Kugelgewindetriebe: Digitales Assistenzsystem vernetzt die Fertigung

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Kugelgewindetriebe: Digitales Assistenzsystem vernetzt die Fertigung

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Ein Assistenzsystem vernetzt bei Kammerer Gewindetechnik die Produktionsdaten und optimiert Fertigungs- und Montageprozesse. Damit ist es zum Beispiel möglich, spezialisierte Kugelgewindetriebe auch in kleinen Stückzahlen kostengünstig zu fertigen.
Digitales Assistenzsystem im Einsatz bei Kammerer Gewindetechnik

Quelle: Kammerer

  • Im Maschinenbau sind Kugelgewindetriebe ein wichtiges Antriebselement für dynamische und gleichzeitig präzise Positionieraufgaben.
  • Haupteinsatzgebiet sind Werkzeugmaschinen wie zum Beispiel Drehmaschinen, auf denen Werkstück- oder Werkzeugträger positioniert werden.
  • Für jede Anwendung wird dabei ein eigener, spezieller Kugelgewindetrieb benötigt.
  • Um diese Spezialisierung zu ermöglichen und auch kleine Stückzahlen kostengünstig zu fertigen, setzt die Kammerer Gewindetechnik GmbH jetzt ein digitales Assistenzsystem ein.

Das Assistenzsystem mit der Bezeichnung ValueFacturing der MR Maschinenfabrik Reinhausen GmbH vernetzt die Produktionsdaten und optimiert Fertigungs- und Montageprozesse. Dies soll zu einer Zeitersparnis bei der Programmierung und Rüstung der Maschinen, Kosteneinsparungen bei Bestand und Verbrauch an Werkzeugen sowie gesteigerter Produktivität führen.

Assistenzsystem soll Zeit und Kosten sparen sowie die Produktivität steigern

Bisher wurden bei Kammerer die Dreh-Fräszentren, also CNC-gesteuerten Drehmaschinen, für die einzelnen Fertigungsschritte der Kugelgewindetriebe von den Mitarbeitern jeweils selbst programmiert. Die erstellten Programme konnten für Wiederholteile auch wiederverwendet werden. Bei Aufträgen mit kleinen Stückzahlen und Neuteilen standen jedoch die Maschinen öfter still, weil die Neuprogrammierung, Vermessung und Neubestückung der Maschinen mit den jeweiligen Werkzeugen viel Zeit in Anspruch nahm.

Produktion von Schwerlast-Kugelgewindetrieben bei Kammerer in Hornberg (Bildquelle: Kammerer)

„Als Lösungsmöglichkeit stand die Einführung eines CAM-Systems, einer Werkzeugdatenbank und eines Voreinstellgeräts an“, sagt Martin Huber, bei Kammerer verantwortlich für Lean Management und Auftragssteuerung. „Bei der Vernetzung der unterschiedlichen Systeme werden entsprechende Schnittstellen benötigt. Aus unserer Erfahrung wussten wir, dass bei einer Vielzahl an Schnittstellen immer wieder Probleme auftauchen, beispielsweise bei Softwareupdates, die dann das ganze System ins Stocken bringen.“

Mit dem nun von Kammerer eingesetzten Assistenzsystem ValueFacturing werden alle am Produktionsprozess beteiligten Anlagen und Akteure vernetzt. Die Software wird als Webserver in die Fertigung und Montage integriert und an alle vorhandenen Systeme direkt angebunden. Die Steuerungen aller am Produktionsprozess beteiligten Systeme können direkt online kommunizieren. Die Software hat Zugriff auf Echtzeitdaten; ein Statistikportal ermöglicht auf einen Blick die Auslastung der Maschinen. Um mit der neuen Software erste Erfahrungen zu gewinnen, erfolgte der Start bei Kammerer in einem kleinen Bereich mit sechs Maschinen. Die weiteren Bereiche sowie die Statistiken sollen zu einem späteren Zeitpunkt umgesetzt werden.

Detaillierte Prozessanalyse vor dem Einsatz

Vor Inbetriebnahme des digitalen Assistenzsystems erstellte MR bei Kammerer eine detaillierte Prozessanalyse, um die verschiedenen Systeme (CAM, PPS, EPR usw.), Maschinen, Werkzeuge und Fertigungsprozesse zu analysieren. „Von dem ersten Kontakt über die Entscheidungsfindung bis zur Umstellung der ersten Maschine vergingen über drei Jahre, was bei solchen Projekten nicht ungewöhnlich ist“, sagt Martin Huber. „Nachdem wir von MR ein Angebot eingeholt hatten, analysierten die Experten aus Reinhausen erst einmal unsere Fertigung. Gemeinsam wählten wir das CAM-System und die Werkzeugdatenbank aus. Von MR kam dabei viel Beratungsleistung. Losgelegt haben wir dann im Herbst 2019 mit ersten NC-Programmen zum Test und der Befüllung der Werkzeugdatenbank. Die erste Maschine haben wir im März 2020 umgestellt.“

Quelle: PopTika/Shutterstock
Der hohe Werkzeugbestand an den einzelnen Maschinen soll reduziert werden (Bildquelle: Kammerer)

Martin Huber freut sich über die Vorteile des neuen Systems: „Die NC-Programme werden nun extern an einem Programmierplatz und nicht mehr von jedem Werker selbst erstellt, was zu erheblicher Zeitersparnis führt. Dies garantiert auch eine standardisierte Programmierweise sowie optimierte Verfahrwege und Schnittdaten. Der Werkzeugbestand an der jeweiligen Maschine wird deutlich reduziert werden. Die Werkzeuge werden an einem zentralen Ort aufbewahrt, was insgesamt zu einer Bestands- und Verbrauchsverringerung führen soll. Die Schnittstellen-Problematik zwischen den einzelnen Systemen gehört der Vergangenheit an. ValueFacturing vernetzt nun vier Systeme: das CAM-System TopSolid zur Programmierung der Dreh- und Fräsmaschinen, die Werkzeugdatenbank Wintool zur Verwaltung der Werkzeuge, das Voreinstellgerät von Zoller zur Vermessung der Werkzeuge, und die Maschinen an denen unsere Kugelgewindetriebe und andere Bauteile gefertigt werden. Letztlich können wir unseren Kunden nun eine größere Vielfalt an Teilen anbieten, die wir schneller und kostengünstiger produzieren können.“

Assistenzsystem: MR Maschinenfabrik Reinhausen mit Kompetenz bei der Vernetzung

Mit dem Geschäftsbereich ValueFacturing stellt die MR Maschinenfabrik Reinhausen eigenen Kunden und anderen produzierenden Unternehmen ihre Kompetenz in der intelligenten Vernetzung von Fertigungs- und Montageprozessen zur Verfügung. Das Unternehmen mit 3500 Mitarbeitern und Hauptsitz im Regensburger Stadtteil Reinhausen gilt als Weltmarktführer in der Regelung von Leistungstransformatoren. Um am Standort Deutschland mit hoher Fertigungstiefe und konkurrenzfähig zu produzieren, setzt der Mittelständler bereits seit vielen Jahren auf die Vernetzung seiner Produktionsdaten.

Das digitale Assistenzsystem ValueFacturing vernetzt alle am Produktionsprozess beteiligten Anlagen und Akteure (Bildquelle: MR Maschinenfabrik Reinhausen)

Kammerer stellt in Hornberg im Schwarzwald Gewindetriebe her, die weltweit vertrieben werden. Neben Kugelgewindetrieben umfasst das Produktprogramm Trapezgewindetriebe, Gleitgewindetriebe, Planetenrollengetriebe, Schnecken, Schneckenwellen, kundenspezifische Baugruppen und Komplettsysteme. Das Familienunternehmen bietet sämtliche Fertigungsverfahren zur Herstellung von Gewinden an. Die Produkte finden Einsatz im Werkzeugmaschinenbau, im allgemeinen Maschinenbau, in der Feinwerk-, Medizin- und Lebensmitteltechnik, in der Handhabungsautomation und Robotik sowie im Flugzeug- und Automobilbau.

Bild oben: Bearbeitung einer Kugelgewindemutter (Bildquelle: Kammerer)

Weitere Informationen: https://www.kammerer-gewinde.de/

Informationen zu ValueFacturing: https://www.reinhausen.com/de/desktopdefault.aspx/tabid-1769/2472_read-7221/

Erfahren Sie hier mehr über digitale Fertigung mit IoT und ihren Einsatz in der Industrie.

Lesen Sie auch: „Kontinuierliche Risikoanalyse: Mehr Cyber-Sicherheit in der Fertigung“.

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