03 2014

DIGITAL MANUFACTURING 2014/03

Liebe Leser,

Roboter sind faszinierend. Das hat auch die Filmindus­trie von Hollywood erkannt. In zahlreichen Action-­Filmen kommen Roboter zum Einsatz. Kein Wunder, denn sie bieten eine interessante Optik für spannende Szenen. Beispielsweise bringt im Blockbuster „James Bond – Stirb an einem anderen Tag“ ein Roboter eines Augsburger Anbieters die hübsche Halle Berry mit Laserwerkzeugen in Bedrängnis. In „Tomb Raider – Die Wiege des Lebens“ versuchen Roboter, eine geheimnisvolle Kugel zu decodieren, die zur Büchse der Pandora führen soll. Die Traumfabrik Hollywood setzt gerne mal auf Roboter „Made in Germany“.
Logischerweise schätzen auch viele Industrieunternehmen unsere Robotertechnologie. Jeder neunte Roboter, der 2013 in der Welt installiert wurde, kam aus deutscher Produktion. Diese und andere Erfolgsmeldungen konnte der Fachverband „VDMA Robotik + Auto­mation“ kurz vor der Branchenmesse AUTOMATICA auf seiner Jahrespressekonferenz vermelden.
Der Erfolg der deutschen Industrie hängt unmittelbar mit dem Einsatz von Automationstechnologie zusammen. 2012 kamen auf 10.000 Beschäftigte im verarbeitenden Gewerbe 273 Roboter. Damit lag die sogenannte Roboterdichte – ein wichtiges Maß für den Automatisierungsgrad – mehr als doppelt so hoch wie in Frankreich und über vier Mal höher als in Großbritannien. Lediglich Japan und Korea konnten eine noch höhere Roboterdichte verzeichnen als Deutschland.
Und die Befürchtungen von früher, der zunehmende Einsatz von Robotern bedeute automatisch den Abbau von Produktionsarbeitsplätzen, haben sich Gott sei Dank nicht bewahrheitet. Ein gutes Beispiel dafür ist die Automobilindustrie, wo trotz des hohen Robotereinsatzes über 770.000 Mitarbeiter beschäftigt sind. Zwischen 2010 und 2013 ist dort die Beschäftigung sogar um rund sieben Prozent gestiegen und erreicht mit über 1.100 Robotern auf 10.000 Beschäftigte eine der weltweit höchsten Roboterdichten. Die hohen Roboterinvestitionen in der deutschen Automobilindustrie haben zu einem spürbaren Aufbau der Beschäftigtenzahl geführt. Die Automatisierungsbranche kann hier jedenfalls optimistisch in die Zukunft blicken.

Rainer Trummer, Chefredakteur

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