Ergonomie: Optimales Licht bei der Montage

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on xing
Share on whatsapp
Share on email
Share on print

Ergonomie: Optimales Licht bei der Montage

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on xing
Share on whatsapp
Share on email
Share on print
An den Arbeitsplätzen in der Montage ist Licht noch wichtiger als in anderen Produktionsbereichen. Dabei sollte es sich flexibel an die Aufgabe und den Mitarbeiter anpassen lassen – das fördert die Effizienz und die Gesundheit. von Florian Schutzbach

An den Arbeitsplätzen in der Montage ist Licht noch wichtiger als in anderen Produktionsbereichen. Dabei sollte es sich flexibel an die Aufgabe und den Mitarbeiter anpassen lassen – das fördert die Effizienz und die Gesundheit. von Florian Schutzbach

dm_2015_03_09_b1_taneo_gest_nge_wolf_6_17

Lichttechnisch optimierte Montagearbeitsplätze sind ein entscheidender Faktor für mehr Produktivität. Eine angemessene Beleuchtung steigert die Arbeitsleistung, senkt Fehler- und Ausschussquoten sowie die Unfallhäufigkeit und beeinflusst positiv die Qualität der Arbeit, das zeigen auch Langzeitstudien.
Eine weitere wichtige Erkenntnis: Langfristig gesehen wirkt das richtige Licht auch gesundheitsfördernd. Beleuchtungslösungen sind vor allem nach Art der Sehaufgabe und entsprechend vorgegebener Norm einzusetzen. Oft nutzen mehrere Mitarbeiter einen Montagearbeitsplatz oder es werden verschiedene Tätigkeiten durchgeführt. Dies ist bei der Entwicklung von intelligenten Lichtkonzepten zu berücksichtigen.

Jeder Sehaufgabe das ihre

In der DIN-Norm EN 12464-1 sind für alle Tätigkeiten an Industriearbeitsplätzen Beleuchtungsanforderungen festgelegt. Für die Montage wird hier nach groben, mittelfeinen, feinen und sehr feinen auszuführenden Arbeiten unterschieden. Dazu sind als Gütemerkmal in dieser Norm Beleuchtungsstärken von 200 bis 750 Lux und ein Farbwiedergabeindex von 80 Ra vorgegeben. Besteht ein Arbeitsplatz aus Bereichen mit unterschiedlichen Sehaufgaben, schaffen flexible Beleuchtungssysteme die Voraussetzungen für ein effizientes Arbeiten. Neben der technischen Erfüllung der Norm sollten diese mit variablen Funktionen ausgerüstet sein, um damit Beleuchtungsstärken, Aktionsradius und Lichtpositionen auf individuelle Anforderungen einzustellen.

Individualisierbare Beleuchtung

Ein ergonomisch optimierter Montagearbeitsplatz trägt zu einer höheren Leistungsfähigkeit bei. Dabei spielt gutes Sehen eine Hauptrolle. Doch Menschen haben einen ganz unterschiedlichen Lichtbedarf. Und das setzt eine individuelle Einstellbarkeit der Beleuchtung voraus. Insbesondere wenn ein Arbeitsplatz von Mitarbeitern diverser Altersgruppen sowie zu verschiedenen Schichtzeiten genutzt wird, sind flexible Lichtkonzepte empfehlenswert.
Optimale Beleuchtungslösungen zeichnen sich durch ein dimmbares, schatten- und blendfreies Licht aus, das sich auf Sehaufgaben und nach persönlichen Bedürfnissen anpassen lässt. Mit zunehmendem Alter erhöht sich der Lichtbedarf und die Blendempfindlichkeit nimmt zu. Im Vergleich zu 20-Jährigen ist die Sehschärfe schon ab dem 35. Lebensjahr geringer. Ein 60-Jähriger benötigt sogar eine doppelte Beleuchtungsstärke. Das richtige Licht wirkt Gesundheitsschädigungen und Alterserscheinungen entgegen. Falsch positionierte Lichtquellen, die eine Direktblendung verursachen, sind ebenso zu vermeiden wie Beleuchtungen, die auf Hochglanzoberflächen spiegelnde Reflexblendungen erzeugen.
Nach den Prognosen wird die Zahl der älteren Mitarbeiter in den Unternehmen auch weiterhin steigen. Schon im Hinblick darauf werden anpassbare Lichtsysteme an Montagearbeitsplätzen unerlässlich.

Flexibel für Industrie 4.0

Alle Welt spricht von der vierten industriellen Revolution. Damit einhergehend gewinnt der flexible Einsatz von Produktionsmitarbeitern als Schlüsselfaktor für Wirtschaftlichkeit in den nächsten Jahren noch mehr an Bedeutung. Es sind noch stärkere Schwankungen im personellen Kapazitätsbedarf zu erwarten, um schnell auf Kundenanforderungen reagieren zu können.
Dazu muss sich die Produktion und ihre Prozesse bedarfsweise umorganisieren. Das bedeutet auch, dass Mitarbeiter an unterschiedlichen Arbeitsplätzen einsatzfähig sein müssen. Vor diesem Hintergrund ist es umso wichtiger, dass die Ausstattung der Arbeitsplätze an individuelle Bedürfnisse der Mitarbeiter anpassbar ist und sie damit optimal in ihrer Produktivität unterstützt.

Ergonomie ausgezeichnet

Wegen ihrer besonderen, ergonomischen Eigenschaften hat die Aktion Gesunder Rücken (AGR) e.V. die Gestängeleuchte Taneo und die Lupenleuchte Tevisio von Waldmann ausgezeichnet (siehe Kasten). Das Unternehmen ist damit der einzige Leuchtenhersteller, der bislang dieses Gütesiegel erhalten hat.
Nur Produkte, die ein anspruchsvolles Prüfungsverfahren vor einem unabhängigen interdisziplinären Gremium bestehen, erhalten das AGR-Gütesiegel, das von Öko-Test mit „sehr gut“ und dem Portal Label-online mit „besonders empfehlenswert“ bewertet wurde. Die AGR hat es sich zur Aufgabe gemacht, eine verlässliche Entscheidungshilfe beim Kauf besonders ergonomischer, rückenfreundlicher Produkte zu geben. Natürlich wirkt die Beleuchtung nicht direkt auf das Muskel-Skelettsystem wie beispielsweise ein Stuhl. Stattdessen wirkt sie über sogenannte asthenopische Effekte, also die Ermüdungserscheinungen der Augen.
Das hängt damit zusammen, dass der Mensch 80 Prozent aller Informationen visuell verarbeitet. Licht hat somit einen wesentlichen Einfluss auf die Informationsverarbeitung und die dabei eingenommene Körperhaltung. Denn eine bestmögliche Ausleuchtung des Arbeitsplatzes beugt Zwangshaltungen vor, die andernfalls zur Korrektur unausgewogener Sehbedingungen unbewusst eingenommen werden. Ist die Beleuchtung wie bei der Leuchten flächig, homogen, blend- und schattenarm, macht sie eine ständige Anpassung der Augen und des Sehvermögens überflüssig.
Sehaufgaben im Nahbereich unterstützt eine Leuchte mit Vergrößerungsfunktion zusätzlich. Das resultiert in optimalen Sehbedingungen, die eine aufrechte Sitzposition zulassen und die Augen deutlich entlasten.jbi

Florian Schutzbach ist Produktmanager bei der Herbert Waldmann GmbH & Co. KG in Villingen-Schwenningen.

Share on facebook
Facebook
Share on twitter
Twitter
Share on linkedin
LinkedIn
Share on xing
XING
Share on whatsapp
WhatsApp
Share on email
E-Mail
Share on print
Drucken

Ihre Meinung zum Artikel

Andere Leser haben sich auch für die folgenden Artikel interessiert

Die deutschen Industriebetriebe kennen sich bei neuen Technologien und in der Digitalisierung bestens aus. Doch es gelingt ihnen nur langsam, von der Überlegung zur Umsetzung zu kommen, so aktuelle Studien. Experten warnen, deutsche Unternehmen könnten den Anschluss verlieren. Diese fünf aktuellen Trends sollten Unternehmen auf jeden Fall verfolgen.
In der heutigen vernetzten Welt ist die Konvergenz von Informationstechnologie (IT) und Betriebstechnologie (Operational Technology, OT) unvermeidlich. Die Verschmelzung von Cyber- und physischer Welt setzt industrielle Umgebungen weiter unter Druck, schneller und intelligenter zu arbeiten – bei gleichzeitig benötigtem Schutz sowohl für ältere als auch für hochmoderne Systeme.
Werbung
Werbung

Redaktionsbrief

Tragen Sie sich zu unserem Redaktions-Newsletter ein, um auf dem Laufenden zu bleiben.

Wir wollen immer besser werden!

Deshalb fragen wir SIE, was Sie wollen!

Nehmen Sie an unserer Umfrage teil, und helfen Sie uns noch besser zu werden!

zur Umfrage
Werbung
Werbung

Aktuelle Ausgabe

Topthema: Sinumerik One: CNC-System für das digitale Zeitalter

Vom Maschinenbauer zum Prozessoptimierer

Mehr erfahren

Tragen Sie sich jetzt kostenlos und unverbindlich ein, um keinen Artikel mehr zu verpassen!

* Jederzeit kündbar

Entdecken Sie weitere Magazine

Schön, dass Sie sich auch für weitere Fachmagazine unseres Verlages interessieren.

Unsere Fachtitel beleuchten viele Aspekte der Digitalen Transformation entlang der Wertschöpfungskette und sprechen damit unterschiedliche Leserzielgruppen an.