02 2014

DIGITAL MANUFACTURING 2014/02

Liebe Leser,


auf der diesjährigen Hannover Messe wird das Thema ­Industrie 4.0 eine zentrale Rolle spielen – da braucht man kein Prophet zu sein. Viele Hersteller im Automatisierungsumfeld haben sich Industrie 4.0 auf ihre Fahnen geschrieben. Die künftige Industrieproduktion soll eine starke Individualisierung der Produkte in einer hochflexiblen Fertigung ermöglichen, die auf eine weitgehende Integration von Kunden und Partnern  in Geschäfts- und Wertschöpfungsprozessen setzt. Die Prozesse in der Industrie sollen sich durch dezentrale Intelligenz produktiver gestalten lassen. Vieles ist zwar noch Zukunftsmusik, aber Teile davon sind bereits heute Realität in der Produktionspraxis. Für die Automatisierungsbranche jedenfalls  – und viele namhafte Unternehmen sitzen ja in Deutschland – ist Industrie 4.0 eine große Herausforderung und ein wichtiger Hoffnungsträger für künftige Innovationen. Jetzt geht es für die Unternehmen darum, die Potenziale von Industrie 4.0 zu erkennen und intelligente Lösungen zu entwickeln. Dabei dürfen sich unsere heimischen Hersteller aber nicht darauf verlassen, dass sie bei Industrie 4.0 keine globale Konkurrenz haben. Auch die USA und Japan bereiten sich auf die wachsenden Anforderungen der Märkte vor – nur eben unter einer anderen Bezeichnung. Hier verwendet man eher den Begriff „Internet der Dinge“.
Bei Industrie 4.0 und dem Internet der Dinge werden mehr und mehr Partner in das Unternehmensnetzwerk eingebunden und am Datenaustausch beteiligt, wodurch dieses zunehmend dynamischer und damit unübersichtlicher wird. Eine auf die neuen Herausforderungen abgestimmte Sicherheitsstrategie ist deshalb unabdingbar. Herkömmliche Security-Ansätze jedenfalls greifen hier zu kurz, denn das industrielle Internet bedeutet weitaus mehr als die Vernetzung von Maschinen. Gerade auch Prozesse und Organisation müssen an die neuen Gegebenheiten angepasst werden, damit sich das volle Potenzial ausschöpfen lässt. Externe Akteure werden zukünftig stärker als bisher in den Kernprozessen der Entwicklung und Produktion mitwirken. Deshalb müssen Sicherheitsaspekte künftig auch eine viel größere Rolle spielen.

Rainer Trummer, Chefredakteur

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