24.08.2022 – Kategorie: Digitalisierung

Kollaboratives Shopfloor-Management: Wenn Systeme sprechen lernen

Quelle: Industrial Arts/Adobestock

Ein Tool für die Kollaboration. Das kann Shopfloor-Management sein. Jedoch braucht es entsprechende Funktionen und Integrationsfähigkeit.

Shopfloor-Management führt Daten der Produktion zusammen und erlaubt ihre Analyse und Auswertung. Doch so verschieden die Maschinen, so verschieden sind auch die Visualisierungs- und Analysetools – was eine uneinheitliche Benutzeroberfläche und fehlende Transparenz mit sich bringt. Hier kann ein Tool im Shopfloor Abhilfe schaffen, das alle Softwarelösungen zusammenführt und eine einheitliche Oberfläche schafft – als Basis für echte Kollaboration.

Shopfloor-Management: Warum es mehr Kollaboration braucht

Termin- und Kostendruck auf der einen Seite, Kundenwünsche und Qualitätsanforderungen auf der anderen und dazu zunehmender Ressourcenmangel sowie Lieferengpässe: All das beeinflusst die Fertigung in herstellenden Betrieben. Ziel ist deswegen die Verbesserung der Effizienz – durch eine präzise Kommunikation, eine fruchtbare Zusammenarbeit und vor allem durch Klarheit und Transparenz mit Blick auf die zur Verfügung stehenden Daten und deren Analyse. Unternehmen setzen dafür Lösungen für das Shopfloor-Management ein.

Das Shopfloor-Management aggregiert, konsolidiert und visualisiert Produktionsdaten verschiedenster Quellen. Digitale Tools halten damit die Daten vor, die das Management für seine Entscheidungen benötigt – Tagessoll- und -ist-Vergleich, Ausschluss oder Maschinensicherheit. In nicht wenigen Unternehmen laufen diese Prozesse allerdings noch analog ab: Dort werden die Daten in Excel gesammelt, gedruckt und an ein Board geheftet.

Gewachsene Systemlandschaften und Maschinenparks

Nun haben viele, wenn nicht sogar die meisten Firmen gewachsene Strukturen mit Maschinenparks und unterschiedlichen Softwarelösungen für die Aufbereitung der Rohdaten aus der Sensorik der Maschinen, für ihre Auswertung und Visualisierung: Bestandsdatenerfassung, Manufacturing Execution (MES)- und ERP-Systeme stellen die Daten zur Verfügung, Cloud-Anwendungen, Excel-Tabellen und Power BI bereiten sie auf. All das kann nicht einfach ausgetauscht oder vereinheitlicht werden. Das Problem besteht dann oft in einer fehlenden einheitlichen und vernetzten Darstellung der Daten. Verantwortliche müssen Web-Seiten und Programme einzeln vom Desktop aufrufen, um sich einen Überblick zu verschaffen. Das ist nicht nur umständlich, sondern stellt auch ein Sicherheitsrisiko dar, wenn in der Produktion ein Rechner steht, der im Firmennetzwerk hängt und auf den im Desktopmodus zugegriffen werden kann.

Kollaboration: Herstellerunabhängige Softwareplattform als Klammer

Die Lösung kann eine Softwareplattform sein, die sich wie eine Klammer um die verschiedenen Datenquellen und Analysetools legt. Sie führt verschiedene Formate und Programme, Formeln oder Tabellen zusammen und organisiert sie. Zwar kann die Lösung auch Daten im begrenzten Maße selbst aggregieren und über XML- oder IP-Schnittstellen anbieten. Ausgerichtet ist sie aber für die Integration von Drittsystemen, die auf die Verarbeitung von hohen Datenvolumen ausgerichtet sind. Diese Daten, die von verschiedenen Diensten zur Verfügung gestellt werden, können nach Bedarf aufbereitet und dargestellt werden. Eine sogenannte Kioskoberfläche erlaubt die anschauliche Präsentation und die Weiterarbeit auf Basis der Informationen.

Das Konzept ist natürlich nur dann sinnvoll, wenn alte wie neue Systeme im Hintergrund angebunden und damit alle vorhandenen Teillösungen zu einer herstellerunabhängigen Arbeitsumgebung mit einheitlicher Benutzeroberfläche zusammengeführt werden können – einem Shopfloor-Management-Dashboard. Es kann über einen Bildschirm zentral an der Wand dargestellt werden, aber auch über andere Hardware-Lösungen wie einem mobilen Wagen.

Auch ein tieferer Einstieg ist möglich, indem ein Login-Bereich hinterlegt wird, um zum Beispiel direkt auf Kennzahlen von Anlagendaten, Schichtbuch, Dispo- oder Auftragsliste zugreifen zu können. Ohne das System liegen die Links zu diesen Informationen in verschachtelten Verzeichnissen auf der Arbeitsoberfläche – ohne Übersicht und visuelle Führung. Die Plattform erlaubt damit verschiedene Benutzeroberflächen, die auf die Zielgruppe und deren Zugriffsrechte zugeschnitten werden. Sie bietet Zugriff auf alle relevanten Funktionen ohne wie ein Windowsdesktop eine Sicherheitslücke aufzumachen.

Medien- und Visualisierungsformate zusammenführen

Intelligent wird eine solche Lösung dann, wenn sie nicht nur eine Shopfloor-Übersicht bietet, sondern diese mit der Funktion eines schwarzen Bretts vereint und damit verschiedene Contentarten anbindet. Damit können dann nicht nur Daten wie Produktionskennzahlen aus Datenbanken oder Maschinenparks visualisiert werden, sondern auch Mediendateien, Bilder und Filme, zum Beispiel Informationen über das Wetter oder aus der Produktion. Wird nicht am Board gearbeitet, kann eine Slideshow im automatischen Playlisten-Betrieb ablaufen – mit tagesaktuellen Neuigkeiten, dem Speiseplan oder Veranstaltungshinweisen. In der Praxis zeigt sich, dass gerade für die Mitarbeiter in der Produktion, die nicht auf ihre E-Mail-Accounts zugreifen können, eine besondere Informationspflicht besteht, die mit einem solchen Tool erfüllt werden kann.

Was eine Shopfloor-Lösung mit Kollaborations-Funktion bringt

Besonders praktisch wird eine Shopfloor-Lösung, wenn sie darüber hinaus Kollaborations-Funktionen bieten und die entsprechende Technologie einfach integrieren kann: In hybriden Meetings können dann zum Beispiel Techniker im Homeoffice über Videokonferenz-Tools zugeschaltet werden, so dass eine ortsübergreifende Zusammenarbeit möglich wird. Noch besser ist es, wenn diese über den reinen verbalen Austausch hinausgeht und echte Kollaboration entsteht – das gelingt mit integrierten Whiteboards beziehungsweise interaktiven Bildschirmen, die es erlauben, Notizen zu machen und Inhalte zu teilen. Idealerweise ist auch der Zugriff auf Medieninhalte aus Netzwerk, Cloud und den verschiedenen Endgeräten der Teilnehmer möglich. Das Shopfloor-Management hat damit ein Tool für Information und Analyse, aber auch für echte Kollaboration – dort, wo gearbeitet wird, am Ort der Wertschöpfung.

Über Prozesse zur Speicherung, Verteilung und Weiterverarbeitung der jeweiligen Shopfloor-Meeting-Ergebnisse wird eine weitere Effizienzsteigerung erreicht. Was früher einzeln gespeichert oder per Foto protokolliert wurde, ist jetzt ein einziger Arbeitsschritt.

Für Unternehmen bedeutet das eine besonders nachhaltige Investition in Hardware, weil diese vielfältiger genutzt werden kann und verschiedene Szenarien abdeckt – und das ohne Sicherheitsrisiken. Die User profitieren von einer einheitlichen Benutzeroberfläche mit intuitiver Usability, was wiederum die Akzeptanz verbessert. Die Mitarbeiter der Produktion bleiben damit auf dem Laufenden, sind sich über Ziele und Kennzahlen im Klaren und haben alle benötigten Informationen leicht zur Verfügung. So können Unternehmen insgesamt mehr Effizienz in Produktion und Verwaltung generieren.

Autor: Stefan Schönfeldt von SmartPerform

Weitere Informationen zum Thema Shopfloor-Management auf der Webseite von SmartPerform

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