Digitalisierungsprojekte: Viele SAP-Anwenderunternehmen hinken noch hinterher

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Digitalisierungsprojekte: Viele SAP-Anwenderunternehmen hinken noch hinterher

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Beim Status der digitalen Transformation hinken viele Mitgliedsunternehmen der Deutschsprachigen SAP-Anwendergruppe e. V. ihren Erwartungen vom vergangenen Jahr hinterher. In einer Umfrage des DSAG nannten die Unternehmen eine Vielzahl von Gründen.

Die neue Umfrage der Deutschsprachigen SAP-Anwendergruppe e. V.  (DSAG) bei ihren Mitgliedern hat ermittelt, wo SAP-Anwenderunternehmen derzeit bei der digitalen Transformation stehen. Zu den größten Treibern für Digitalisierungsprojekte zählen die Effizienzsteigerung bestehender Geschäftsprozesse (62 Prozent) und die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle (40 Prozent). Die Veränderung des Marktumfelds, die Intensivierung der Beziehungen zu Kunden und Partnern, ein erhöhter Servicegrad oder der Wunsch nach mehr Informationstransparenz lösen dagegen einen geringeren Digitalisierungsdruck aus.

Digitalisierungsprojekte mit hoher Erfolgsquote

Passend zum Bedarf an Effizienzsteigerung führen DSAG-Mitglieder Projekte zur Digitalisierung ihrer Prozesse erfolgreich durch. In 41 Prozent der Unternehmen gibt es fertiggestellte oder zumindest in Umsetzung befindliche Effizienz-Projekte. Diese Zahl ist ermutigend. Auffällig ist jedoch, dass Unternehmen viele Ideen haben, Proofs-of-Concept und Prototypen erstellen, diese aber anschließend nicht in erfolgreiche Projekte umsetzen. „Fast die Hälfte der Ideen für Digitalisierungsvorhaben verlaufen im Sand. Dafür gibt es organisatorische, aber auch technische Gründe“, erklärt Marco Lenck, Vorsitzender der DSAG. Die Hürden, an denen Projekte scheitern, hat die DSAG in ihrer Mitgliederbefragung ermittelt.

DSAG Marco LenckQuelle: DSAG
Marco Lenck ist Vorsitzender der DSAG e.V.

Die größten Herausforderungen liegen in fehlenden personellen sowie finanziellen Ressourcen (42 Prozent) und mangelnder digitaler Unternehmenskultur (38 Prozent). Als weitere Gründe nannten die Befragten die fehlende Änderungsbereitschaft der Mitarbeiter und starre Organisationsstrukturen. Dagegen nannten nur zwölf Prozent die mangelhafte Unterstützung durch das Management und elf Prozent fehlendes Know-how.

Digitalisierungsprojekte – welche Rolle spielt SAP?

Neben kulturellen und personellen Herausforderungen gibt es informatorische, technische und funktionale Anforderungen, die die digitale Transformation in den Mitgliedsunternehmen erschweren, etwa beim Aufbau hybrider Landschaften. So müssen SAP-Strategie und -Roadmaps plan- und belastbar sein. Darüber fühlen sich lediglich ein Viertel der DSAG-Mitglieder von SAP gut informiert. 45 Prozent vertrauen der Produktstrategie teilweise, wogegen 30 Prozent der Anwender dieses Vertrauen in Frage stellen.

Hier ist SAP aufgerufen, ihre Kunden mit vorausschauenden und verlässlichen Informationen zu versorgen. Was das SAP-Lösungsportfolio betrifft, gibt es ebenfalls konkrete Aufgaben, die von SAP (besser) gelöst werden müssen, um Digitalisierungsprojekte zu vereinfachen. Es geht insbesondere um eine bessere Integration, einheitliche Stammdaten, erweiterte, stabile Funktionalität und Skalierbarkeit von Lösungen und Lizenzmodellen.

DigitalisierungsprojekteQuelle: DSAG

Digitalisierungsprojekte: Harmonisierung der Stammdaten

„Da Unternehmen verstärkt auf hybride Landschaften in der Digitalisierung setzen, ist SAP gefordert, deren Auf- und Ausbau sowie ihren Betrieb inklusive Lizenzmodellen so einfach, attraktiv und flexibel wie möglich zu gestalten. Ansonsten geraten Projekte weiter ins Stocken“, mahnt Marco Lenck. An einigen Punkten, beispielsweise der Harmonisierung der Stammdaten, arbeitet SAP bereits. „Das Tempo, mit dem an zentralen Themen gearbeitet wird, muss mit den Anforderungen in den Unternehmen mithalten“, erläutert Marco Lenck.

Dabei gibt es auch Erfolge zu verkünden, wie beispielsweise im Personalwesen. Nach intensiven Diskussionen können Kunden ab 2022 die Lösung für das Personalwesen SAP Human Capital Management (SAP HCM) auch integriert in S/4HANA betreiben. Ein Erfolg, der insbesondere die SAP-Kunden freut, die im zeitlichen Umfeld des Jahres 2025 noch nicht zur Software-as-a-Service-Lösung SuccessFactors in die Cloud wechseln wollen oder können.

DigitalisierungsprojekteQuelle: DSAG

Wie leicht fällt die Umsetzung mit SAP-Lösungen?

In ihrer Umfrage unter CIOs und weiteren Ansprechpartnern aus den Mitgliedsunternehmen ermittelte die DSAG auch die Meinung der Befragten zum Einsatz von S/4HANA im Vergleich zur Business Suite. Der Fokus liegt zunehmend auf S/4HANA als Grundlage für die Digitalisierungsprojekte. In den kommenden drei Jahren sind in vielen Unternehmen Umstellungsprojekte geplant. Abgeschlossene S/4HANA-Projekte können aktuell nach wie vor nur wenige Unternehmen verkünden. Das Interesse ist jedoch groß.

Bei den Lösungen von SAP zur Digitalisierung der Kundenprozesse wie C/4HANA oder Qualtrics ist die Lage differenzierter. Sie kommen bei den Mitgliedsunternehmen zwar zum Einsatz, sind gegenüber Wettbewerbern aber eher schwächer vertreten. Für C/4HANA gilt in ganz besonderem Maße, dass SAP die Vorteile von Integration und Harmonisierung liefert. „Damit die neuen SAP-Produkte bei DSAG-Mitgliedern ankommen, benötigen sie eine funktionierende Integration. Ist dies der Fall, kann SAP ihren Mehrwert als Anbieter hybrider Lösungen besser ausspielen“, so Marco Lenck. Als selbstverständlich wird von DSAG-Mitgliedern flexible Skalierbarkeit und eine vergleichbare Funktionalität mit Produkten von Drittanbietern vorausgesetzt. Auch hierzu sind DSAG und SAP im engen Austausch.

Digitalisierungsprojekte: DSAG als Partner gesetzt

Nicht zuletzt aufgrund der Erfolge ist die DSAG als strategischer Partner gesetzt. Fast 70 Prozent der Befragten sind zufrieden mit der Anwendervereinigung. Damit landet die DSAG vor den SAP-Partnern mit 58 Prozent und auch vor SAP selbst mit 37 Prozent. Marco Lenck sieht darin eine Bestätigung der Strategie: „Wir sind der strategische Partner, dem SAP-Kunden bei der digitalen Transformation vertrauen. Wir geben Orientierung und sorgen für die richtigen Informationen.“

Nach Meinung der DSAG-Mitglieder hat der Softwarehersteller noch Nachholbedarf, was SAP als Auftrag verstehen sollte, die Anwender mit zielgerichteten, verlässlichen Informationen und geeigneten Produkten in die Zukunft bringen. Die DSAG steht als motivierter Sparrings-Partner zur Verfügung, um gemeinsam Anwenderunternehmen zu unterstützen und erfolgreiche Digitalisierungsprojekte in Serie zu produzieren. (sg)

Lesen Sie auch: Digitalisierung im Rechnungswesen: Unternehmen zögern noch vor Einführung neuer Technologien

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