Plattformen für die Fertigung ohne Aufwand und Server – wie das geht

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Digitale Plattformen schicken sich an, die Fabriken zu "orchestrieren". Doch hohe Investitionen lassen viele Unternehmen zurückschrecken – es geht auch anders.
Plattformen für die Fertigung ohne Aufwand und Server – wie das geht

Quelle: Gorodenkoff/Shutterstock

  • Plattformen für den Mittelstand: Actyx vereinfacht die Digitalisierung von Fabrik-Prozessen mit einer speziell entwickelten Plattform.
  • Fabrik-Prozesse sind aufgrund von hohen Kosten und Einstiegshürden häufig noch vornehmlich analog gesteuert.
  • Ende des Jahres soll der erste App Store für herstellerunabhängige Fabrik-Software folgen.

Fabriken sind komplexe Systeme, bei denen Menschen, Material und Maschinen optimal aufeinander abgestimmt sein müssen, um Produkte zur richtigen Zeit in hoher Qualität zu produzieren. Informationsflüsse und Entscheidungen werden automatisiert, und Abläufe insgesamt besser gesteuert. Fabriken werden so effizienter und gleichzeitig flexibler.

Plattformen für die Fabrik: Was die Bitkom-Studie offenbart

Viele Fabriken scheuen allerdings die oft hohen Investitionen und Risiken, die mit der Einführung von neuen Systemen verbunden sind. Laut einer Bitkom-Studie sehen 73% der befragten Fabriken hohe Investitionskosten als Hemmnis, Industrie 4.0-Ansätze einzuführen[1]. Softwarelösungen scheitern dabei nicht an den Ideen und der Kreativität, sondern oftmals an der Schwerfälligkeit der genutzten Software. Nur wenn Software günstiger, zugänglicher und flexibler wird, kann der Durchbruch von Industrie 4.0 gelingen.

Actyx-PlattformQuelle: Actyx
So funktioniert die Plattform ohne Server.

Plattform-Lösungen, die in der Fabrik flexible und zuverlässige Softwaresysteme ermöglichen, kommen jetzt vermehrt auf den Markt.  Eine davon stammt von dem Münchener Start-Up Actyx. Die Grundlage der Systemarchitektur ist dezentrales Edge-Computing. Es bedarf keines gemieteten oder gekauften Servers. Die Software läuft dort, wo sie angewendet wird, auf den Maschinen, an Geräten oder auf den mobilen Endgeräten der Mitarbeiter. Durch die Verbindung von Konzepten aus der Blockchain-Welt und dem Internet der Dinge werden Daten nicht auf Servern gespeichert, sondern lokal auf Edge-Geräten wie IPCs, Tablets, Scannern oder Gateways. Dieser Ansatz verspricht eine deutlich verbesserte Zuverlässigkeit, Skalierbarkeit und Flexibilität im Vergleich zu zentralen Client-Server-Lösungen.

Klein anfangen, hoch skalieren

Die Actyx Plattform adressiert Software-Entwickler und arbeitet sowohl mit Systemintegratoren, IT-Dienstleistern und Standardsoftware-Anbietern als auch Entwicklern aus IT-Abteilungen von produzierenden Unternehmen zusammen. Diese nutzen die Plattform als Basis für Digitalisierungslösungen. Lösungen auf der Plattform werden in Apps umgesetzt, welche modular und flexibel miteinander kombiniert werden können. Das Risiko wird reduziert, indem man klein anfängt und dank des dezentralen Ansatzes einfach hochskalieren kann. Die Einstiegshürde für ein IT-Projekt wird so reduziert und risikoreiche teure Großprojekte vermieden.

Fertigungs-Plattformen für den Mittelstand

Die Plattform ist sowohl für den Mittelstand als auch für Konzerne geeignet. So profitiert beispielsweise die PERI Gruppe, ein führender mittelständischer Hersteller von Verschalungstechnologien, von einer Lösung zur Digitalisierung von Instandsetzungsprozessen in weltweit 7 Werken.

“Man kann sehr schnell anfangen, ausprobieren, die Lösung weiterentwickeln, ohne dass man im eigenen Rechenzentrum  große Installationen machen muss”, sagt Dr. Fabian Kracht, CEO von Peri. Der Duisburger Stahlkonzern Klöckner & Co hat ebenfalls eine Lösung auf der Actyx-Plattform zur digitalen Steuerung der Metallbearbeitungsschritte im Einsatz und konnte durch die Lösung die Produktivität im Werk um mehr als 10% steigern. Ein Roll-out der Lösung auf weitere Werke in Deutschland steht als Nächstes an.

Was Anwender berichten

Der Actyx-Marktplatz ist der nächste Schritt auf der Actyx-Mission, Software für Fabriken zugänglicher zu machen. Auf Basis der Actyx-Plattform, sollen Softwareunternehmen Standard-Apps anbieten können, die sich andere Nutzer der Plattform als Baustein für eine Lösung dazu kaufen können. Statt das Software für jede Fabrik neu entwickelt wird, kann auf bestehende Bausteine von verschiedenen Experten zurückgegriffen werden. Digitalisierungsprojekte können so noch schneller umgesetzt werden.

Die italienische Softwarefirma Alleantia ist die erste Firma die eine solche Standard-App anbietet und das Prinzip verdeutlicht. Alleantia hat eine Software entwickelt, die es ermöglicht mehr als 5000+ Maschinen in einer Plug&Play Art und Weise anzubinden. Maschinenintegrationen müssen so nicht jedes Mal neu implementiert werden. Zudem können auch Entwickler, die nicht auf die Integration von Maschinen spezialisiert sind, Digitalisierungslösungen rund um Maschinen anbieten. Entwickler mit Spezialisierung im Data-Science/ KI-Bereich könnten so beispielsweise einfach Predictive-Maintenance oder Optimierungs-Lösungen implementieren.

Die Zukunft: Die Apps lassen sich ohne Aufwand auf die Fertigungs-Plattformen laden

“In Zukunft können Fabriken Software als App ohne Aufwand herunterladen. Diese Kooperation ist ein Meilenstein in Richtung App-Marktplatz. Gemeinsam erreichen wir aber ein größeres Ziel: IoT-Einbindungen für den Endkunden zum Mehrwert machen, indem wir einfache, schnell zu implementierende und kostengünstige Lösungen entwickeln.” kommentiert Oliver Stollmann, CEO von Actyx die Entwicklung. Durch die Kombination von Standard- und individueller App steht der Fabrik-Digitalisierung nichts mehr im Weg.


[1] Industrie 4.0 – so digital sind Deutschlands Fabriken, Bitkom, Mai 2020


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