Mehrwegbehälter einfach managen dank SAP-Lösungen – Durchblick im Verpackungsdschungel

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Beim Management der Mehrwegbehälter setzt IFCO auf SAP-Lösungen von Serkem. Damit werden Frischwaren vom Produzenten zum Einzelhandel transportiert.
MehrwegbehälterQuelle: Nanulya/Shutterstock

Mehrwegverpackungslösungen für Frischprodukte von IFCO kommen dort zum Einsatz, wo Frischwaren vom Produzenten zum Lebensmitteleinzel­handel (LEH) transportiert werden. Beim Management der Mehrwegbehälter setzt das Unternehmen unter anderem auf SAP-gestützte Lösungen von Serkem.
VON MAX EDER

IFCO SYSTEMS ist ein Anbieter von Mehrwegverpackungslösungen für Frischprodukte und betreut Kunden in über 50 Ländern. Das Unternehmen verfügt weltweit über einen Pool von mehr als 290 Millionen Mehrwegbehältern (Reusable Plastic Containers – RPCs), die jährlich für über 1,4 Milliarden Auslieferungen von frischem Obst und Gemüse, Fleisch, Geflügel, Fischereierzeugnissen, Eiern, Brot und anderen Produkten von den Produzenten zum Einzelhandel eingesetzt werden. Im Herbst in Deutschland, im Winter in Holland, im Sommer in Spanien – die Klappkisten von IFCO sind ständig im Einsatz. Überall wo Frischwaren vom Produzenten zum Lebensmitteleinzelhandel (LEH) transportiert werden, begegnet man den wiederverwendbaren Verpackungslösungen. Gesteuert wird das operative Geschäft von Pullach aus. Über 1.100 Mitarbeiter sorgen für reibungslose Abläufe. Modernste Planungs- und Simulationstools sowie Web­clearing und Online Ordering helfen dabei, die Prozesse optimal zu gestalten. Beim Management der Behälter selbst, setzt IFCO unter anderem auf SAP-gestützte Lösungen von Serkem.

Die Behälter durchlaufen einen ständigen Kreislauf. Sie werden zuerst bei IFCO bestellt und anschließend an die Kunden ausgeliefert. Nach deren Verwendung organisiert man die Rückholung der schmutzigen Klappkisten. Zurück im Unternehmen durchlaufen die Mehrwegbehälter Reinigung und Qualitätsprüfung bevor die RPCs wieder zur Auslieferung an den Kunden bereitstehen. Dieser Kreislauf wird immer wieder erneut durchlaufen. Pooling nennt sich dieses Hauptgeschäft von IFCO – eine Herausforderung an Disposition und Logistik.

Ifco Verpackungen für FrischprodukteQuelle: IFCO Systems GmbH
Das Service-Center von IFCO.

Mehrwegbehälter online bestellen – Weiterverarbeitung in SAP

Benötigen die Kunden Behälter, können diese das IFCO-Kunden-Portal nutzen, um dort einfach und schnell ihre Bestellungen abzusetzen. Die Bestellungen werden später ohne Medienbruch in SAP weiterverarbeitet, wo sich die Folgeschritte einfach anstoßen lassen. Das geschieht ohne manuelle Dateneingaben. Das Fehlerrisiko sinkt und die Effizienz bei der Bearbeitung der Bestellungen steigt. Darüber hinaus können die Kunden den Status der Bestellung jederzeit einsehen und sie werden auto­matisch über den Status informiert.

Vom Kunden verwendet, müssen die Behälter vom Handel abgeholt werden. IFCO will dabei den gesamten Abholprozess aktiv steuern und transparent gestalten. Über das Kunden-Portal lassen sich kundenseitige Retouren anmelden. Diese werden analog zu den Bestellungen im SAP-System entsprechend weiterverarbeitet. Danach erfolgen die Disposition und Erstellung sowie der Versand aller nötigen Dokumente direkt aus SAP heraus. Über eine eindeutige Nummer ist jede abgeschlossene Vorerfassung über den gesamten Abhol- und Gutschriftenprozess verfolgbar und auswertbar.

Durch die Zuteilung von Abhol-Transportauftragsnummern wird das Erfassen und Verbuchen der Wareneingänge im Depot sowie die finale Prüfung und Verbuchung der Abholung im Customer Service bei IFCO vereinfacht.

Die Abwicklung von Rücksendungen ist dadurch effizienter. Manuelle Dateneingaben in SAP werden auf ein Minimum reduziert. Einheitliche Masken sowie Oberflächen in SAP minimieren die Fehler auf Mitarbeiterseite und verschiedene Monitore sorgen für Überblick. 

Verknüpfung von Betriebsdaten und Warenausgang der Mehrwegbehälter

Kommen die Behälter nach der Verwendung zurück zu IFCO, durchlaufen diese einen Reinigungsprozess inklusive Qualitätsprüfung. Für mehr Transparenz in den Waschdepots sollten die Betriebsdaten der Behälter zum Zeitpunkt der Reinigung mit den Lieferungsdaten verknüpft werden, damit die Rückverfolgbarkeit der Behälter sichergestellt ist. Gemeinsam mit Serkem wurden diese neuen Prozesse im SAP-System implementiert.

Am Anfang des Wareneingangs steht die Qualitätsprüfung. Alle Paletten mit sauberen oder gereinigten Behältern werden mit neuen QS-Labeln gekennzeichnet, per Scan mit den Lieferscheinen verknüpft und die Betriebsdaten im System gespeichert. Systemseitig bildet man die QS-Label in SAP über Handling Units (HUs) als Einheit für Paletten und Behältern ab. Alle Informationen der QS-Label zu Reinigungsdepot, Material, Trägerpalette und Menge sowie Produktionsdaten sind im SAP abrufbar und lassen sich jederzeit ergänzen. Gedruckt werden die neuen QS-Label für die Behälter direkt aus SAP heraus und alle Schritte Scanner-gestützt dokumentiert. Touchscreen-optimierte Anzeigen unterstützen die Mitarbeiter bei der täglichen Arbeit. Ist eine Palette fertiggestellt, wird das Label für die Palette direkt am Bedienterminal ausgedruckt.

Mehrwegbehälter
Die Mehrwegbehälter von IFCO durchlaufen einen ständigen Kreislauf.

Der Hauptvorteil der neuen Labels: die Kennzeichnung löst in SAP eine automatische Umbuchung des Bestandes in gereinigte Materialien aus. Dadurch wird die bisher nachgelagerte Buchung abgelöst, aktuelle Bestände sind im System verfügbar und die Disposition wird vereinfacht.

Nach Abschluss der Verladung erfolgt die Warenausgangsbuchung in SAP

Verladen wird anhand der Transportliste. Der Bearbeiter ruft den ersten Lieferschein auf und scannt das QS-Label der zu verladenden Palette ab. Sind alle Paletten des Lieferscheins korrekt verladen, bestätigt der Bearbeiter die Vollständigkeit der Lieferung. Erst nach vollständiger Bearbeitung druckt man den Lieferschein inklusive der verladenen Menge und der Palettentausch-Information. So müssen die Mitarbeiter einerseits keine Felder mehr von Hand ausfüllen, andererseits wird dadurch automatisch die aktuelle Version des Lieferscheins bearbeitet.

Erst nach Abschluss der Verladung erfolgt auch die Warenausgangsbuchung in SAP. So ist in SAP genau nachvollziehbar, ob und wann die Verladung erfolgte. Durch die Verknüpfung der QS-Label mit den gereinigten Behältern und dem Lieferschein stellt IFCO die Rückverfolgbarkeit der Behälter vom Waschprozess bis zum Kunden sicher. Bei Reklamationen lässt sich auf den Ort und Zeitpunkt der Reinigung zurückschließen. Die neue Lösung bringt neben der durchgängigen Transparenz weitere Vorteile mit sich. Besonders wichtig ist die Transparenz über den gesamten Prozess, von der Bestellung bis zur Auslieferung und darüber hinaus. Ein einheitlicher und durchgehender Belegfluss in SAP liefert die Grundlage dafür. Die zeitnahen Buchungen der Waschleistungen und der Warenausgänge in SAP sorgen so für aktuelle Bestände im System. rt

Max Eder ist CEO der Serkem GmbH.

Auch interessant: Mit der MES-Lösung SAP MII Prozesse einfach planen und steuern – von der Batch-Produktion bis zur Verpackung.

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