30.11.2022 – Kategorie: Produktionsprozesse

Nachhaltigkeitskonzept – Wie Software hilft, Ressourcen zu schonen

Nachhaltigkeitskonzept – Wie Software hilft, Ressourcen zu schonen

Software ist ein Schlüssel, um die Nachhaltigkeitsziele zu erreichen. Doch Produktionsverantwortliche in der DACH-Region scheinen bisher kaum mit den Potenzialen vertraut: Das lässt eine aktuelle Forsa-Studie im Auftrag von Autodesk erkennen.

Roboter, 3D-Drucker, Cloud-Computing, künstliche Intelligenz, Digital Twins: Industrie 4.0 treibt die Fertigungsbranche weiter voran und beschleunigt den Umstieg auf digitale und intelligente Arbeitsabläufe drastisch. Oft unterschätzt dabei: Einige der Technologien tragen signifikant zum schonenden Umgang mit Ressourcen bei. Simulationen in Form von Digital-Twin-Anwendungen können Materialverschwendung durch exakte Planung und Berechnung erheblich reduzieren. Genaue Vorhersagen zur Belastbarkeit, Verschleiß und Lebensdauer verschiedener Werkstoffe und Materialien münden in nachhaltigen Fertigungsprozessen und Produkten. Technologien wie Generatives Design, die mithilfe von KI innerhalb von Minuten eine Vielzahl von Optionen eines Produktentwurfs erstellen, können bereits in frühen Planungsphasen Ressourcen sparen, indem weniger Material ins Endprodukt einfließen kann.

Weniger als die Hälfte der Unter­nehmen erwägen Software­nutzung im Rahmen von Nachhaltigkeitskonzept

Die Potenziale für mehr Nachhaltigkeit werden in der fertigenden Industrie in der DACH-Region jedoch noch nicht voll ausgeschöpft, wie eine Studie des Marktforschungsinstituts Forsa im Auftrag von Autodesk zeigt. Dabei wurden 249 Entscheiderinnen und Entscheider aus Unternehmen befragt mit dem Ergebnis, dass weniger als die Hälfte (40 Prozent) der Produktionsunternehmen in der Nutzung von digitalen Technologien eine Chance sehen, nachhaltiger zu agieren. Immerhin ein Viertel der befragten Unternehmen (23 Prozent) halten digitale Lösungen für sehr wichtig, um die Nachhaltigkeit des eigenen Unternehmens zu steigern.

Gewichtigere Rollen für mehr Nachhaltigkeit sprechen die Studienteilnehmenden dem Einsatz von erneuerbaren Energien (63 Prozent) zu, der Optimierung von Betriebsprozessen (57 Prozent) sowie der Entwicklung nachhaltiger Produkte und Geschäftsmodelle (46 Prozent). Dabei kann der Einsatz von digitalen Technologien gerade im Rahmen der letzteren beiden Bereiche essenzielle Unterstützung leisten: Building-Information-Modelling- (BIM) und Digital-Twin-Technologien machen Projekte über digitale 3D-Modelle planbar und gewähren Nutzerinnen und Nutzern gewerksübergreifenden Überblick über eine große Fülle relevanter Daten und Informationen in Echtzeit. Arbeitsprozesse lassen sich so deutlich effizienter gestalten, Fehlkonstruktionen vermeiden und Ressourcen sparen, was sich positiv auf die CO2-Bilanz auswirkt. Einige der befragten Unternehmen setzen die Technologien bereits ein: 23 Prozent nutzen Digital-Twin-Technologie, 21 Prozent BIM, um ihre CO2-Bilanz zu verbessern. 

Ein knappes Drittel der befragten DACH-Firmen (32 Prozent) greifen derweil auf Energiemanagement-Software zurück.

Nachhaltigkeitskonzept
Ressourceneffiziente Lösungen mit Innovationspotenzial: Digitale Technologien sind ein unterschätzter Faktor für Nachhaltigkeit in der Fertigung. Bild: Autodesk

Nachhaltigkeit im Trend

Während fast die Hälfte der befragten Unternehmen (48 Prozent) angeben, dass bereits ein Nachhaltigkeitskonzept im geschäftlichen Alltag umgesetzt werden oder wurden, gehen fast zwei Drittel (60 Prozent) davon aus, dass die Investitionen in Nachhaltigkeitsziele in den kommenden zwei Jahren zunehmen werden. Teilweise sind die zusätzlichen Investitionen auch auf die Erwartungen an den European Green Deal zurückzuführen: 61 Prozent der befragten Personen gehen davon aus, dass die neuen politischen Rahmenbedingungen höhere Kosten verursachen werden. Ein gutes Viertel (28 Prozent) erwartet allerdings auch Umsatzsteigerungen, während die Hälfte der Teilnehmenden der Meinung ist, dass sich Vor- und Nachteile des Klimaschutzprogramms die Waage halten. Derweil wird dem Klimaschutzprogramm eher wenig Potenzial zugeschrieben, der Fertigungsindustrie neue Geschäftsfelder zu eröffnen: Nur 16 Prozent der Befragten vermuten, dass die neuen Rahmenbedingungen dazu beitragen, ihr Unternehmen entsprechend zu erweitern.

Die Fertigungsunternehmen haben bereits einige Maßnahmen identifiziert, die sie im Rahmen der kommenden Nachhaltigkeitswende umsetzen wollen. Ein Großteil setzt dabei unmittelbar an den Fertigungsprozessen an: Laut 46 Prozent der Befragten wollen die Unternehmen auf nachhaltigere Fertigungsmaterialien umsteigen. Etwa genauso viele (45 Prozent) wollen Materialien einsparen sowie die Energieeffizienz der Endprodukte verbessern und die Lieferkette umweltfreundlicher gestalten (jeweils 44 Prozent). Mehr als ein Drittel der Unternehmen (37 Prozent) setzen außerdem bereits konkrete Maßnahmen aus dem Bereich Kreislaufwirtschaft um.

Was sollten Software-Anbieter tun?

Die Forsa-Studie macht zudem deutlich, was Software-Unternehmen beachten sollten, sodass ihre Produkte als Unterstützung für das Nachhaltigkeitskonzept wahrgenommen werden: Über die Hälfte der Teilnehmenden wünschen sich etwa mehr Beratung (52 Prozent), mehr Funktionen zur Datenerfassung und -auswertung im Rahmen von Nachhaltigkeitskonzepten (59 Prozent) und mehr Möglichkeiten über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg enger mit Partnern und Zulieferern zusammenzuarbeiten (57 Prozent).

Nachhaltigkeitskonzept – Mit Software in die CO2-neutrale Fertigung

Kooperationen wie die [email protected], die von der Wichita State University im US-Bundesstaat Kansas in Zusammenarbeit mit Deloitte umgesetzt wurde, veranschaulichen, wie die Fertigung der Zukunft aussehen kann. In der Musterfabrik werden vorhandene Betriebsmittel effektiv mit smarten Fertigungstechnologien wie Robotersystemen, Virtual Reality-Anwendungen sowie Simulations- und Visualisierungssoftware verknüpft. Die Anlage ist CO2-neutral und an ein intelligentes Stromnetz angeschlossen. Besucherinnen und Besucher erhalten einen Einblick in ein ganzheitliches Nachhaltigkeitskonzept der herstellenden Industrie, in dem Software eine tragende Rolle spielt. Unternehmen, die hier früh aktiv werden, gehen nicht nur mit gutem Beispiel voran, sondern verschaffen sich auch langfristig einen Wettbewerbsvorteil.

Der Autor Jan Niestrath ist Industry Manager Manufacturing bei Autodesk.

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