Maschinen vernetzen: Weniger Ausfallzeit und mehr Effizienz

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Maschinen vernetzen: Weniger Ausfallzeit und mehr Effizienz

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Die digitale Vernetzung von Maschinen minimiert Ausfallzeiten und erhöht die Effizienz – sichert also ­nachhaltig die Wettbewerbsfähigkeit.
Maschinen vernetzen MindSphere in der Praxis

Quelle: MindSphere

Maschinen vernetzen ist wichig! Das hat auch der Maschinenbauer Kampf erkannt und bietet seinen Kunden eine eigens hierfür entwickelte Plattformlösung an – seit Sommer 2018 inklusive Anbindung an eine Cloud. Für beide Projekte setzte das Unternehmen auf starke Partner.

VON SOPHIA BÄCHLE

„Früher war die Eastman Kodak Company ein wichtiger Kunde von uns. Circa 20 Prozent unserer Entwicklungsingenieure haben nur für den Fotografie-Ausrüster gearbeitet“, erinnert sich Donatus Weber, Head of Innovation & Industry 4.0 bei der Kampf Schneid- und Wickeltechnik GmbH & Co. KG. „Dann hat Kodak die Digitalkamera entwickelt und innerhalb kürzester Zeit liefen kein Film mehr über unsere Maschinen.“

Weber versteht, dass so eine Erfahrung beängstigend sein kann, sieht aber auch die Chancen, die in dem digitalen Wandel stecken: „Disruption durch Digitalisierung betrifft uns alle, daran müssen wir immer denken. Sie bietet aber auch eine Riesenchance. 2016 haben wir realisiert, dass wir die Digitalisierung nutzen können, um für unsere Kunden einen digitalen Mehrwert zu schaffen und ihre Wettbewerbsfähigkeit zu sichern“. Im Fokus stand dabei die Effizienzsteigerung der Maschinen. Man startete mit Unterstützung von Softwareentwicklern von Codecentric eine digitale Industrie-4.0-Plattform für die Kampf-Kunden aufzubauen, es entstand „the@vanced“ als integrative Plattform.

Nils Wloka von codecentric, seinerseits dort ebenfalls Head of Industry 4.0., berät seit einiger Zeit Industrieunternehmen aller Größen in Digitalisierungsfragen. „Viele sind auf externes Software-Know-how angewiesen, um digitale Ideen für ihr Unternehmen ins Rollen zu bringen. Das bedeutet nicht, sich von Code­centric abhängig zu machen. Wir entwickeln zusammen auf Augenhöhe, so dass Unternehmen im Anschluss die Pflege ihrer neuen Software-Anwendung selbst übernehmen können.“

Maschinen vernetzen: Integration der Plattform in MindSphere 

Bei Kampf und Codecentric stand am Anfang der Zusammenarbeit die Erkenntnis, dass viele der Kampf-Kunden noch keinen Bedarf an Cloud-Lösungen sehen, aber dennoch von den Vorteilen der Digitalisierung profitieren möchten. Man hat sich deshalb dazu entschieden, im ersten Schritt eine lokale Lösung auf ­Basis von Cloud-Technologien umzusetzen. „Wir entwickelten the@vanced als sogenannte On-Premise-Plattform, die mitsamt aller Daten auf einem Server beim Kunden vor Ort betrieben wird“, erklärt Weber den ersten Schritt dieser Zusammenarbeit.

„Auf dieser Plattform lässt sich der ständige Datenfluss aller vernetzten Maschinen automatisiert überwachen, analysieren und in Handlungsempfehlungen interpretieren“, fügt er hinzu. Dadurch können beispielsweise Instandhaltungsmaßnahmen vorausschauend vorgenommen, Ausfallzeiten verhindert und Auslastungen optimiert werden. Aller­dings hat diese Vor-Ort-Lösung den Nachteil, dass sich nur Maschinen innerhalb eines Fertigungsortes vernetzen lassen. Möchte man die Maschinendaten ortsübergreifend auswerten, braucht es eine Cloud-Lösung.

Zusammenarbeit ist der Schlüssel zum Erfolg

Weber erinnert sich noch daran, wie MindSphere, das offene, cloud-basierte IoT-System von Siemens in Version 3 auf den Markt kam: „Ich habe mir gedacht: das ist genau das Richtige. Wir müssen gar nicht umständlich eine eigene Cloud entwickeln, stattdessen können wir einfach unsere Plattform, so wie sie ist, mit der MindSphere koppeln“.

Wloka war seinerseits durch den ­Siemens Open Space in der Factory Berlin mit MindSphere in Kontakt gekommen. Er arbeitet dort öfter, um im Austausch mit Branchenkollegen zu bleiben. Als Kampf im Rahmen der „MindSphere Open Space Challenge“ zu Lösungsvorschlägen für eine Cloud-Integration aufrief, entwickelte Wloka gemeinsam mit Kollegen ein Konzept und setzte es inner­halb weniger Tage um.

Das Resultat: MindSphere als generische Plattform auf einer IAAS-(Infrastructure as a Service)-Cloud ermöglicht es Kampf-Kunden nun, die Produktions- und Effizienzdaten von all ihren verschiedenen Fertigungsstand­orten in die MindSphere einzuspeisen und zu vergleichen. Eine von Codecentric entwickelte Applikation bereitet diese auf. Wloka erklärt: „Wir haben eine maßgeschneiderte Auswertung ergänzend zur MindSphere-Applikation ‚Manage MyMachines‘ gebaut, mit der die Kunden von Kampf auf einen Blick visualisieren können, was für sie am wichtigsten ist.“

Maschinen vernetzen: Vertrauen in MindSphere

„Die Nachfrage nach Cloud-Anwendungen kommt jetzt langsam ins Rollen, aber in der Auswertung so großer Datenpools liegt ein ungeheures Potenzial. Das kann man lokal im Kleinen so nie hinbekommen“, denkt Weber. „Ein einfaches Beispiel: Unser Kunde hat drei Produktionsstandorte, einen in Amerika, einen in Südostasien und einen in Europa. Jetzt könnte er alle drei Produktionsstandorte aufwändig vor Ort analysieren lassen und hoffen, dass einheitliche Standards dabei korrekt genutzt werden. Anschließend könnte der Kunde die gewonnenen Daten mühsam vergleichen, um herauszufinden, welche Produktion am effizientesten läuft“, führt Weber aus. Eine zeitraubende, fehleranfällige ­Methode. „Oder aber er setzt auf eine Cloud-­Lösung wie MindSphere – und bekommt alle Daten nahezu in Echtzeit auf einen Knopfdruck, inklusive an seinen Bedarf angepasster Analyse-Methoden“.

Weber glaubt außerdem, dass der gleiche Grund, warum Kampf Schneid- und Wickeltechnik sich für MindSphere als Cloud-Plattform entschieden hat, auch der ist, der seine Kunden überzeugt: ­„Siemens verbürgt sich dafür, dass niemand anderes Zugriff auf die Daten in MindSphere hat. Und Siemens vertraut man. Das Unternehmen ist schließlich ein langjähriger Partner im Maschinenbau, dessen Steuerungs- und Antriebstechnik wir in unseren Maschinen nutzen. Da ist gleich mehr Akzeptanz da und bald werden nicht mehr nur unsere innovativeren Kunden in die Cloud wollen.“

Zukunftsaussicht beim Maschinen vernetzen: Anwendungen bauen

Sowohl Kampf als auch Codecentric möchten zukünftig auf dieser Grundlage weiterarbeiten. „Wir wollen Applikationen bauen und damit Kundenmehrwert schaffen – das ist unser Ziel!“, sagt Weber und Wloka pflichtet ihm bei: „Nach der Inte­gration, freuen wir uns nun darauf, mit Kampf und anderen Industrieunternehmen in weiteren Projekten Anwendungen in der MindSphere zu realisieren“.rt 

Sophia Bächle ist Content Marketing Manager bei Siemens.

Lesen Sie auch zum Thema MindSphere World e.V.

MindSphere OpenSpace

Bei „MindSphere OpenSpace“ handelt es sich um eine innovative Entwicklungs- und Arbeitsumgebung, die Teil der neuen Dependance der Factory Berlin ist. Auf über 13.000 Quadratmetern Bürofläche bringt die von der Bundesregierung, Siemens und weiteren Unternehmen geförderte Factory Berlin, etablierte Technologieunternehmen mit Entwicklern und Start-ups zusammen. Inhaltlicher Schwerpunkt des neuen Start-up-Campus ist das Internet of Things. Der MindSphere OpenSpace schafft somit im Zeitalter der Digitalisierung optimale Voraussetzungen für die MindSphere-World-Mitglieder und für andere Anwender wie Start-ups. Ziel ist es, die Entwicklung von Apps und digitalen Services sowie die Erschließung neuer Märkte voranzutreiben.

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