Interview: „Beim Öko-Design zählen innere Werte!“

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Öko-Design nennt sich die Produktgestaltung bei Atlas Copco Tools, die immer stärker den Aspekt der Nachhaltigkeit berücksichtigt: Bei seinen Industriewerkzeugen achtet der Konzern auf möglichst hohe Energieeffizienz, beste Ergonomie sowie niedrige Gesamtbetriebskosten. Anna Sjörén spricht in diesem Interview darüber, wie das Unternehmen den Nachhaltigkeitsgedanken in seinen Produkten verankert. Die Expertin ist bei Atlas Copco weltweit für Sicherheit, Gesundheit, Umweltschutz und Qualität verantwortlich.

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Öko-Design nennt sich die Produktgestaltung bei Atlas Copco Tools, die immer stärker den Aspekt der Nachhaltigkeit berücksichtigt: Bei seinen Industriewerkzeugen achtet der Konzern auf möglichst hohe Energieeffizienz, beste Ergonomie sowie niedrige Gesamtbetriebskosten. Anna Sjörén spricht in diesem Interview darüber, wie das Unternehmen den Nachhaltigkeitsgedanken in seinen Produkten verankert. Die Expertin ist bei Atlas Copco weltweit für Sicherheit, Gesundheit, Umweltschutz und Qualität verantwortlich.

Was genau bedeutet Öko-Design bei Atlas Copco Tools?

Anna Sjörén: Beim Industriedesign ging es früher in erster Linie um das äußere Erscheinungsbild eines Produkts. Beim Öko-Design dagegen zählen sozusagen die inneren Werte der Werkzeuge und Messgerätschaften. Bei den Materialien spielen etwa Schadstofffreiheit, Abfallvermeidung und Wiederverwendbarkeit eine immer größere Rolle. Vor allem aber nehmen unsere Designer durch eine zielgerichtete Gestaltung und Materialauswahl bereits im Planungsstadium Einfluss auf die Gesamtbetriebskosten. Faktoren wie Energieeffizienz, Wartungsfreundlichkeit und Ergonomie stehen im Fokus – lange bevor die erste Schraube montiert ist. Und wir achten bei den verwendeten Komponenten verstärkt auf Modularität.

Welche Vorteile hat Modularität im Hinblick auf Nachhaltigkeit?

AS: Durch die gewollte Austauschbarkeit innerhalb bestimmter Produktserien lässt sich für Kunden und uns die Vielzahl eventuell benötigter Verschleiß- und Ersatzteile spürbar reduzieren. Und das geht dann einher mit einer günstigeren `Total Cost of Ownership´ über die Gesamtlebensdauer eines Werkzeugs hinweg.

Wie wird das Öko-Design von Unternehmen und Anwendern angenommen? Spielt es bei der Werkzeugauswahl überhaupt eine Rolle?

AS: Bis vor wenigen Jahren waren Energiebedarf und Haltbarkeit von Werkzeugen vielen noch nicht so wichtig. Mittlerweile hat sich das Blatt aber gewendet. Die Kunden sind sensibler geworden, was ihren ökologischen Fußabdruck angeht. Und sie wollen vor dem Tooling ihrer Arbeitsplätze konkrete Wirtschaftlichkeitsberechnungen anstellen. Dabei können wir unseren Kunden helfen.

Wie genau sieht diese Hilfe aus?

AS: Unsere Mitarbeiter überschlagen die Anforderungen und können schnell eine grundsätzliche Empfehlung aussprechen – ob etwa pneumatisch oder elektrisch angetriebene Werkzeuge die bessere Alternative sind. Außerdem geben sie wertvolle Tipps an ihre Kunden weiter. So etwa, wie die Lebensdauer der Akkus batteriebetriebener Werkzeuge durch bestimmtes Lade- und Lagerungsverhalten gesteigert werden kann. Oder durch welche vorbeugende Wartung die Geräte wesentlich länger genauer arbeiten.

Aber auch die Lebensdauer von Öko-Design-Werkzeugen ist vermutlich endlich?

AS: Sicher. Selbst das robusteste Werkzeug wird eines Tages das Ende seines Lebenszyklus erreichen. Dann setzen wir uns für ein energieeffizientes und ressourcenschonendes Recycling ein, mit dem wir uns von vielen Marktbegleitern abheben.

Viele Unternehmen schwimmen derzeit auf der Nachhaltigkeitswelle. Meinen Sie, dass Öko-Design von Industriewerkzeugen ein längerfristiger Trend auf dem Markt sein kann?

AS: Regelrecht hineinkonstruierte Nachhaltigkeit war bislang für viele Firmen lediglich ein `Nice to have´, aber kein hartes Beschaffungsargument. Bei der Auswahl einer bestimmten Ausrüstung ging es vielen Betrieben nur darum, eine ebensolche anhand der nackten Leistungskennzahlen so kostengünstig wie möglich am Markt zu bekommen. So wichtige Aspekte wie Gesamtenergiebedarf oder Standby-Verbrauch blieben dann auf der Strecke. Dabei machen allein diese Energiekosten über die Lebensdauer eines Schraubers, einer Bohr- oder einer Schleifmaschine hinweg oft ein Vielfaches des Werkzeugkaufpreises aus! Mittlerweile stehen Rohstoff-Ökonomie, ein geschärftes allgemeines Umweltbewusstsein und die Wirtschaftlichkeit längst nicht mehr im Widerspruch zueinander. Das Bild wandelt sich zusehends.

Atlas Copco wird regelmäßig vom Weltwirtschaftsforum im schweizerischen Davos als eines der am nachhaltigsten arbeitenden Maschinenbauunternehmen der Welt ausgezeichnet. Welche Herausforderungen ergeben sich daraus für Ihre Arbeit?

AS: Auf den guten Bewertungen – 2016 standen wir sogar auf Platz eins – ruhen wir uns nicht aus. Unsere Unternehmensmaxime lautet: „Es gibt immer einen noch besseren Weg.“ Als weltweit für Sicherheit, Gesundheit, Umweltschutz und Qualität Verantwortliche versuche ich, diese Maxime täglich in die Praxis umzusetzen.


Zusatzinformation

Bei den Materialien für das Öko-Design sind Schadstofffreiheit, Abfallvermeidung und Wiederverwendbarkeit entscheidend. Atlas Copco produziert in Konformität mit Direktiven wie RoHS II (2011/65/EU, REACH (1907/2006, WEEE (2012/19/EU) und kann eine Dreifach-Zertifizierung gemäß ISO 14001, ISO 9001 und OHSAS 18001 vorweisen. Das gibt Anwendern die Gewähr überprüfter Qualität und Sicherheit.

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