Viele Produktionsunternehmen kennen sie: die Zettelwirtschaft in der Lagerverwaltung. Sie verursacht unnötige Fehler und kostet zusätzliche Zeit. Beides wollte sich die Greif-Velox Maschinenfabrik nicht mehr leisten und hat mithilfe ihres ERP-Systems und einer integrierten App sämtliche Digitalisierungslücken in der Lagerverwaltung geschlossen.
(Quelle: iStock/PSI Automotive & Industry)
Technologieführerschaft heißt das Ziel von Greif-Velox – einem Unternehmen, dessen Wurzeln sich bis ins Jahr 1100 rückverfolgen lassen. So waren es Mönche, die mit der Gründung der Greifen-Mühle den Grundstein legten für vieles, worauf es auch im 21. Jahrhundert bei einer effizienten Absackung, Abfüllung und Palettierung ankommt. Heute konzipiert und fertigt das Lübecker Unternehmen in Losgröße 1 Absack- und Abfüllanlagen für pulverförmige, flüssige oder feste Lebensmittel sowie für chemische und petrochemische Stoffe. Kontinuierlich entwickelt das Unternehmen Technologien und Patente, die unterschiedlichste Herausforderungen der Branche effizient und nachhaltig lösen. Inzwischen ist der Sondermaschinenbauer auf dem besten Weg zur Technologieführerschaft seiner Branche. Ein wesentlicher Baustein des Erfolgs ist die konsequente Digitalisierung aller Unternehmensbereiche – unter anderem der Lagerverwaltung.
Lagerverwaltung sichert die Einhaltung von Zeitplänen
„Wir wollten uns von fehleranfälligen, manuellen sowie papierhaften Abläufen lösen und damit schneller und moderner werden“, erläutert Michael Rundshagen, Leiter IT bei Greif-Velox. Denn die Lagerverwaltung spielt eine wichtige Rolle, wenn es um die Einhaltung von Produktionsplänen und Lieferterminen geht: Ihre zentrale Aufgabe besteht darin, durch die Steuerung von Mittelflüssen und die Bereitstellung von Rohstoffen, Erzeugnissen oder Ersatzteilen einen reibungslosen Ablauf in der Fertigung zu gewährleisten. Fehler oder Zeitverzüge können Unternehmen schnell teuer zu stehen kommen. Aus diesem Grund nutzen zahlreiche Betriebe die Lagerverwaltungsfunktionen ihres ERP-Systems. Auch Greif-Velox setzt auf das Lagerverwaltungsmodul seiner ERP-Lösung PSIpenta. Mit dessen Hilfe lassen sich beispielsweise unterschiedliche Lagerstrukturen und Lagerhaltungsformen definieren.
Bei einer chaotischen Lagerhaltung berechnet das System entsprechend frei definierbarer Ein- und Auslagerungsstrategien, Artikelmindestbeständen oder Lagerbereichen (vorne, mittig, hinten) optimierte Lagerorte und spart bei Auslagerungen durch automatische Lagerbewegungsvorschläge die aufwändige Suche nach den richtigen Artikeln. Auch Chargen- und Seriennummern lassen sich präzise dokumentieren sowie Lagerbestände kaufmännisch zuordnen und überwachen.
Jeder soll im Lager arbeiten können
„Prinzipiell sind wir damit bereits gut aufgestellt. Nun wollten wir uns auch der letzten Zettel entledigen und durch das Schließen der digitalen Lücken noch schneller und besser werden“, erklärt Michael Rundshagen. Wichtig war dieser Schritt zum Beispiel in der sogenannten Sammelentnahme, über die bei Greif-Velox die Bereitstellung von Material erfolgt. Hier mussten in der Vergangenheit die zuständigen Mitarbeiter mit einem umfangreichen Papierdokument durch die Regale gehen und die Artikel nach dem Ausdruck kommissionieren. Dabei kam es immer wieder zu Lesefehlern der recht komplexen Lager- und Artikelbezeichnungen, die sich in den einzelnen Lagerbereichen zudem sehr ähneln. Im Anschluss an die Kommissionierung bearbeiteten die Mitarbeiter die Liste am PC und führten die Lagebuchungen durch.
(Greif-Velox hält zahlreiche Patente. Das patentierte Ultraschall-Verfahren in der Verschweißung der Säcke etwa, die sogenante „Waffle welding“-Verschweißung, liefert laut einer Studie der TU Lübeck eine um 60 Prozent höhere Reißfestigkeit der Sackventile. Bild: Greif-Velox Maschinenfabrik)
Prozesse wie diese waren zeitaufwändig und fehleranfällig. Und sie machten es Mitarbeitern schwer, die hin und wieder aus anderen Unternehmensbereichen im Lager aushelfen. „Genau das ist in einem Unternehmen unserer Größe gang und gäbe. Wir brauchen folglich ein System, das Mitarbeiter effizient und intuitiv bei der Erledigung ihrer Aufgabe unterstützt“, beschreibt es der IT-Leiter. Nicht zuletzt erwarten Mitarbeiter inzwischen auch in ihrem beruflichen Kontext, woran sie sich im Privaten längst gewöhnt haben: einfach bedienbare Software. Ziel war daher, die Buchungsaufwände zu vereinfachen, neben der Minimierung der durch Medienbrüche verursachten Fehler, die durch zahlreiche, manuelle Schritte und handschriftlichen Notizen entstanden sind.
Feld-Plausibilitätsprüfungen sichern die Qualität
Greif-Velox analysierte daher gemeinsam mit seinem ERP-Lieferanten, PSI Automotive & Industry, seine Anforderungen und glich diese mit dem bewusst schlank gehaltenen Standard der browserbasierten PSI Industrial-Apps für Logistik, Produktion und Versand ab. Die wichtigsten Anliegen: Mitarbeiter sollen via App und mobile Geräte eine einfache Übersicht über die Lageraufträge erhalten und Lagerbewegungen inklusive Angaben zur Menge und Lagerplatz zurückmelden. Individuell angepasste Filtermöglichkeiten sollen die Suche nach Beständen beschleunigen, Feld-Plausibilitätsprüfungen die Qualität sichern. „Nach der ersten Testphase eines Prototyps haben wir noch einmal einen Feinschliff unserer definierten Prozesse vorgenommen. Die dann entstandene Version haben wir produktiv implementiert“, erinnert sich Rundshagen.
Stand: 16.12.2025
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Weniger Fehleingaben und -entnahmen
Die Ergebnisse überzeugen: Heute sieht jeder Lagermitarbeiter ausschließlich die für ihn relevanten Bereiche. Das beschleunigt die Arbeit enorm. Zudem wurden durch die Einbindung der Peripherie via Scanner sowie durch Plausibilitätsprüfungen Fehleingaben und -entnahmen stark reduziert. So müssen Mitarbeiter beispielsweise den Soll-Lagerplatz per Scan des am Lagerplatz angebrachten Codes bestätigen. Ist dieser nicht korrekt, zeigt die App dies sofort an. Ähnliches gilt für die Lagerartikelnummer. Auch diese muss vor der Entnahme bestätigt werden. „Durch die nun automatische Prüfung der Lager- und Artikelbezeichnungen haben wir eine deutlich bessere und sichere Zuordnung der zu kommissionierenden Artikel“, beschreibt der IT-Leiter. Lesefehler bei der Sammelentnahme am Lagerplatz oder auf dem Warenetikett werden sofort erkannt. Sind alle Schritte erledigt, schließt der Lagermitarbeiter die Lagerbewegung per Klick ab. Sämtliche Daten aktualisieren sich zeitgleich im ERP-System.
Digitalisierte Lagerverwaltung: Der Technologieführerschaft ein Stückchen näher
Mit der durchgängig digitalen Abbildung der Lagerprozesse über das ERP-System und der integrierten Industrial-App hat Greif-Velox umgesetzt, wozu viele Experten raten: die schrittweise Digitalisierung. Für das Lübecker Produktionsunternehmen ist das ein wichtiger Baustein auf dem Weg zur Technologieführerschaft. Denn damit ist das Unternehmen bestens gerüstet für die Anforderungen seiner Kunden und Mitarbeiter.
Digitalisierte Lagerverwaltung – Checkliste
ERP-Lagerverwaltungsmodul für Produktionsbetriebe
Definition unterschiedlicher Lagerstrukturen wie Tablar-, Regal- oder Flächenlager
Unterstützung einer chaotischen und nicht-chaotischen Lagerhaltung
Rückverfolgbarkeit von Chargen und Seriennummern
Mitführung von Änderungsständen
Kaufmännische Zuordnung und Überwachung von Lagerbeständen, zum Beispiel Konsignationsbestände, Beistellungen, Sperrbestände sowie unreparierte und reparierte Bestände
Vollständige Abbildung aller Prozesse auf mobilen Geräten inklusive Integration von Peripheriegeräten
Der Autor Jens Reeder ist Leiter Division Industry bei PSI Automotive & Industry.