geeignetes Produktionsplanungstool vor erhebliche Planungs- und Kapazitätsherausforderungen. Frühere, weitgehend papierbasierte und durch Excel gestützte Prozesse führten zu hohem Arbeitsaufwand und einer eingeschränkten Übersicht über die Ressourcenverfügbarkeit. Besonders gravierend waren die Herausforderungen im Bereich der Kapazitätsplanung, da fehlende Echtzeitdaten und Transparenz manuelle Anpassungen bei Terminverschiebungen erforderlich machten – ein zeitaufwendiger Prozess. Vor der Einführung von Felios plante Ruhlamat vieles über das ERP-System von AMS, das jedoch nur gegen unbegrenzte Kapazitäten planen konnte. Dank des APS-Systems sind diese nun realistisch ermittelbar und schaffen eine Grundlage für nachhaltig bessere Entscheidungen.

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Maschinenbau-Unternehmen entwickeln die Software weiter

Das Zusammenspiel von Technologie, Mensch und Unternehmen zeigt sich besonders in der Entwicklung eines Moduls zur Projekt- und Montageplanung, als Ergänzung zum APS-Software: Denn Ruhlamat gibt dem Entwicklungsteam der Software stetig Feedback, um sie noch besser an die Bedürfnisse des Marktes anzupassen. Von Beginn an war das Unternehmen neben zehn weiteren Kunden in den Ausbau involviert und hat das neue Produkt vor dessen offizieller Einführung getestet. „Aufgrund der engen Zusammenarbeit in gemeinsamen Arbeitskreisen konnten wir aktiv Einfluss auf die Entwicklung der Software nehmen“, erklärt Dominik Rüger, Manager Operations Planning & Project Management bei Ruhlamat. „Unser Feedback hat zu einer praxisnahen Lösung geführt.“  

Mit der KI-gestützten Lösung konnte Ruhlamat seine Produktivität erheblich steigern. Die Planung ist jetzt wesentlich effizienter und transparenter. Die Verfügbarkeit von Ressourcen und die Termintreue haben sich signifikant verbessert, was sowohl die internen Prozesse als auch die Zusammenarbeit mit den Kunden positiv beeinflusst. Die „Road AI“ ist somit keine schnelle Abkürzung, sondern eine gemeinsame Reise, die sich lohnt.  

Stipo Nad, Autor dieses Beitrags, ist Leiter Business Development  Produktion bei Inform in Aachen.