28.04.2015 – Kategorie: Branchen, IT

VDMA: Ohne Security keine Industrie 4.0

vdma_article

Sich gegen Produktpiraten und Know-how-Diebe zu wehren ist nicht trivial. Technische Maßnahmen helfen, den Nachbau von Ersatzteilen, Komponenten und ganzen Maschinen zu erschweren oder im Idealfall gänzlich zu unterbinden. All das war Thema auf dem VDMA-Infotag „Produkt- und Know-how-Schutz“ auf der Hannover Messe. Ziel ist die unangreifbare Maschine.

„Industrie 4.0, die Digitalisierung der Industrie und des industriellen Fertigungsprozesses, wird den Maschinen- und Anlagenbau vor neue Herausforderungen stellen“, erklärt Steffen Zimmermann, Geschäftsführer der VDMA Arbeitsgemeinschaft Produkt- und Know-how-Schutz. Demnach steige die Gefahr von Datenverlust sowie Diebstahl von technischen Plänen und intellektuellem Eigentum durch die Digitalisierung drastisch an. Der Effekt auf den Maschinen- und Anlagenbau könne jenem ähnlich sein, der schon die Pharma- und Konsumgüterindustrie ereilte: Durch die Kopier- und Scantechnik ist das Nachahmen von Originalverpackungen über Nacht zu einem Kinderspiel geworden.

Acht Milliarden Euro jährlich

Schon heute zeigen die Zahlen des VDMA, dass Produktpiraterie einen enormen Schaden verursacht und eine ernste Bedrohung für die mittelständische und industrielle Fertigung von Maschinen und Anlagen in Deutschland und in Europa ist. Bereits mehr als 70 Prozent der Maschinen- und Anlagenbauer Deutschlands sind von Produktpiraterie betroffen, der Umsatzschaden beträgt 7,9 Milliarden Euro jährlich. Die Volksrepublik China liegt mit 72 Prozent unangefochten auf Platz 1 der Plagiateure.

Die unangreifbare Maschine

„Rechtliche Maßnahmen helfen erst, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist“, kommentiert Zimmermann. „Nur der Dreiklang von rechtlichen, technischen und organisatorischen Maßnahmen bewirkt einen verlässlichen Schutz.“ Die auf dem VDMA-Infotag „Produkt- und Know-how-Schutz“ auf der Hannover Messe gezeigten Maßnahmen sind ein erster Schritt hin zu einer unangreifbaren Maschine.

Dass es nicht die eine Lösung für alle Security-Bedrohungen geben kann, ist offensichtlich. „Security ist ein Moving Target: was heute noch sicher ist, ist morgen schon geknackt.“, so Zimmermann weiter. „Die Herausforderung für die unternehmerische Praxis besteht zudem darin, eine sinnvolle Kombination verschiedenster Security-Merkmale und -Dienste herzustellen. Langzeitstabile Lösungen für den Maschinenbau zu finden ist dabei die größte Herausforderung – schließlich reden wir von Ersatzteilverfügbarkeiten für Jahrzehnte.“

Live-Demonstrator: Komplex, aber praxisnah

Die Hannover Messe ist der richtige Ort, um innovative Lösungen live im Praxiseinsatz zu zeigen. Daher haben sich zehn Mitgliedsunternehmen zu einem VDMA-Live-Demonstrator zusammengeschlossen. Der Besucher kann direkt beobachten, wie ein metallisches Serienprodukt live vor Ort mit einem Laser individuell codiert und mit Sicherheitsmerkmalen ausgestattet wird, um anschließend mit der Verpackung „verheiratet“ und versiegelt zu werden. Hierzu werden im Prozess Prüfmechanismen angewandt, die die Lesbarkeit der individuellen Identität sicherstellen. Spezifische Apps lesen dann die Codes und Sicherheitsmerkmale aus, verbinden zu den entsprechenden Verifikationsdiensten und authentifizieren Produkt und Umverpackung. Die Apps können zudem weitere Sicherheitsmerkmale auf Produkt und Verpackung erkennen, um zu weiteren Echtheitsprüfungen zu verlinken. Security für Industrie 4.0 – live erlebbar.

Teilnehmer am Demonstrator

Es beteiligen sich zehn Mitglieder der VDMA AG Produkt- und Know-how-Schutz am Demonstrator: 3S GmbH, Diagramm Halbach GmbH & Co. KG, GS1 Germany GmbH, Hologram Company Rako GmbH, Leonhard Kurz Stiftung & Co. KG, OCS Checkweighers GmbH, Schreiner Group GmbH & Co. KG, Securikett Ulrich & Horn GmbH, Trend Micro Deutschland GmbH, Trumpf Laser- und Systemtechnik GmbH.


Teilen Sie die Meldung „VDMA: Ohne Security keine Industrie 4.0“ mit Ihren Kontakten:


Scroll to Top