03.03.2015 – Kategorie: IT, Technik

Smarte Wartung dank Sensorfusion

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Das Institut für industrielle Informationstechnik (inIT) der Hochschule Ostwestfalen-Lippe hat das System MACRO (Multi-layer attribute-based conflict-reducing observation) vorgestellt, eine Fusionsmethode, die es ermöglicht, auch komplexe Prozesse und Systeme in einem Überwachungssystem abzubilden und den Zustand von Produktionsanlagen sicher zu bestimmen – und eine smarte Wartung zu verwirklichen.

Das Institut für industrielle Informationstechnik (inIT) der Hochschule Ostwestfalen-Lippe hat das System MACRO (Multi-layer attribute-based conflict-reducing observation) vorgestellt, eine Fusionsmethode, die es ermöglicht, auch komplexe Prozesse und Systeme in einem Überwachungssystem abzubilden und den Zustand von Produktionsanlagen sicher zu bestimmen – und eine smarte Wartung zu verwirklichen.

Wartung heißt im Unternehmen oft, Prüfung nach statischen Zyklen, ohne den aktuellen Zustand der Anlagen zu berücksichtigen. Stattdessen stützt sie sich auf Erfahrungswerte, bezieht Ausfälle baugleicher oder -ähnlicher Anlagen in die Abschätzung des Wartungsintervalls mit ein. Ungeplante Stillstandszeiten oder ein erhöhter Einsatz von Ersatzteilen und Wartungspersonal sind nicht selten.

Eine solch statische Vorgehensweise lässt die spezifischen Einsatzgebiete und Umfeldbedingungen einer Maschine außer Acht. Die Lösung des inIT verspricht nun, den aktuellen Zustand beziehungsweise den Verschleißgrad der Maschinen kontinuierlich zu ermitteln und Wartungen bedarfsgerecht zu terminieren.

Professor Volker Lohweg, Vorstand am Institut für industrielle Informationstechnik (inIT) der Hochschule Ostwestfalen-Lippe, kommentiert: „Die ‚Predictive Maintenance‘, eine vorausschauende Wartungsplanung, erfolgt zu Zeitpunkten, an denen ein Maschinenstillstand kein oder wenig Geld kostet und zu tauschende Teile kurz vor einem Defekt stehen, aber noch einwandfrei funktionieren“. Die Zustandsüberwachung wird im Betrieb durch räumlich verteilte, vernetzte Maschinen immer komplexer. In Maschinen wie in Druckmaschinen für die Zeitungsproduktion kommen bereits heutzutage hunderte elektrische Antriebe und tausende Sensoren zum Einsatz. Datenquellen, die allesamt zur Ermittlung des aktuellen Zustands notwendig sind – Tendenz steigend.

Das am inIT entwickelte System fasst die Datenquellen je nach Montageort oder Aufgabe sinnvoll zu Attributen zusammen. Der jeweilige Zustand wird separat ermittelt. An dieser Stelle werden bereits defekte und sich widersprechende Sensoren erkannt. Mit dem Ziel einer Konfliktreduzierung zwischen den Signalen des Attributs. Zudem wird die Wichtigkeit eines solchen Attributs herabgesetzt, je höher der Konflikt innerhalb dieses Attributs ist. Darüber wird sichergestellt, dass bei der Fusion aller Attribute zur Ermittlung des Gesamtzustandes, Signale defekter Sensoren nur zu einem geringen Anteil einfließen.

Das MACRO-System ist einer der Schwerpunkte im Forschungsprojekt „Intelligente Vernetzung“, eines der fünf Querschnittsprojekte des Spitzenclusters it’s OWL – Intelligente Technische Systeme Ost-Westfalen-Lippe. In diesem Projekt entstehen die technologischen Grundlagen zur Vernetzung und Zustandsüberwachung, die von den industriegetriebenen Innovationsprojekten des Spitzenclusters eingesetzt werden: Die Leistungsfähigkeit des MACRO-Systems wurde bereits durch den Einsatz in den Projekten der Unternehmen Denios (Hersteller von Gefahrstofflagern) und Wincor Nixdorf (Hersteller von Geldautomaten und Selbstbedienungsterminals) nachgewiesen.


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