Fahrerlose Transportsysteme: Wie kommt das Material ins vollautomatisierte Produktionssystem?

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Während autonomes Fahren auf der Straße noch Zukunftsmusik ist, sind Fabriken längst weiter: FTS (fahrerlose Transportsysteme) im Bereich Produktion bereits im Einsatz. Sie übernehmen Intralogistikaufgaben in der Produktion und transportieren dabei Werkstücke vom Rohteil bis hin zum Fertigteil zwischen den jeweiligen Produktionsschritten.
Fahrerlose Transportsysteme, LiebherrQuelle: Liebherr

Die Liebherr-Verzahntechnik GmbH kombiniert fahrerlose Transportsysteme mit dem bewährten Bin Picking-Konzept. Zuverlässige 3D-Visionsysteme erfassen die Werkstückumgebung optisch und werten sie aus. Ein Roboter mit patentierten Zusatzachsen kann damit chaotisch gelagerte Teile aus einem Behälter mit bis zu einem Meter Tiefe prozesssicher entleeren und auf einem FTS positionieren. Der Griff in die Kiste wird dabei umso aufwendiger, je ungeordneter die Werkstücke angeliefert werden und umso präziser sie platziert werden müssen.

Wie fahrerlose Transportsysteme am Produktionsausgang weiterhelfen

Für den Produktionsausgang gelten ähnliche Regeln: Auch hier kann der Roboterarm einer Palettierzelle die bearbeiteten Werkstücke vom FTS greifen und anschließend in Werkstückträger wie Drahtkörbe oder Blister palettieren. „Auch die mehrlagige Ablage in Körben oder Blistern, bei der der Roboter neben dem Werkstückhandling als Zwischenschritt auch die Körbe und Blister umstapelt, stellt kein Problem dar“, erklärt Thomas Mattern, Leiter Entwicklung Automationssysteme. „Da die Greifer flexibel gewechselt werden können, stehen uns viele Optionen offen.“

FTS auf der EMO 2019

Auf der EMO 2019 in Hannover zeigt die Liebherr-Verzahntechnik GmbH eine mögliche Automation von Produktionsein- und -ausgängen gekoppelt mit autonomen FTS. „In der Automationstechnik ist das der noch fehlende Schritt: Einzelne Produktionsprozesse sind bereits stark automatisiert, jetzt folgt die flexible Verknüpfung untereinander.“ Auch für Inselfertigungen kann ein solches System sehr interessant sein. Thomas Mattern sieht eine klare Notwendigkeit für solche Systeme: „Je flexibler Produktionen werden, desto wichtiger wird die Intralogistik. Mehr unterschiedliche Teile bedeuten auch mehr Bewegung in der Fertigung. Kleinere Losgrößen müssen unterschiedliche Wege in der Fabrik zurücklegen. Mit unserer Kombination aus FTS und Bin Picking greifen wir hier ein brandaktuelles Thema auf.“

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