Studie: Wie Autohersteller von der Digitalisierung profitieren

Eine Studie von Siemens Financial Services (SFS) beziffert die Produktivitätssteigerung durch Digitalisierung/Automation (Industrie 4.0) in der Automobilbranche. Darin wird der potenzielle Mehrwert der Digitalisierung für die Automobilindustrie untersucht und weltweit auf 173,3 bis 269,5 Milliarden US-Dollar geschätzt. Ohne spezielle Finanzierungsinstrumente stellen die Investitionen in Industrie-4.0-Technologien allerdings eine Herausforderung dar.

Siemens Financial Services (SFS) hat auf der SPS IPC Drives 2017 eine neue Studie unter dem Titel "Der Digitalization Productivity Bonus: Automobilbranche" vorgestellt. Darin wird der finanzielle Nutzen, der durch die Digitalisierung entsteht, für Automobilhersteller in China, Frankreich, Deutschland, Indien, den nordischen Ländern, Polen, Russland, Spanien, der Türkei, dem Vereinigten Königreich und den Vereinigten Staaten untersucht.

Der potenzielle finanzielle Nutzen der Digitalisierung für die globale Automobilindustrie wird auf 173,3-269,5 Milliarden Dollar geschätzt. Digitale Technologien der neuen Generation (auch Industrie 4.0 genannt) ermöglichen es Herstellern, ihre Leistung durch die höhere Fertigungsproduktivität, bessere Planung und Prognosen, erweiterte Wettbewerbsfähigkeiten und verbesserte finanzielle Nachhaltigkeit zu steigern.

Eine Steigerung der Produktivität - die Herstellung von entweder derselben Anzahl von Produkten zu geringerem Aufwand oder von mehr Produkten zum selben Aufwand – hat eine eindeutige und kalkulierbare, positive Auswirkung auf Kosten und Margen. Dieser positive Effekt wird als Digitalization Productivity Bonus bezeichnet.

Für diesen Bericht wurde ein von SFS entwickeltes statistisches Modell zur Einschätzung des Digitalization Productivity Bonus genutzt, um einen stichhaltigen, finanziellen Vorteil nachzuweisen, der durch die Digitalisierung und Automation entsteht.

In der Automobilbranche gehen Fertigungswerke zunehmend zum Dreischichtbetrieb über. Hier ist beispielsweise die Fähigkeit zur Eigenkontrolle (über digitale Sensortechnologie) entscheidend, um kostspielige Unterbrechungen oder Fehler zu verhindern.

Instrumente für die Finanzierung

Um Hindernisse bei der Investition in Industrie-4.0-Technologie zu überwinden, haben Finanzierungsspezialisten eine Reihe von Instrumenten --  „Finanzierungen für Industrie 4.0“ -- entwickelt, die die Umstellung auf die neue Generation digitaler Technologien auf eine finanziell tragbare und nachhaltige Weise ermöglichen und gleichzeitig Cashflow und Betriebsmittel des Herstellers schonen.

Der Bericht untersucht diese speziellen Finanzierungsmethoden wie Pay-to-Access/Use und Technologiefinanzierung, Technologie- Upgrades und -Updates, Aufrüstungen und Aktualisierungen von Technologien, Softwarefinanzierung, ergebnisorientierte Zahlungen, Übergangsfinanzierung und Lösungen für Betriebsmittelfinanzierungen.

„Die Fähigkeit, die Fertigungsproduktivität zu verbessern, ist ein universeller Ausgangspunkt, um den Mehrwert der Digitalisierung zu messen und dem Hersteller in der Automobilindustrie ein betriebswirtschaftliches Argument für die Rechtfertigung der Investition in die Umstellung auf Industrie 4.0-Technologien an die Hand zu geben.Intelligente Finanzierungsstrukturen sind nötig, damit Hersteller diese Umstellung nachhaltig umsetzen können“, erklärt Kai-Otto Landwehr, Leiter der Einheit für Commercial Finance von Siemens Financial Services. „Nur die entsprechenden Finanzierungsspezialisten verfügen über das notwendige Verständnis von Industrie-4.0-Technologien und ihren Anwendungsarten, um Investitionen zu ermöglichen und gleichzeitig Cashflow und Betriebsmittel der Hersteller zu entlasten.“

Methodik

Über 60 internationale Industriekonzerne, spezialisierte Managementberatungsfirmen und wissenschaftliche Experten wurden im Februar und März 2017 telefonisch interviewt. Sie wurden gebeten, den potenziellen finanziellen Vorteil für Herstellungsbetriebe einzuschätzen, der durch die Umstellung auf digitalisierte Technologien entstehen könnte, insbesondere im Hinblick auf eine optimierte Fertigungsproduktivität. Die optimierte Fertigungsproduktivität wird entweder als reduzierte Fertigungskosten oder als erhöhte Gewinnmarge definiert. Die Befragten gaben ihre Einschätzung dieser Reduzierung der Fertigungskosten – dem Digitalization Productivity Bonus – als prozentualen Anteil am Gesamtumsatz an. Personen aus den folgenden Ländern und Regionen nahmen teil: China, Frankreich, Deutschland, Indien, den nordischen Ländern, Polen, Russland, Spanien, der Türkei, dem Vereinigten Königreich und den Vereinigten Staaten.

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