07.09.2022 – Kategorie: Digitalisierung

ERP-Standard: Durch Digitalisierung auf Wachstumskurs

ERP-StandardQuelle: Hargassner Ges mbH

Der Familienbetrieb Hargassner aus Österreich ist Pionier für nachhaltiges Heizen. Mit seinen Holzheizungen bietet das Unternehmen innovative Lösungen an und ist auf steilem Wachstumskurs. Planung, Fertigung und Servicemanagement lassen sich längst nur noch mit IT-Unterstützung effizient handhaben. Hargassner setzt hierfür auf einen breiten ERP-Branchenstandard mit passgenauen Ergänzungsmodulen.

ERP-Standard in der Praxis: „Ich bau dir eine Heizung, bei der Du nie wieder nachlegen musst!“ Dieses Versprechen gab Anton Hargassner zu Beginn der 1980er-Jahre seiner Frau. Und wegen seiner Naturverbundenheit ergänzte er, dass diese neue Heizung auch nachhaltig sein würde. Wer den Öster­reicher kennt, der weiß, dass er nicht nur ein Visionär, sondern vor allem auch ein Mann der Tat ist. Und so war dieser persönliche Moment zugleich die Geburtsstunde der Hargassner Ges mbH und damit eines echten Vorreiters für umweltschonendes Heizen mit erneuerbarer Energie.

Wachstum erfordert Anpassung der IT

Die Hackgut-, Pellets- und Stückholzheizungen stehen in privaten Ein- und Mehrfamilienhäusern ebenso wie in Wohnungsanlagen, Gasthäusern, Hotels, öffentlichen Gebäuden sowie in holzverarbeitenden und großen landwirtschaftlichen Betrieben – und zwar verteilt über den gesamten Globus. Den – inzwischen internationalen – Erfolg macht aber nicht nur der bloße Umgang mit der Biomasse Holz aus: „Es ist die Kombination von hohem Wirkungsgrad, minimalen Emissionswerten, Komfort und langer Lebensdauer, die immer mehr Kunden schätzen“, betont Karl-Uwe Schernhammer, der als IT-Leiter sowohl die gesamte Technik und Infrastruktur als auch sämtliche Applikationen verantwortet.
25.000 Anlagen fertigt der im oberösterreichischen Weng ansässige Familienbetrieb inzwischen pro Jahr. Das entspricht rund 500 Kesseln pro Woche. Hinzu kommen die Entwicklung und Produktion von passendem Zubehör sowie die Abwicklung von jährlich zirka 50.000 Serviceaufträgen. „Damit haben wir Dimensionen erreicht, die höchste Anforderungen an unsere Unter­nehmensprozesse und ihre Digitalisierung und damit natürlich an unsere IT stellen“, so der IT-Leiter.

ERP-Standard: Eine wertvolle Standardfunktionsbreite

Dreh- und Angelpunkt ist dabei seit vielen Jahren das ERP-System PSIpenta. Die Lösung unterstützt alle Geschäftsprozesse, ist tief integriert in die Automatisierung und eine wichtige Säule für weitere Digitalisierungsvorhaben. Zudem ist sie mit einer Reihe weiterer Lösungen gekoppelt, unter anderem mit einem Workflow für Eingangsrechnungen, mit einem Hochregallager und fahrerlosen Transportsystem sowie mit einem eigenentwickelten Prüfstand. Karl-Uwe Schernhammer: „Wirklich Gold wert ist die Funktionsbreite allein des Standardsystems. Hierdurch müssen wir im Programmkern keine Anpassungen vornehmen. Andererseits können wir durch Scripting-Optionen sehr einfach selbst Automatisierungen durchführen.“ Zum Beispiel hat Schernhammers Team mittels Scripting eine eigene Reservierungsliste zur Terminplanung für Heizkessel programmiert, bestimmte Pflichtfelder vorbelegt und wiederkehrende Klicks ebenso wie die individuelle Rabattfindung für Kunden automatisiert.

Keine Nacharbeiten – auch bei individuellen Aufträgen

Eine besondere Rolle spielen für das Unter­nehmen aber auch einige Ergänzungsmodule zum ERP-Standard. Dazu zählt zum Beispiel der Variantenkonfigurator – ein Must-have für Unternehmen, die ihren Kunden Produkte in hoher Variantenvielfalt oder sogar in individueller Ausprägung anbieten. Denn: Statt unzählige Stücklisten zu pflegen, muss Hargassner nur die sogenannte Maximalstückliste aktualisieren, die sämtliche Variationen beinhaltet. Das heißt, Ausgangspunkt für die Planung ist ein allgemeiner Artikel, der mit der Artikelnummer „Kessel“ versehen ist. Hierunter sind mehrstufig die verschiedenen Kesseltypen gegliedert. Erst durch die Konfiguration generiert das ERP-System dann eine eindeutige Stückliste für die Fertigung. „Das klingt sehr banal, ist es aber nicht. Denn im Klartext bedeutet das, dass wir auch individuelle Aufträge nicht nachbearbeiten müssen. Und das spart enorme Aufwände“, beschreibt der IT-Leiter.

ERP-Standard
Durchschnittlich 50.000 Aufträge pro Jahr händeln 120 Technikerinnen und Techniker von Hargassner mit Unterstützung des PSIpenta-Servicemanagements und im Zusammenspiel mit der Serviceeinsatz- und Tourenplanung Fast Lean Smart. Bild: Hargassner Ges mbH

Dank ERP-Standard: Digitalisierte Arbeitsgänge in der Peripherie

Nacharbeit oder manuelle Dateneingaben entfallen auch durch die PSI Industrial Apps, die auf 80 mobilen Scannern installiert sind und in der Warenannahme, für Rückmeldungen von Arbeitsgängen und Aufträgen oder für Lagerbewegungen zum Einsatz kommen. Das heißt, wo Werker früher händisch Daten eingeben mussten, buchen sie heute standort­unabhängig und direkt im ERP-System, indem sie QR-Codes scannen, etwa auf Warenbegleitscheinen oder Fertigungspapieren. Zudem zeigen die Masken nur die für den jeweiligen Arbeitsgang relevanten „Knöpfe“, was die Bedienung sehr einfach macht, die Prozesse beschleunigt und Fehler nahezu ausschließt.

Effiziente Abwicklung von 50.000 Serviceaufträgen

Durchschnittlich 50.000 Aufträge pro Jahr handhaben zudem 120 Technikerinnen und Techniker mit Unterstützung des PSIpenta-Servicemanagements und im Zusammenspiel mit der Serviceeinsatz- und Tourenplanung Fast Lean Smart. „Unsere Kollegen erfassen über PSIpenta sowohl die geplanten als auch ungeplanten Serviceeinsätze und teilen diese über das integrierte Tool nach bestimmten Kriterien und Prioritäten den Technikern zu, die ihre Aufträge dann ebenfalls in dieser Lösung abarbeiten – offline oder online“, beschreibt der IT-Leiter das Vorgehen im Service. Die resultierenden Daten werden anschließend über eine Schnittstelle an das ERP-System übermittelt, in dem dann die Materialbuchungen und die Faktura erfolgen.

ERP-Standard
Dreh- und Angelpunkt bei Hargassner ist seit vielen Jahren das ERP-System PSIpenta. Die Lösung unterstützt alle Geschäftsprozesse, ist tief integriert in die Automatisierung und eine wichtige Säule für weitere Digitalisierungsvorhaben. Bild: Hargassner Ges mbH

Effiziente Durchgängigkeit

Nicht nur im Service profitiert Hargassner von der Prozessdurchgängigkeit und schnellen Datenverfügbarkeit: „Es ist die vollständige Integration aller Unternehmensabläufe in PSIpenta – angefangen bei der Erstellung eines Angebots über die Beschaffung und Produktion bis hin zur Kommissionierung, Lieferung und Fakturierung, von der wir profitieren“, so Karl-Uwe Schernhammer. Dabei kommen auch die neuen Möglichkeiten der aktuellsten Version zum Tragen, zu denen vor allem auch die individuelle Konfigurierbarkeit von Oberflächen zählt. So wurden beispielsweise einige Filtermasken und Einzelsichten auf die jeweils relevanten Felder reduziert, was zu einer erheblich besseren Übersicht und damit leichten und schnellen Bedienbarkeit führt. Ähnliches gilt für konfigurierte Dia­loge, über die sich individuell Informa­tionen aus unterschiedlichen Bereichen auf einen Blick darstellen und miteinander verknüpfen lassen. Und der IT-Leiter betont: „Letztlich hängt aus meiner Sicht aber auch viel von der Zusammenarbeit zwischen Anwenderunternehmen und Anbieter ab. Und genau die funktioniert seit vielen Jahren als echte Partnerschaft, die sich mehr als bewährt hat.“

ERP-Standard: Ein System für die Zukunft

Hargassner hat mit der Fertigung von nachhaltigen Holzheizungen auf Kundenwunsch bereits vor vielen Jahren einen Weg eingeschlagen, der sich heute als ein goldener erweist. Mit seinem ERP-Branchenstandard ist der Familienbetrieb auch IT-seitig bestens gerüstet, um diese Erfolgsgeschichte weiterzuschreiben und zu zeigen, dass Digitalisierung, Technik und Natur – richtig kombiniert – ein schlagkräftiges Team mit Zukunft sind.

Der Autor Stefan Thalhammer ist Leiter Team Österreich bei PSI Automotive & Industry.


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