Künstliche Intelligenz programmieren mit den Angry Birds: Uni-Bamberg gewinnt AI-Birds-Weltmeisterschaft

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Künstliche Intelligenz programmieren, das ist kein Kinderspiel – möge man denken. Das stimmt schon, doch ein Computerspiel kann in der Programmierung zu Höchstleistungen herausfordern: Wie Studenten der Uni Bamberg ihren Titel gegen die TU-Dresden verteidigt hat und warum es noch ein weiter Weg ist, bis KI unseren Alltag spürbar erleichtert.
Künstliche Intelligenz programmieren mit den Angry BirdsQuelle: Rovio Entertainment Corporation

Wenn wütende Vögel auf Steinschleudern sitzen und Sekunden später auf grüne, schweinische Widersacher abgefeuert werden, ist AngryBirds-Time. Seit 2009 erobert das Computerspiel in seinen verschiedenen Varianten die Bildschirme von Smartphones, Tablets oder PCs. Moment, was hat das mit „Künstliche Intelligenz programmieren“ zu tun?

Künstliche Intelligenz programmieren: BamBirds sind Weltmeister

Während die Angry-Birds-Fangemeinde in Deutschland dem Start des Kinofilms „Angry Birds 2“ am 19. September 2019 entgegenfiebert, hat das Bamberger Studierendenteam „BamBirds“ ihre Vögel respektive Schweine bereits erfolgreich abgeschossen. Und zwar bei der 8. AI-Birds-Weltmeisterschaft, die am 14. August 2019 im Rahmen der renommiertesten Fachtagung für Künstliche Intelligenz, der „International Joint Conferences on Artificial Intelligence“ (IJCAI), in Macao/China stattfand.

Eigens programmiertes KI-Programm sticht die Konkurrenz

Die Spielzüge führten die BamBirds allerdings nicht selbst aus, sondern ein von ihnen entwickeltes, gleichnamiges KI-Programm. Denn darum ging es: Gesucht war das spielstärkste Programm, welches selbständig zuvor unbekannte Spielstufen von Angry Birds meistert. Drei Runden à 30 Minuten galt es für die Delegation der Universität Bamberg zu absolvieren. Im Finale konnte sie sich schlussendlich mit 228.050 zu 195.350 Punkten gegen die starke Konkurrenz aus der TU Dresden durchsetzen und den Titel erneut in die Domstadt holen. Bereits 2016 gelang es den BamBirds, die Weltmeisterschaft für sich zu entscheiden.

Die Studenten programmieren Künstliche Intelligenz in einem Projekt

Die Grundlagen für den Sieg wurden bereits in den Wochen vor der Meisterschaft in Bamberg gelegt. Die BamBirds, ein Team von 17 Studierenden, entwickelten im Rahmen eines Projekts der Angewandten Informatik gemeinsam mit ihrem Professor Dr. Diedrich Wolter einen sogenannten intelligenten Agenten. Dieses Computerprogramm ist zu eigenständigem Handeln und Lernen fähig und kann Schlussfolgerungen aus dem laufenden Spiel ziehen, um seine Strategie anzupassen. Bei der Entwicklung galt es, Aufgaben der Bildverarbeitung und Objekterkennung, der Handlungsplanung und Spielstrategie zu bewältigen.

Was vordergründig wie ein unterhaltsamer Zeitvertreib aussieht, berührt zahlreiche noch ungelöste Forschungsfragen der Künstlichen Intelligenz.

Die Angry-Bird-KI könnte auch im Haushalt helfen

Das Meistern von Angry Birds erfordert es beispielsweise, physikalische Zusammenhänge zu begreifen und ausnutzen zu können. „Die hierfür erforschten Techniken können in Zukunft etwa Robotern im Haushalt helfen, neue Aufgaben zu erlernen“, so Diedrich Wolter, Professor für Angewandte Informatik, insbesondere Smart Environments an der Universität Bamberg.

Der im Wettbewerb durchgeführte Vergleich zum Menschen zeigt aber auch, dass es noch ein langer Weg ist, bis Roboter mit der Leichtigkeit von Menschen Alltagsaufgaben lösen können: „Im getrennt durchgeführten direkten Vergleich ‚Mensch gegen Computer‘ schaffte es nur ein Programm, eines von vier Leveln zu lösen, fast alle Menschen waren besser“, so Diedrich Wolter.

Genug von KI und wütenden Vögeln? Lieber was greifbareres… EMO 2019: Auf der Messe für Metallbearbeitung gibt es mehr als nur Maschinen zu sehen.

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