Studie zum Werkzeugbau: Warum „Made in Germany“ nicht mehr genügt

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Studie zum Werkzeugbau: Warum „Made in Germany“ nicht mehr genügt

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Wie leistungsfähig ist der deutsche Werkzeugbau angesichts der wachsenden internationalen Konkurrenz? Damit, unter anderem, befasst sich eine neue Studie.
Werkzeugbau in Deutschland, Analyse und Ausblick

Quelle: Dmitry Kalinovsky/Shutterstock.com

  • Der deutsche Werkzeugbau hat derzeit einen Qualitätsvorsprung vor der internationalen Konkurrenz.
  • Eine Studie vom Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT und dem Werkzeugmaschinenlabor WZL der RWTH Aachen analysiert die Merkmale und Leistungsfähigkeit der Branche.
  • Sie bietet zudem einen Ausblick darauf, wie Werkzeugbaubetriebe angesichts hart umkämpfter Märkte ihren Vorsprung behaupten können.

Das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT und das Werkzeugmaschinenlabor WZL der RWTH Aachen veröffentlichen einen aktuellen Branchenüberblick aus ihrer Studienreihe »Tooling in Germany« mit der Unterstützung der WBA Aachener Werkzeugbau Akademie. Die Experten, die jährlich auch den Branchenwettbewerb »Excellence in Production« veranstalten, beleuchten die Merkmale und Leistungsfähigkeit des deutschen Werkzeugbaus. Neben einer Markteinschätzung durch die Experten bietet die Studie einen Ausblick, welchen Herausforderungen sich der deutsche Werkzeugbau stellen muss, um ihren Vorsprung gegenüber der internationalen Konkurrenz zu behaupten.

Die Autoren der Studie bewerten den organisatorischen und technologischen Status der Unternehmen anhand der drei Dimensionen Produkte, Prozesse und Ressourcen. Aktuelle Kennzahlen aus den Jahren 2016 bis 2019 dienen als Datengrundlage. Wichtige Messgrößen wie die Umsatzverteilung auf die verschiedenen Werkzeugarten, Angebot und Nachfrage nach Dienstleistungen, Auftragsarten und Termintreue, Fertigungstechnologien und Maschinenauslastung werden betrachtet. Mit der neuen Auflage der Studie »Tooling in Germany« erhalten Unternehmen einen aktuellen Branchenüberblick, Kennzahlen und eine Handlungsorientierung für bevorstehende Entscheidungen.

Differenzierungsmerkmal der Qualität nicht mehr ausreichend

Der deutsche Werkzeugbau hat durch seine Technologieführerschaft laut den Autoren nach wie vor einen Qualitätsvorsprung gegenüber der internationalen Konkurrenz. Zudem verfügen die hiesigen Unternehmen über leistungsfähige Fertigungstechnologien mit hohen Automationsgraden und eine qualifizierte Belegschaft mit dauerhafter Unternehmenszugehörigkeit. Doch zeigen das steigende Qualitätsniveau von Produkten der internationalen Konkurrenz und die sinkenden Preise für Werkzeuge auf dem Weltmarkt, dass sich die deutschen Werkzeugbaubetriebe nicht mehr allein über ihr Differenzierungsmerkmal der Qualität abgrenzen können.

Hinzu kommen neue, herausfordernde Aufgaben aufgrund der Corona-Schutzmaßnahmen, die die zuletzt wirtschaftlich schwierige Gesamtsituation noch einmal verschärfen. Nur noch die Hälfte der Werkzeugbaubetriebe hat im Vergleich zum Vorjahr eine Auftragsreichweite von sechs Monaten.

Werkzeugbau: Systemdurchgängigkeit und datenbasierte Geschäftsmodelle

Daher müssten die deutschen Unternehmen sich konsequent weiterentwickeln, so das Fazit der Aachener Forscher: Handlungsbedarf bestehe vor allem bei der Aufnahme und Nutzung von Planungs- und Fertigungsdaten. Dazu sollten beispielsweise nicht nur historisch gewachsene CAx-Prozesslandschaften innerhalb der Gesamtprozesskette neu strukturiert werden, um eine konsistente Datendurchgängigkeit zu ermöglichen. Vielmehr könnten die Unternehmen ihre Dienstleistungsangebote neu ausgestalten, mit Hilfe von Sensorik intelligente Werkzeuge bereitstellen und als Komplettanbieter neue datenbasierte Geschäftsmodelle entwickeln.

Branchenwettbewerb »Excellence in Production« bietet lohnende Einblicke – gerade jetzt

Aktuelle Kennzahlen der Branche führen die Aachener Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler jährlich im Rahmen des Wettbewerbs »Excellence in Production« zusammen. Unter dem Motto »Lernen von den Besten« durchlaufen die teilnehmenden Betriebe im Werkzeugbau eine Evaluierung durch das WZL und das Fraunhofer IPT. Die Unternehmen erhalten ein individuelles Benchmarking ihrer Stärken und Schwächen. »Gerade in schwierigen Zeiten lohnt sich die Teilnahme am Wettbewerb. Die Erfahrung aus 20 Jahren Wettbewerbsgeschichte zeigt, dass die erfolgreiche Teilnahme messbar die Leistungsfähigkeit der teilnehmenden Unternehmen steigert«, erklärt Rainer Horstkotte, der den Wettbewerb auf Seiten des Fraunhofer IPT organisiert. »Der Wettkampf um den begehrten Preis motiviert die Belegschaft ungemein und unsere Finalisten spiegeln uns zurück, dass sie durch die positive Berichterstattung in den Medien verstärkte Aufmerksamkeit von Kunden auf sich ziehen.«

Eine zusätzliche Datenquelle der Studie bildet die gemeinsame Werkzeugbaudatenbank von WZL und Fraunhofer IPT mit mehr als 1’000 Benchmarking-Datensätzen, die nicht älter als fünf Jahre sind. Das langjährige Know-how und Branchenwissen der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Aachen fußt auf zahlreichen Industrie- und Forschungsprojekten, auf Unternehmensbesuchen und -audits.

Die Studie kann kostenlos im Internet heruntergeladen werden.

Erfahren Sie hier mehr über einen digitalen Entwicklungsprozess für Werkzeugmaschinen.

Lesen Sie auch: „Roboterplattform und KI bei BMW: Fit für die nächste Stufe der Fertigung“

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