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Richtig testen – zur Qualitätssicherung im digitalen Unternehmen

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Die Digitalisierung bedeutet vor allem: Daten, Daten, Daten, die genutzt werden wollen – und das möglichst schnell. Die Qualitätssicherung hinkt da oft hinterher. Doch Testing muss kein notwendiges Übel sein – wie die folgenden Tipps zeigen.

Testen Sie das Richtige!
Test-Aufwand lässt sich nach einigen Vorüberlegungen begrenzen: Meist ist es nicht sinnvoll 100 Prozent der Funktionalität einer Applikation zu testen. Besser risikobasiert Testen: Die Requirements werden priorisiert und die Tests auf kritische Applikationsteile fokussiert. Die Requirements-Testcoverage gibt Auskunft über die im Testen abgedeckten Requirements.

Bei kritischen Komponenten (z.B. e-Banking) sollte die Testcoverage auch den Source-Code umfassen. Hier interessiert, wieviel Prozent

  • der Funktionen im Test ausgeführt werden (Funktionscoverage)
  • der Pfade im Source-Code durchlaufen werden (Path-Coverage).

Eine 100-prozentige Funktions- und Pfad-Coverage ist zu aufwendig, auch hier lohnt eine risikobasierte Priorisierung.

Testen Sie strukturiert!
Beim strukturiertem Testing werden die aus den Test-Coverage-Vorgaben abgeleiteten Testfälle aufgeschrieben und abgearbeitet. Weitere Möglichkeiten, den Aufwand zu reduzieren:

  • Exploratives Testing: Dabei werden die Tests erfahrungsbasiert ohne strukturierte Vorbereitungen am Produkt in Echtzeit durchgeführt.
  • Rapid Software-Testing (RST): Kombiniert strukturiertes und exploratives Testing. Definierte Grobstrukturen für den Test werden vom Applikationsexperten intuitiv ausgeführt, seine Erfahrungen aufgezeichnet.

Testen Sie automatisiert!
Eine weitere Möglichkeit für wirtschaftlichere Testings steckt in der Automatisierung wiederkehrender Aktivitäten. Die Automatisierung kann in verschiedenen Testphasen eingesetzt werden:

  • Im Early Testing durch die Automatisierung von Testschritten im Unit-Test
  • Im Black-Box Testing durch die Automatisierung von Testschritten beim fertiggestellten, kompilierten Produkt.

Damit die Automatisierung wirtschaftlich ist, wählt man nur Testfälle aus, die unverändert mindestens x weitere Male ausgeführt werden, so dass sich der Aufwand für die Automatisierung nach x-n Malen anfängt, zu lohnen.

Testen Sie sicher!
Test-Daten müssen ebenso geschützt werden, wie Produktiv-Daten. Deshalb gilt es zu entscheiden, welche Daten für Tests verwendet werden:

  • produktive Daten: kann man zwar einfach aus der Produktion abziehen, um das Szenario 1:1 nachzustellen. Aber die Daten müssen ebenso geschützt werden, wie in der Produktion – einschließlich NDAs für die Mitarbeiter.
  • anonymisierte Daten: Dabei werden sensitive Teile der produktiven Daten maskiert oder verändert, so dass kein Bezug zu den realen Daten gemacht werden kann.
  • synthetische Daten: Dabei werden aus Eckwerten der produktiven Daten künstliche Daten erzeugt

Die Anonymisierung und die synthetische Datenbereitstellung sind aufwendig und können nur mit geeigneter Software bewerkstelligt werden. Allerdings sind sie auch Voraussetzung für ein sicheres Near/ Offshoring von Tests.

Testen Sie früh aber auch Evidence-basiert!
Generell gilt „Shift-Left“: Je früher man testet desto billiger ist die Fehlerkorrektur – ganz wie beim Hausbau. Läuft dann die Produktion, zeigen vorhandene Daten – z.B. Support-Tickets oder Call-Center-Statistiken – auf, an welchen Stellen sich weiteres Testen besonders lohnt („Shift Right“, evidence-based).

Testen Sie die User Experience!
Geht es um Consumer-Anwendungen ist heute die Erfahrung der Nutzer entscheidend. Daher empfiehlt es sich im Vorfeld mit dem User bezüglich Design, intuitiver Nutzerführung und Wow-Faktor zu testen – ehe es zu schlechten Bewertungen im App-Store kommt.

Autor: Robert Bonomo, Head of QE&A DACH Region & Eastern Europe bei Cognizant
Weitere Infos: http://www.cognizant.ch/quality-engineering-and-assurance

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