ERP-Systeme für den Maschinenbau und Anlagenbau

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Eine Unternehmensoftware im Maschinen- und Anlagenbau sieht sich besonderen Anforderungen ausgesetzt. Allen voran muss sie ein geeignetes Projektmanagement-Tool zur zuverlässigen Planung und Steuerung individueller und oft sehr komplexer Projekte bieten. Neben dem Projektgeschäft sollte sie aber auch die weiteren Geschäftsfelder von Maschinen- und Anlagenbauern integriert abdecken. Von Martin Michel und Jan Krpal

Eine Unternehmensoftware im Maschinen- und Anlagenbau sieht sich besonderen Anforderungen ausgesetzt. Allen voran muss sie ein geeignetes Projektmanagement-Tool zur zuverlässigen Planung und Steuerung
individueller und oft sehr komplexer Projekte bieten. Neben dem Projektgeschäft sollte sie aber auch die weiteren Geschäftsfelder von Maschinen- und Anlagenbauern integriert abdecken. Von Martin Michel und Jan Krpal

 

ERP Maschinenbau ERP-Systeme für den Maschinen- und Anlagenbau.

Der ERP Maschinenbau und Anlagenbau ist mehr und mehr vom Projektgeschäft geprägt. Während die Unternehmen ihre standardisierte Fertigung zunehmend ins Ausland verlagern, leisten sie an ihren deutschsprachigen Standorten vor allem Forschungs- und Entwicklungsarbeit und stellen dort hochspezifische Lösungen her, die präzise auf die Anforderungen der Kunden zugeschnitten sind. Für eine geeignete ERP-Software bedeutet das: Sie muss ein leistungsfähiges Projektmanagement-Tool bieten, mit dem die Maschinen- und Anlagenbauer ihre individuellen und meist sehr komplexen Projekte zuverlässig planen und steuern können. Ein möglichst einfacher Einstieg in die einzelnen Projekte lässt sich dabei mit Hilfe von Templates erreichen. Dazu sollten sich verschiedene Strukturpläne flexibel vordefinieren und als Stammdaten hinterlegen lassen, die man dann für die konkreten Projekte wieder als Vorlagen verwenden kann.

Ein ERP-System für den Maschinenbau und Anlagenbau muss zahlreiche Anforderungen erfüllen.

ERP Maschinenbau – Projektmanagement-Tool zur Planung und Steuerung im Unternehmen

Für eine zuverlässige Planung und Steuerung sollte das Projektmanagement-Tool mit allen nötigen Unternehmensbereichen interagieren. Deshalb muss es im Rahmen einer ERP-Gesamtlösung nahtlos mit den übrigen Modulen und Werkzeugen in die Software integriert sein. Der Projektmanager kann dann beispielsweise direkt bei der Ressourcen- und Terminplanung prüfen, welche Mitarbeiter wann zur Verfügung stehen beziehungsweise geblockt sind oder welche Fertigungskapazitäten in den fraglichen Zeiträumen noch frei oder bereits belegt sind. Anhand von Rückmeldungen ist er während des gesamten Projektverlaufs darüber informiert, wenn es beispielsweise bei der Beschaffung oder in der Fertigung zu Terminabweichungen kommt und an welchen Stellen genau dies der Fall ist. So kann er rechtzeitig reagieren und gezielt eingreifen.
Ähnlich ist es auf der Kostenseite. Eine Integration von Rechnungswesen und Controlling stellt sicher, dass den budgetierten Projektposten die tatsächlich anfallenden Kosten genau in dem Moment gegenübergestellt werden, in dem sie entstehen – etwa, wenn man in der Finanzbuchhaltung eine Lieferantenrechnung erfasst. Projektmanager können so bei drohenden Kostenüberschreitungen rechtzeitig gegensteuern.

Integration über Grenzen eines ERP-Systems hinweg

Die Integration darf nicht an den Grenzen des ERP-Systems halt machen. So kann auch eine enge Verzahnung von Konstruktionsdaten mit der Unternehmenssoftware die Prozesse von Maschinen- und Anlagenbauern erheblich beschleunigen und vereinfachen. Ein ERP-System für diese Branche sollte deshalb Integrationsmöglichkeiten für PDM-Systeme (Produktdatenmanagement) mitbringen. Mit einer entsprechenden Kopplung lassen sich Konstruktionsstücklisten aus den PDM-Systemen automatisch an das ERP weiterreichen und dort in Fertigungsstücklisten umwandeln. Idealerweise ist die Integration so konzipiert, dass sich wachsende Stücklisten an das ERP-System übergeben lassen. Damit können Beschaffung und Fertigung bereits mit ersten Teilen starten, bevor die Konstruktion komplett abgeschlossen ist. Dies ermöglicht ein paralleles Arbeiten von Konstruktion und Produktion, das es erlaubt, zeitkritische Komponenten frühzeitig anzugehen.

Mit einem geeigneten Projektmanagement-Tool lassen sich auch komplexe Projekte zuverlässig planen und steuern.

ERP Maschinenbau – Zeichnungen und Produktbeschreibungen auch verfügbar

Durch die Integration sind die zahlreichen Dokumente aus der Konstruktion wie Zeichnungen oder Produktbeschreibungen auch in den ERP-Prozessen verfügbar. Beispielsweise lassen sie sich für die Beschaffung und Fertigung verwenden. Technisch gesehen gibt es hierfür zwei Möglichkeiten: entweder die Dokumente werden in Neutralformaten wie TIFF oder PDF in der ERP-Datenbank abgelegt oder die ERP-Anwendungen verlinken direkt auf die Dokumente. Aus den ERP-Masken heraus kann man damit das PDM-System öffnen und sich die Zeichnungen oder Produktbeschreibungen anzeigen lassen.
Ebenfalls wichtig ist das Änderungsmanagement. Die PDM-Integration ermöglicht die Kommunikation von Änderungen an den Konstruktionsdaten unmittelbar an alle relevanten Stellen des ERP-Systems. Dies gewährleistet, dass sämtliche Mitarbeiter ausschließlich die aktuellen Informationen jederzeit, überall und in der richtigen Form zur Verfügung haben.

Artikel- und Fertigungsstrukturen müssen sich im ERP flexibel aufbauen lassen.

ERP Maschinenbau: Individueller Aufbau von Artikel- und Fertigungsstrukturen

Daneben gibt es zahlreiche weitere spezifische Anforderungen, die eine ERP-Software für Maschinen- und Anlagenbauer erfüllen muss. Dazu zählt eine variable Fertigungstiefe. In dieser Branche gibt es nämlich Unternehmen, die ihre Maschinen und Anlagen komplett projektbezogen in Einzelfertigung herstellen. Daneben finden sich aber auch Firmen, die bestimmte Komponenten auftragsunabhängig vorproduzieren, und sie später im Rahmen ihrer Projekte verbauen. Die Unternehmenssoftware muss es deshalb erlauben, Artikel- und Fertigungsstrukturen individuell und flexibel aufzubauen. Ebenfalls ein Spezifikum der Branche ist der komplexe Versand. Da es sich um komplett kundenbezogene Lieferungen handelt, lassen sich keine Standard-Kartons, -Paletten oder -Container verwenden. Stattdessen muss die ERP-Software in der Lage sein, hochflexible Verpackungsstrukturen abzubilden. Aber auch an die Performance des Systems stellt die Branche hohe Ansprüche. Durch die Vielzahl an Unterlagen wie Projektaufträge, Zeichnungen, Stücklisten oder Prüfpläne muss das System Massendaten schnell und zuverlässig verarbeiten. Idealerweise bietet das ERP eine Schlagwort-Suche innerhalb dieser großen Datenmengen, aus deren Ergebnissen man direkt dorthin verzweigen kann, wo die Unterlagen liegen.

ERP Anlagenbau: Mit Service-Management sich abheben

Ein geeignetes ERP-System für Maschinen- und Anlagenbauer muss neben dem Projektgeschäft auch weitere Geschäftsfelder integriert abdecken. So bieten immer mehr Unternehmen der Branche zusätzlich zu ihrem Kerngeschäft Standardteile an, die wie eigene Handelsware verkauft werden. Darüber hinaus wird in der Branche das After-Sales-Geschäft wichtiger. Das Service-Management ist der Bereich, in dem viele Maschinenbauer steigende Umsätze erzielen, und der ihnen die Möglichkeit gibt, sich von ihren Mitbewerbern abzuheben. Nur wenn diese zusätzlichen Geschäftsfelder Teil einer integrierten Gesamtlösung sind, lassen sie sich effizient und automatisiert unterstützen.
Last but not least muss eine ERP-­Lösung auf die Internationalität der Maschinen- und Anlagenbauer ausgelegt sein, denn immer mehr Unternehmen der Branche operieren global. Die Software muss in der Lage sein, die standortübergreifenden Prozesse zu steuern sowie Sprach- und Landesversionen bieten, die alle relevanten lokalen Gegebenheiten berücksichtigen. Aber auch der Softwareanbieter ist gefordert. Um reibungslose Implementierungen und unkomplizierten Support zu gewährleisten, muss er direkt vor Ort präsent sein.rt

Martin Michel und Jan Krpal sind Senior Consultants bei IFS Deutschland.

Lesen Sie auch: Manufacturing Excellence – Durchgängige Prozesse von der Produktentwicklung bis zur Fertigung

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