Handelsstreit: Maschinenbauer sehen Freihandelsabkommen als Lösung

Der Handelsstreit zwischen der EU und den USA droht weiter zu eskalieren. Der VDMA fordert deshalb von der EU, in die Offensive zu gehen und transatlantische Freihandelsgespräche in Gang zu setzen. Wie der Verband argumentiert.

Trotz aller Bemühungen zur Entschärfung des Konflikts steht die Drohung von US-Präsident Trump weiter im Raum, Autos aus Europa mit einem Strafzoll von 20 Prozent zu sanktionieren. „Dies und die bereits angedrohten Gegenmaßnahmen der EU würden erhebliche Einschnitte für den bilateralen Handel bedeuten. Es geht dann ans Eingemachte“, warnt VDMA-Hauptgeschäftsführer Thilo Brodtmann. Die Maschinenbauer fordern deshalb von der EU, in die Offensive zu gehen und transatlantische Freihandelsgespräche in Gang zu setzen. „Eine ausschließliche Senkung der Autozölle mit den USA wird nicht funktionieren. Denn Zollsenkungen können WTO-konform nur gegenüber allen Handelspartnern durchgeführt werden. Deshalb fordern wir ein schlankes Freihandelsabkommen mit den USA, das alle Industriezölle abbaut und nicht-tarifäre Handelshemmnisse beseitigt. Damit wäre das leidige Thema der bilateralen Zölle ein für alle Mal vom Tisch“, betont Brodtmann.

China und USA im Klinsch

Auch die von den USA und China wechselseitig für den 6. Juli 2018 angekündigten Strafzölle sowie die Ankündigung weiterer Maßnahmen haben ein bedrohliches Ausmaß erreicht. „Dieses “wie du mir, so ich dir“-Spiel zweier großer Wirtschaftsblöcke dürfte wegen der komplexen und fragilen Lieferketten zu einer Belastung des gesamten Welthandels führen und könnte bei anderen Handelspartnern Schule machen“, warnt Brodtmann. „Der einzig akzeptable Weg, unfaire Handelspraktiken Chinas anzugehen, die von der US-Regierung angeprangert werden, ist eine Klage vor dem WTO-Schiedsgericht. Diesen Weg haben sowohl die EU als auch USA beschritten“, erläutert Brodtmann.

Der Maschinen- und Anlagenbau ist betroffen

Der Maschinen- und Anlagenbau in Deutschland ist selbst vom Handelsstreit zwischen den USA und China betroffen. So könnte zum einen die drohende Eintrübung der Weltkonjunktur zu einem Rückgang der weltweiten Maschinennachfrage führen; zum anderen sind auf der ersten US-Liste von Strafzöllen fast alle Maschinenbauprodukte enthalten. Dadurch sind auch diejenigen VDMA-Mitgliedsfirmen betroffen, die aus ihren Produktionsstätten in China heraus die USA beliefern. „Das kann einzelne Firmen stark treffen“, mahnt Brodtmann.

Bild: VDMA
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